In diesem Haus ist jedes Stück Holz nummeriert

Das alte Veidlerhaus im Südtiroler Gsieser Tal hat nicht nur eine bewegte Geschichte, sondern vor allem vier wunderschöne Ferienwohnungen mit Premium-Bergblick.

Wenn der Körper vom Wandern schmerzt, kann man sich von der Hausherrin mit Arnika oder Frauenmantel in ihrer Kräuterküche versorgen lassen.

Herr Vitus, so hieß der erste urkundlich erwähnte Besitzer des rund 500 Jahre alten Veidlerhauses im hintersten Gsieser Tal. Viele Generationen später ist das wichtig geworden, weil die Abbruchverfügung für den Hof schon ausgestellt war. Doch der Bergführer Paul Sapelza und seine Frau Lisl Bachmann, die als Letzte den Hof bewohnten, wollten das so nicht hinnehmen. Sie starteten eine Rettungsaktion, mobilisierten Nachbarn, Freunde, den Bürgermeister und Gel­der von der EU, um das Gebäude abzutragen und 100 Meter bergwärts wiederaufstellen zu lassen. Die Erforschung der historischen Bausubstanz brachte den Namen Vitus zum Vorschein. Und nach ihm ist nun das alte Haus am neuen Ort benannt. Fast alles wurde erhalten: Die 487 Balken des Hauses wurden durchnummeriert und dann wieder zusammengesteckt, genauso wie die wertvollen Zirbenböden und die getäfelten Decken. Vier Ferienwohnungen sind so entstanden sowie ein Doppelzimmer in der einstigen Kornkammer – allesamt mit einem fabelhaften Blick auf die Riepenspitze, das Hochkreuz und die Gailspitze. Hat man die entsprechenden Berg­besteigungsmühen hinter sich, trifft man sich in der Kräuterküche, um mit Lisl und Paul auf dem alten Holzherd Melchermuas zu kochen: Mehl, Milch, sehr viel Butter. Und keine Sorge: Obwohl im Hof das meiste beim Alten geblieben ist, müssen die Gäste nicht, wie Lisl und Paul noch in den Neunzigerjahren, mit einem Plumpsklo vorliebnehmen.

Haus Vitus
Bergerstraße 10
I-39030 St. Magdalena im Gsieser Tal
Tel. 0039/0474/94 46 60
DZ ab 80 Euro, Wohnung ab 90 Euro
vitus.bz

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