Altgriechisch für Anfänger

Jeder Klassiker wurde irgendwann einmal erfunden. Bei diesem Rezept für griechische Mangoldfladen ist dieser Zeitpunkt: genau jetzt.

Pita ist das griechische Wort für Fladen. Brote können Pita sein, aber auch Gemüsekuchen. Asmapita sind zum Beispiel kleine Joghurtkuchen mit einer Hülle aus Weinblättern. Das ist praktisch, wenn vom Weinblätterfüllen noch welche übrig sind. In den Packungen sind nämlich immer viel zu viele Blätter für eine Mahlzeit. Außerdem werden Asmapita ohne Teig gebacken – sie sind also vegetarisch, eiweißreich und supergesund. Nach einer Anregung der New York Times habe ich die Weinblätter durch Mangold ersetzt. Das schmeckt auch sehr gut, die Blätter sind zarter als Weinblätter und vor allem schön bunt. Mangold heißt auf griechisch Séskoula, Mangoldfladen müssten demnach Séskoulapita heißen. Die kennt meine Suchmaschine aber nicht und auch der entsprechende Hashtag ist verwaist. Meine Kusine in Athen meint, es gäbe seskoulopita, die wären aber süß und mit Teig. Das alles spricht sehr dafür, das wir hier die Chance haben, einen neuen griechischen Klassiker einzuführen, so ähnlich wie die chinesischen Glückskekse aus Kalifornien längst auch in China gebacken werden. Der Versuch lohnt sich, das Rezept ist sehr einfach, alltags- und partytauglich und es entspricht dem Geist der griechischen Küche.

Mangold-Joghurt-Kuchen

Für 4 Stück:
12-16 schöne mittelgroße Mangoldblätter mit bunten Stielen
1 EL Zitronensaft
5 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
3 EL Pinienkerne
1/2 Bund Zitronenverbene, Minze  oder Dill
6 getrocknete Aprikosen
500 g griechischer Tropfjoghurt (10%)
40 g feines Maismehl
Salz, Pfeffer, Ras el hanout (oder jeweils eine Prise Kreuzkümmel, Zimt und Piment)

Mangoldblätter waschen, die Stiele abschneiden, die Blätter in kochendem Salzwasser 2 Min. kochen. Abschrecken, abtropfen. Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umluft 200 Grad).

Ein oder zwei Mangoldstängel fein schneiden und mit etwas Zitrone und Olivenöl als Salat marinieren. Restliche Stiele später separat verwenden und dann wie ein Gemüse dünsten oder unseren Ofenmangold siehe uralter Ziegenkäse hier damit zubereiten.

Knoblauchzehe mit Schale quetschen, mit Pinienkernen und 1 El Öl rösten, bis die Pinienkerne goldbraun sind, den Knoblauch entfernen. Zitronenverbene zupfen und hacken, die Aprikosen in kleine Stücke schneiden.

Joghurt und Maismehl verrühren, dabei Pinienkerne, Verbene und Aprikosen zugeben und mit Salz, Pfeffer und Ras el hanout würzen.

4 Tarteletteformen (ca. 10 cm Durchmesser, Muffinformen gehen auch, dann werden es eher 8 Küchlein) oder ähnliche kleine Formen mit Öl ausstreichen, jeweils mit drei Mangoldblättern auslegen, die dürfen doppelt oder dreifach liegen und an den Rändern überlappen. Man kann die Küchlein auch einfach eng nebeneinander in eine größere Auflaufform legen, dann werden sie vielleicht nicht ganz so rund und brauchen 5 Min. länger im Ofen, schmecken aber genauso gut. Etwas Joghurtfüllung in die Vertiefungen geben. Mangoldblätter jeweils über der Füllung zusammenschlagen, mit Öl beträufeln und auf einem Backblech auf der untersten Schiene im Ofen 20 Min. backen.

Die kleinen Kuchen aus den Formen nehmen, ein wenig abkühlen lassen und servieren.

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