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Die Sängerin Christine and the Queens im Interview ohne Worte über Michael Jackson, Pansexualität und ihre Lieblingsgeste auf der Bühne.

Geboren 1. Juni 1988 in Nantes
Beruf Sängerin
Ausbildung Studium der Theaterwissenschaft (abgebrochen) Status Guter Typ

Eigentlich war der Rauswurf ihre Rettung: Als Héloïse ­Letissier eines Nachts zutiefst niedergeschlagen in einem Londoner Club saß, weil sie in Lyon aus dem Theaterregie-Studium geflogen war, sprachen sie drei Dragqueens an. Sie wurden in der Folge zu Vertrauten, die ihr erklärten, dass die Bühne nicht nur fürs Theater da ist. Das war 2010, und so entstand Christine and the Queens: Letissier begann zu singen, zu komponieren, vier Jahre später erschien ihr erstes Album, Chaleur Humaine. Mit Christine erschuf sie sich eine Kunstfigur, die so war, wie Héloïse sich wünschte zu sein, aber sich nicht traute: ungeniert, unperfekt, echt. Sie bezeichnet sich als pansexuell (unabhängig vom Geschlecht liebend). Im weiten Hemd flirtet sie auf der Bühne mit den Tänzern und singt: Ich bin jetzt ein Mann, und das lasse ich mir nicht nehmen. Ihr Sound, ihr Tanzstil erinnern an ­Michael Jackson. Vanity Fair erklärte sie 2016 zur einflussreichsten Französin der Welt. Vergangenes Jahr kam das zweite Album, wieder ein Erfolg. Mit Chris, wie sie sich seitdem nennt, etablierte sie ihr neues Alter Ego: die Haare kurz, der Körper muskulöser, ihre Erscheinung selbstbewusster. Chris hat sich von Geschlechterklischees befreit – und die Queens braucht sie jetzt auch nicht mehr.

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