Für das Herz, für den Bauch, für den Kopf

Lust auf Lesestoff, Musik, einen guten Film, ein tolles Rezept? Hier sind Empfehlungen fürs Wochenende aus der Redaktion des SZ-Magazins.

    Die Tipps von Lisa McMinn, 7./8. Februar 2026

    Für das Herz
    Wer sich mal wieder Herzklopfen wünscht, dem empfehle ich Spinning. Immer mehr Studios bieten die 45-minütige »Rides« an, etwa Rocycle oder Beat 81. Die Räume sind fensterlos, es wummert und blinkt wie im Nachtclub. Aber wenn man erstmal die Schuhe eingeklickt hat und auf der digitalen Tafel seinen Puls mit den Mitfahrenden vergleicht, kann man sich dem Sog nicht mehr entziehen. Danach ist man nass wie ein Lappen und stolz wie Oskar.

    Für den Kopf
    Kniffel geht immer. Auf der Fähre oder in der Bahn, vorm Schlafengehen oder um am Küchentisch die Wartezeit aufs Essen zu verkürzen. Das Würfelspiel ist bei weitem nicht nur ein Glückspiel, schließlich muss man es wagen, auf die ›Große Straße‹ zu pokern, obwohl die 4 noch fehlt, oder entscheiden, was sich mehr lohnt: der Bonus oder ein Viererpasch aus Sechsern? Nebenbei eine gute Gelegenheit, mal wieder Kopfrechnen zu üben.

    Meistgelesen diese Woche:

    Für den Bauch
    Wenn man schwanger ist, verlangt der Bauch ständig nach Snacks. Leider verlangt meiner selten nach Bananen, eher nach Schoko-Bons. Allzu ungesund soll es aber auch nicht sein, es geht schließlich nicht mehr nur um mich. Ich habe einiges ausprobiert. Mein Favorit: Griechischer Joghurt mit zerbröselten Walnüssen und einem Klecks Honig. Proteine, Vitamine, Omega 3, alles drin. Da fragt man sich beim Löffeln, welcher Banause jemals auf die Idee kam, fettreduzierten Joghurt herzustellen.

    Die Tipps von Lara Fritzsche, 31. Januar/1. Februar 2026

    Für den Kopf
    Die dänische Serie Borgen spielt in Christiansborg, dem Regierungssitz des dänischen Parlaments in Kopenhagen. Zumindest drei Staffeln lang ist das so. Dann wechselt das Geschehen nach Grönland. Dort werden große Ölvorkommen entdeckt, deren Erschließung die Insel, die zu Dänemark gehört, sehr reich machen würde. Eine Serienstaffel zur politischen Gegenwart – und hilfreich, um das ebenfalls konfliktreiche Verhältnis Grönland/Dänemark zu verstehen.

    Für das Herz
    Neulich hat mich eine kinderlose Freundin gefragt, was eigentlich für ein Kind spricht. Ich sollte nicht lange überlegen und durfte mich auch nicht mit irgendwas Abstraktem rausreden. Mir fielen sofort die Welten ein, die ich ohne Kind nicht betreten würde, die Einsichten, Absurditäten und der Spaß, die mir verborgen geblieben wären. Die vielen Trampolin-Hallen, die Ekstase im Labubu-Store, Schlittschuhlaufen und dazu Elsa-Songs singen, stundenlang über The Summer I Turned Pretty reden, Hogwarts, Nina-Chuba-Konzerte, blauer Kajal und Latein-Hausaufgaben. Ohne Kind würde ich nur mein Leben leben.

    Für den Po
    Ich kaufe mir ungern nützliche Sachen. Ich stehe unentschlossen grübelnd vor einem Milchschäumer, den ich jeden Morgen benutzen würde, aber kaufe, ohne zu zögern, einen Lippenstift in einer Farbe, die mir nicht steht. Was in meinem Haushalt »fehlt«, identifizieren zuverlässig meine Mutter und meine Tante, die mir nach ihren Besuchen Sachen wie Tortenheber oder Zuckerdosen schenken. Neulich stand ich in einem Fahrradladen – eigentlich extrem sicheres Terrain für meine Kreditkarte – und konnte nicht anders als zuschlagen: ein Pelz für den Fahrradsattel. Für eine grandiose, scheißnützliche Anschaffung!

