Freilaufend

Über Einkaufswägen, Misstrauen gegenüber der Menschheit und kreative Entfaltung.

Auf Shoppingtour: Sneakers »Bushido II« von La Sportiva. 

Foto: Markus Burke

An viele seltsame Fußnoten des Alltags hat man sich gewöhnt. Man muss deshalb dankbar sein, wenn Neumenschen (i. e. Kleinkinder) gelegentlich darauf aufmerksam machen. Die Schutzgebühr für Einkaufswagen ist so ein Fall. Selbst in tief gelegenen Kellersupermärkten oder abgelegenen Insel-Discountern wird der mündige Bürger heute angehalten, Pfand für den Einkaufswagen zu zahlen. Es ist mitnichten eine Maßnahme, die den Schwund dieser Wagen eindämmen soll – wer sich schon immer einen für den Balkon wünschte, wird sich auch durch die 50 Cent kaum abhalten lassen. Zumal er die ja auch weiter behält. Nein, es ist eine Disziplinarmaßnahme, die sicherstellen soll, dass die Wagen wieder sauber in ihre Reihe geschoben werden. Das Geldstück ist also Symbol des Misstrauens gegenüber der Menschheit. Außerdem hindert es Einkaufswagen an ihrer freien Entfaltung, wie man an diesem seltenen Exemplar sieht. Es konnte sich losreißen und steht seitdem glücklich auf seinen eigenen vier Beinen.