Ringparabel

Einen Ring zu verlieren, macht traurig. Doch die Suche nach dem Schmuckstück kann goldwert sein. Eine Geschichte über die Wanderung.

Ganz schön anhänglich: Ohrringe von Gucci, gesehen bei mytheresa.com.

Foto: Sarah Fürbringer

Vor einigen Wochen war an dieser Stelle ein Ohrring in einer Wattestäbchen-Box zu sehen. Daraufhin ging in der Redaktion die ­Zuschrift einer Leserin ein, die berichtete, dass sie in der gleichen Woche einen lange vermissten Ring wieder­gefunden hatte – nachdem sie schon Fundämter abgelaufen war, Flusensiebe und Tasche durchsucht und das Stück ­abgeschrieben hatte. Der verlorene Ring war in der ­Wattestäbchenbox! Passend dazu war in den Zeitungen zu lesen, dass in München ein verlorener Ehering eine ­größere Suchaktion ausgelöst hat. Er war einem Mann beim Schwimmen in der Isar vom Finger gerutscht, und einen Tag später waren freiwillige Taucher, Metallsondenbesitzer und Schnorchelkinder angerückt, um dem Verzweifelten zu helfen. Gefunden wurde der Ring nicht, aber viele ­andere Sachen, zum Beispiel neue Freunde. Vielleicht muss man es so sehen – manche Dinge beschließen irgendwann, ein bisschen zu wandern. Oder sie wollen Party machen, so wie diese Ohrringe hier. Aber sie sind nicht weg, nur eben … wo-anders.

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