    Die Tipps von Agnes Striegan, 24./25. Januar 2026

    Für das Herz
    Seit ich mit jemandem zusammen bin, der im Voralpenland aufgewachsen ist, gehe ich wieder Schlittenfahren. Oder, wie er sagen würde: Rodeln. Der Unterschied? Man fährt oft kilometerlange, kurvige Strecken. Und das macht riesigen Spaß. Wo man wann rodeln kann – auch in anderen Teilen Deutschlands und in Österreich – lässt sich über die Seite Rodelfuehrer herausfinden.

    Für den Bauch
    Über meinen Lieblingstee rümpfen Kennerinnen vermutlich die Nase, ich möchte ihn dennoch empfehlen: Sternenleuchten, ein Früchtetee mit Pflaume-Zimt-Aroma. Es gibt ihn in vielen Supermärkten und Drogerien, er wärmt ebenso wie Glühwein oder Kinderpunsch – aber ohne Alkohol oder Zucker.

    Für den Kopf
    Schlafhauben haben eine lange Geschichte, vor allem in der Schwarzen Community. Als weißer Lockenkopf liebe ich meine Schlafhaube dafür, dass sie meine Haare davor bewahrt, über Nacht zu verknoten und frizzig zu werden. Ein echter Gamechanger!

    Die Tipps von Nele Sophie Karsten, 17./18. Januar 2026

    Für den Kopf
    Lily Allen erzählt im Album West End Girl das Ende einer Liebe. Song für Song hören wir vom Umzug nach New York, heimlichen Textnachrichten und schließlich der Entdeckung eines Pussy Palace, dem Sexspielplatz des untreuen Ex. Das ist gute Musik, fantastisches Storytelling und ein Akt der Selbstermächtigung. Allen singt mit zuckersüßer Stimme die Scham weg von der Betrogenen, hin zum Betrüger. Nun will sie das Album vielleicht sogar als Theaterstück adaptieren.

    Für das Herz
    Ein Wort, drei Silben: Warmfreibad. Dampfnebel umhüllt schützend die Köpfe, die vereinzelt aus dem Wasser ragen. 30 Grad Wassertemperatur, 2 Grad Lufttemperatur, herrlich. Ich ziehe meine Bahnen und tauche danach erschöpft ins riesige Whirlpoolbecken ein. Mein Herz klopft schnell, die Düsen sprudeln, die tiefe Sonne scheint mir ins Gesicht. So schlimm ist Winter doch gar nicht!

    Für den Bauch
    Sonntage verbringe ich bis in die Mittagsstunden im Schlafanzug. Dabei esse ich ofenfrische Quarkbrötchen: 500 Gramm Mehl, 500 Gramm Magerquark, 1 Päckchen Backpulver, 1 Ei und 1 Prise Salz vermischen. Den Backofen auf 220 Grad Umluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen und darauf aus dem Teig kleine Brötchen formen. Ausreichend Platz lassen, sie gehen auf. 25 Minuten backen. Noch warm mit Butter und Honig bestreichen.

    Die Tipps von Dorothea Wagner, 10./11. Januar 2026

    Für den Kopf
    Vielleicht lernt man ein Leben lang, was es bedeutet, zu lieben. Zwei meiner Lieblingsfilme zu Liebe sind zart und tastend und wunderschön: Past Lives und Oslo Stories: Liebe.

    Für das Herz
    War ein Tag nicht gut zu mir, schaue ich Mamma Mia 2. Ich bin überzeugt, dass er noch mehr Spaß macht als der erste Teil. In einem Interview hat Stellan Skarsgård einmal erzählt, dass er überrascht war, dass er gar nicht gut singen können musste, um in dem Film mitspielen zu können. Ich glaube, das erklärt die Magie des Films. Es geht sehr um gute Laune.

    Für den Bauch
    Wann immer ich Gemütlichkeit in meinem Leben brauche, weiß ich, dass ich mich auf meinen gusseisernen Schmortopf verlassen kann. Am liebsten mache ich darin ein Rezept, das einst im SZ-Magazin erschienen ist. Dafür schmore ich Auberginen mit Rotwein und Tofu-Hackfleisch im Ofen. Am Ende kommen in Butter geschwenkte grüne Bohnen darauf.

