The Weinmeister, Berlin

Wann haben Sie das letzte Mal bei einem Macho übernachtet? Sie erinnern sich nicht und halten das für ein gutes Zeichen? Dann kennen Sie »The Weinmeister« noch nicht.

Wollte man Frauen- und Männerhotels unterscheiden, dann wäre das vor einem Jahr eröffnete »Weinmeister« ein Machohotel: Die Einrichtung ist elegant, jedoch spartanisch. Es gibt nur Kleiderbügel, keinen Kleiderschrank, keine Minibar, aber Zimmerservice rund um die Uhr und reichlich elektronisches Spielzeug für große Jungs. Nur iPads fehlen, die kann man sich aber an der Rezeption leihen, bei unglaublich freundlichen Frauen in kurzen Kleidchen. Die Betten in den Zimmern sind groß, in der Lobby stehen große Sessel für Menschen mit großen Egos: Bei Facebook haben viele Leute aus der Musikszene gepostet, wie gern sie im »Weinmeister« absteigen – DJs, Musiker (Coldplay), Schauspieler (James Franco).

Also ein legeres Hotel für kreative Machos, die spätnachts oder frühmorgens hinter der Graffititür in Berlin-Mitte noch kostenloses Chili con Carne an der Rezeption essen, bevor sie in ihr Hotelzimmer wanken. Auch das ein Zeichen von ausgeprägtem Selbstbewusstsein: Der Zimmerpreis schwankt stark – zwischen 100 und 300 Euro, wenn die Nachfrage größer ist. Frauen mögen dieses Hotel ebenfalls, und das nicht nur wegen des Spas auf dem Dach mit Blick über Berlin-Mitte: Susan Sarandon und Juliette Lewis etwa. Das »Weinmeister« ist ein sehr charmanter Macho.

The Weinmeister Berlin-Mitte, Weinmeisterstraße 2, 10178 Berlin, Tel. 030/75 56 67-0, www.the-weinmeister.com, DZ ab 100 Euro.

Foto: dpa

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