»Ich hoffe, dass mir nicht die ganze Zeit verloren geht«

Tim ist 16 – eigentlich die Zeit, in der man sich ausprobiert und ständig neu verknallt. Aber das geht gerade nicht so gut. Hier erzählt der Jugendliche, wie ihn die Pandemie wieder mit seiner Ex-Freundin zusammengebracht hat, und was er dabei über die Liebe gelernt hat.

»Ich merke auch, dass alles andere für mich viel weniger stressig wird, seit ich wieder Handball spielen darf«, sagt Tim. 

Foto: privat

Jetzt wäre die Zeit, sich auszuprobieren. Es ist vielleicht auch sonst nicht immer leicht, neue Leute kennenzulernen – wobei ich sagen würde, dass ich nie Probleme hatte, Kontakte aufzubauen. Aber weil wegen Corona alles eingeschränkt ist, hat man gerade überhaupt nicht die Möglichkeit dazu. Im Sommer ging das gut mit den Regeln: Da war ich oft mit Freunden an der Isar, da haben wir auch neue Leute getroffen. Mit einigen von ihnen planten wir, in den Ferien wegzufahren

Die Themen sind trotzdem gleich geblieben: Irgendjemand ist immer in irgendwen verliebt. Ich finde auffällig, dass viele, die davor nur gute Freunde waren, sich jetzt näherkommen. Und: Viele haben wieder Kontakt zu ihren alten Freundinnen oder Freunden, auch ich. Irgendwie auch gezwungenermaßen. Was nicht heißt, dass es weniger schön wäre – aber es ist etwas anderes, als neue Leute kennenzulernen. Man musste sich während des Lockdowns eine ganze Zeit mit sich selbst beschäftigen. Das war eine Weile ok, aber

Dadurch, dass man nur wenige Leute treffen durfte, hatte ich mit einigen über den Sommer gar keinen Kontakt. Wir haben uns aber alle persönlich weiterentwickelt, vielleicht auch anders als ohne Corona. Ich hatte das Gefühl, die Leute nach dem Sommer mit einem ganz anderen Blick wiederzusehen: Jeder hatte in der Zwischenzeit so viel Eigenes gemacht, dass die alten Freunde wieder neue Bekannte waren. Anfang Dezember habe ich meine Ex-Freundin, mit der ich zu Beginn des Jahres zusammen gewesen war,

Dass wir wegen Corona gerade nichts zusammen unternehmen können, ist schon schwierig. Natürlich können wir zu zweit was machen, zuhause. Oder wir können kurz mal eine Runde rausgehen. Gelegentlich fahre ich abends zu ihr, das ist auch sehr schön. Bei mir war es zwischenzeitlich recht voll: Meine beiden Schwestern sind eigentlich schon ausgezogen, aber weil uns das mit den Regeln zu unsicher war, sind sie nach Hause gekommen – vielleicht hätten sie sonst lange nicht herkommen dürfen. Da hatten meine

Trotzdem nervt es, dass man nirgendwo rein kann, wenn man draußen unterwegs ist – gerade wenn es kalt ist. Oder mal schön essen gehen. Stattdessen müssen wir immer zu ihr oder zu mir. Was außerdem nervig war, war die Neun-Uhr-Ausgangssperre: Man konnte entweder nach dem Abendessen ganz kurz bei dem anderen vorbeischauen oder gleich dort übernachten. Auch jetzt sind wir wieder sehr eingeschränkt. Zum Glück habe ich noch meinen Sport: Da ich im Leistungsbereich Handball spiele, darf ich seit der

Ich denke, wie wichtig es jemandem ist, während Corona eine Beziehung zu haben, ist Typsache. Aber da man jetzt gezwungenermaßen recht alleine ist, wünschen sich vermutlich mehr Menschen, jemanden an ihrer Seite zu haben. Wir haben seit November wieder Homeschooling – am Anfang hieß es, einen Monat lang, dann ging das immer weiter. Der Austausch in der Schule und in der Freizeit mit meinen Freunden fehlt mir sehr. Und ich fühle mich einfach wohl in großen Gruppen. Aber meinen besten

Mit meiner Mutter hatte ich hier und da kleinere Konfrontationen, weil sie es nicht so toll fand, dass ich immer wieder Leute traf. Manchmal wird übertrieben, wie schlecht es uns Kindern und Jugendlichen geht. Aber da ein ganzes Jahr von unserer gesellschaftlichen Entwicklung eingeschränkt ist, sollte man mehr Verständnis für unsere Entscheidungen haben, was die Auswahl der Freunde und das Ausleben unseres Liebeslebens angeht. Das war jetzt keine große Sache, ich habe mich mit meiner Mutter schon wieder vertragen.

Jetzt, mit 16, wäre es mein erstes Jahr Wiesn gewesen, ich hätte das erste Mal in Bars rein dürfen… Es ist ärgerlich, dass das gerade nicht geht. Klar, alle haben es schwer gerade, und man muss das Beste daraus machen. Aber ich hoffe, dass mir nicht die ganze Zeit verlorengeht und ich alles nachholen kann, wenn es wieder losgeht. Die Beziehung zu meiner Freundin, glaube ich, hält jetzt über die Pandemie hinaus. Corona hat sie vielleicht erstmal kaputtgemacht, aber

Wollen Sie auch Ihre Liebesgeschichte erzählen? Kontaktieren Sie uns unter allesliebe@sz-magazin.de