    Die Tipps von Johannes Waechter, 3./4. Januar 2026

    Für den Kopf
    Zum Verdruss meiner Familie, die modernere Musik lieber mag, beschäftige ich mich gerade viel Bach-Kantaten. Diesen gewaltigen Kosmos zu ermessen, wäre eine Lebensaufgabe, glücklicherweise gibt es beim MDR den Podcast »Der Bach-Kanal«, in dem Michael Maul und Bernhard Schrammek Laien wie mir die über 200 Kantaten und viele andere Werke von Johann Sebastian Bach nahe bringen – unterhaltsam, klug und sympathisch.

    Für den Bauch
    Vor kurzem ist Atlas erschienen, das neue Album von Dub Inc. Die französische Band verbindet Reggae mit nordafrikanischen Einflüssen und ist in Frankreich und südeuropäischen Ländern sehr populär, bei uns aber noch nicht. Zu Unrecht! Wenn ich mich trübe und ausgelaugt fühle, drehe ich Atlas so laut auf, dass der Bass richtig schön im Bauch kitzelt. Bläst alles weg, inklusive der Fensterscheiben!

    Für das Herz
    Den Dezember hätten wir geschafft, trotzdem höre ich weiter den grandiosen Countrysong »If We Make It Through December« – das Original von Merle Haggard, einem meiner Helden, die diesjährige Coverversion von Willie Nelson vom Album Willie Sings Merle sowie die Version der Familienband The Wainwrights (mit Rufus Wainwright), die kürzlich im US-TV bei Jimmy Kimmel zu sehen war. Großes Kino – zum Video geht es hier!

    Die Tipps von Lea Sophie Fetköter, 27./28. Dezember 2025

    Für den Kopf
    Auch wenn es Überwindung kostet, starte ich immer mit klarerem Kopf in den Tag, wenn ich mir frühe Termine in den Kalender lege. »Creative Mornings« gibt es weltweit in zahlreichen Städten. Die Idee dahinter ist ein kurzer Impuls, bevor der eigentliche Arbeitstag startet – in Form von Vorträgen von Kreativschaffenden zu unterschiedlichsten Themen und anschließender Diskussionsrunde. Das Ganze ist kostenlos, Kaffee und Gebäck inklusive.

    Für den Bauch
    Die besten Geschenke sind oft die, von denen man gar nicht wusste, dass man sie dringend brauchte. Seit meinem letzten Geburtstag besitze ich das erste Mal einen eigenen Toaster – und liebe ihn! Ich mochte schon als Kind am allerliebsten Brot mit Butter und Salz und freue mich auch jetzt noch über stapelweise Toast mit halbgeschmolzener Margarine (übrigens ein perfekter Mitternachtssnack!).

    Für das Herz
    Meine Freundinnen erwärmen sowieso mein Herz, egal zu welcher Zeit. Sehr empfehlen kann ich aber, mal wieder beieinander zu übernachten. Der Vorteil als Erwachsene ist, dass niemand sagt, wann das Licht ausgemacht werden soll. Das Gefühl, nebeneinander im Bett zu liegen und Gespräche von alberner Leichtigkeit bis zu ganz ernsten Themen zu führen, ist aber noch das gleiche wie früher.

    Die Tipps von Marc Schürmann, 20./21. Dezember 2025

    Für den Kopf
    Vor drei Jahren fing ich an, Italienisch zu lernen. Sprachen fielen mir immer leicht. Diese nicht. Das ewige Konjugieren! Verben können auf mehr Arten enden, als Italien Einwohner hat. Dass ich trotzdem Fortschritte mache, verdanke ich auch dem »Sprachkalender Italienisch 2025« von Harenberg, von dem ich derzeit die letzten Blätter abreiße. Jeden Tag ein kleiner Text, eine kleine Übung. War ein Weihnachtsgeschenk meiner Schwiegereltern. Sollten sie mitlesen: Es hat mir, hüstel, sehr gefallen, zwinker.

    Für den Bauch
    Es ist unter allen Aufgaben als Eltern nicht die leichteste, Vitamine in die Kinder hineinzubekommen. Als recht einfach und zudem billig hat sich das Wrappen erwiesen: Man kaufe ein paar Wrap-Teigfladen (sehe ich in fast jedem Supermarkt), dazu stelle man zerkleinerte Salatgurke, Essiggurke, Paprika, Tomate, Blattsalat, Zwiebeln zwecks Hineinrollen bereit, vielleicht noch Avocado, irgendeine Sauce, fertig: Die Kinder mögen das Selbermachen und aus Versehen auch die Vitamine.

