Lauf der Dinge

Zu den größten Annehmlichkeiten, die der Sommer zu bieten hat, gehört es, seine Schuhe ohne Socken tragen zu können. Man kauft sie am ersten warmen Tag im April, weil man auf Durchfahrt in Turin oder Mailand ist. Das Leder riecht gut und sie sind ganz schön teuer, aber man schließt damit ja auch eine kleine Sommerversicherung ab. Erst trägt man sie nur auf dem Balkon und dem Weg zum Bäcker. Aber dann kommt man eines Abends darin bei diesem Ferienhaus an, das nicht aussieht wie in der Beschreibung, aber trotzdem nicht übel ist. Rosmarin im Garten, Eidechsen auf der Mauer und ein Trampelpfad, der erst vorbei an den Mülltonnen führt, dann durch einen Pinienwald und bis zum Strand. Der Urlaub, das ist eigentlich dieser Trampelpfad. Und man ist sehr froh um die Schlappen, wegen der Pinienzapfen. Die Schuhe leiden natürlich: Sand, Sonnencreme, achtloses Reinschlüpfen. Aber sie halten, das Leder bräunt nach, genau wie sein Besitzer. Man zieht sie eigentlich gar nicht mehr aus. Bis zum Tag, an dem man am Knöchel friert. Da muss man sie in den Schrank stellen. Nicht schlimm – nur bis zum nächsten April.

Leder und Farbe nach Wahl: Den Loafer »Driver« von Salvatore Ferragamo kann man jetzt nach Belieben personalisieren.

Foto: Myrzik und Jarisch

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