    Für das Herz
    Wenn ich krank darniederliege, schaue ich viele Filme. Was mir halt so einfällt, oder was die Streamingdienste mir so vorschlagen. Unter diesen Vorschlägen ist nicht wenig Mist. Aber da sind auch Glückstreffer. So einer war letztens Lucy. Scarlett Johansson spielt eine Frau, die unfreiwillig eine Droge nimmt, dank der sie 100 Prozent ihrer Hirnkapazitäten nutzen kann. Um dem Film zu folgen, reicht zugegebenermaßen auch weniger, aber: originell, durchdacht, unterhaltsam.

    Die Tipps von Jonas Junack, 13./14. Dezember 2025

    Für den Kopf
    Die Radiojournalisten Nils Schniederjann und Sebastian Friedrich haben unter dem Titel »Deutsches Denken – Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik« eine vierteilige Serie für den Deutschlandfunk produziert. Herausgekommen ist eine so dichte und tiefe Analyse der rechten Ideengeschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg, wie ich sie bis dato nirgendwo gehört oder gelesen hatte.

    Für den Bauch
    Ein Freund von mir wurde in einem Sternerestaurant zum Koch ausgebildet. Und weil er weiß, dass ich Tomaten liebe, verriet er mir kürzlich einen Trick für die Winterzeit: Auf dem Boden einer jeden Tomatendose ist eine dreistellige Nummer abgedruckt, die den Tag der Ernte angibt. Tomaten werden reif zwischen Juni und September, also etwa an Tag 190 bis 250. Viel Spaß mit dem Dosenbodenvergleich beim nächsten Supermarkteinkauf.

    Für das Herz
    Ein Ticket für eine offizielle Stadtrundfahrt kostet in Berlin zwischen 25 und 30 Euro. Aber pssst, die kann man sich sparen! Wer clever ist, steigt irgendwo auf der langen Strecke zwischen Hermannplatz und Grunewald in die Buslinie M29, und setzt sich auf die Plätze ganz vorn im Obergeschoss. Der Doppeldeckerbus durchquert in einer guten Stunde den Norden Neuköllns, Kreuzberg, Mitte und den Berliner Westen. Kostenpunkt 3,80 Euro.

    Die Tipps von Dana Packert, 6./7. Dezember 2025

    Für den Kopf
    Ich bin eher Typ Draußensport, aber jetzt, wo es kalt, usselig und vor allem dunkel ist, muss ich mir etwas anderes überlegen. Nach Jahren des Abwägens ist bei mir nun ein Rollentrainer fürs Rennrad eingezogen. Ich finde sowas eigentlich viel zu teuer und zu sperrig und zu groß – aber freue mich jetzt jedes Mal darüber, wenn ich damit in die Pedale treten kann und mit dem Schweiß auch alle schweren Winter-Gedanken heraustropfen.

    Für den Bauch
    Mein liebster Wintercocktail besteht aus (selbstgemachtem) Salbeisirup, Grapefruitsaft, Bitter, (alkoholfreiem) Sekt, hinein kommt noch ein großer Eiswürfel und ein Blättchen Salbei. Schmeckt kräutrig-fruchtig, ein bisschen gesund – auf jeden Fall wohltuend. Und ich rede mir ein, dass mir der Drink helfen wird, ohne Erkältung durch den Winter zu kommen.

    Für das Herz
    Vor ein paar Jahren habe ich The Happiness Project von Gretchen Rubin gelesen: Die Autorin unternimmt darin wissenschaftlich fundierte Selbstversuche, um mehr Zufriedenheit und glückliche Momente in ihr Leben zu bringen. Es ging mir in dieser Zeit nicht besonders gut, und der pragmatische, konstruktive Ansatz, mit Kleinigkeiten mehr Freude in den Alltag zu integrieren, hat mir damals viel gegeben. Auch in Rubins Podcast Happier gibt es viel Pragmatismus, der zwischendurch einfach guttut.

    Die Tipps von Trisha Balster, 29./30. November 2025

    Für das Herz
    Vor ein paar Jahren schrieb ich im Dezember nahen und fernen Freunden Weihnachtskarten, es herrschte Corona. Ich hatte sie bei einer Illustratorin aus meiner Nachbarschaft bestellt, die einen Aushang an meine Haustür geklebt hatte. Auf die Karten schrieb ich nur ein paar Worte und frohe Weihnachten. Aber meine Freundinnen und Freunde schrieben mir voller Freude bei WhatsApp zurück. Dieses Jahr will ich wieder zum Stift greifen.

    Für den Bauch
    Als Norddeutsche suche ich in Süddeutschland auf jedem Weihnachtsmarkt vergeblich nach Schmalzgebäck, was in meiner Heimat Hamburg jede zweite Bude verkauft. Im Grunde ist es nur frittierter Teig, schmeckt mit Puderzucker bestreut aus einer zerknitterten Tüte aber sehr viel aufregender. Zum Glück kann man die kleinen Würfel gut selbst machen: Man benötigt nur die gängigen Backzutaten und etwas Geduld. Rezepte gibt es zahlreich online.

    Für den Kopf
    Ich höre kaum Podcasts, aber seit neustem freue ich mich jede Woche über eine Folge von Good Hang. Darin spricht die amerikanische Comedienne Amy Poehler mit anderen Comediennes und Schauspielern, meistens kennen sie sich sowieso gut, und genau so fühlt man sich auch beim Anhören: als würde man zwei Freunden zuhören, die miteinander abhängen und sich dabei die Hälfte der Zeit schlapplachen. Besonders lohnt sich der Podcast für Fans von Poehlers Serie Parks and Recreation, von der sie schon mindestens den halben Cast eingeladen hat.

    Die Tipps von Michael Ebert, 22./23. November 2025

    Für das Herz
    Kinder sind anstrengend … aber auch sehr gute Unterhaltung. Meine drei Teenager erstellen auf dem Spotify-Familienaccount regelmäßig Playlisten, die sie an guten Tagen mit der Familie teilen. Auf schönste Weise geben die Lieder Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Kinder, und nebenbei entdeckt man dabei musikalische Perlen wie Wings der britischen Sängerin Birdy oder freut sich, dass Billy-Joel-Klassiker plötzlich wieder ins Leben schweben.

    Für den Kopf
    Die Abende werden kälter und länger, beste Serienzeit. Neben Call My Agent auf Disney Plus, der lustigsten deutschen Serie seit Liebling Kreuzberg, empfehle ich Pluribus auf Apple TV – eine Art postapokalyptische schwarze Komödie von Vince Gilligan, dem Erfinder von Breaking Bad. Hier wird die Menschheit von einem außerirdischen Virus befallen, und plötzlich ist die Menschheit verrückt gut drauf – mit Ausnahme der misanthropischen Schriftstellerin Carol Sturka. Toll!

    Für den Bauch
    Von mir aus kann nach dem Hauptgericht Schluss sein, ich bin eher kein Nachtisch-Typ. Im tollen Restaurant Landersdorfer & Innerhofer in München habe ich aber schon vor Jahren mal ein Basilikumsorbet als »kleinen Zwischengang« serviert bekommen – sozusagen als vorgezogenen Nachtisch. Kluger Schachzug der ebenso großartigen wie sympathischen Gastronomen. Und gar nicht so schwer, zuhause nachzumachen. Sehr gut, selbst wenn's nicht ganz so perfekt wird wie von den Profis.

    Die Tipps von Lisa Hingerl, 15./16. November 2025

    Für das Herz
    Bei langen Autofahrten stellt sich bei meinem Freund und mir immer die Frage: Wer fährt – und wer ist DJ? Richtig in einem Club aufzulegen, wie es ein paar meiner Freunde machen, würde ich mich nicht trauen. Aber beschränkt auf ein Auto macht es mir Spaß. Manchmal ist dann die Fahrt an sich schon das Schönste am Unterwegssein.

    Für den Kopf
    Vor Kurzem habe ich den Film North by Northwest aus dem Jahr 1959 angeschaut. Allein die von den Designern Saul und Elaine Bass gestaltete Titel-Sequenz ist ein kleines Meisterwerk – und setzt den Ton für den darauffolgenden Film. Heute wirken solche langen Sequenzen fast schon entschleunigend.

    Für den Bauch
    Tofu hat bei manchen immer noch den Ruf, langweilig zu schmecken. In meinem Heimatort am Ammersee gibt es am Wochenmarkt den von mir geliebten »Tofu-Stand«. Dort gibt es Bio-Tofu, den das Besitzerpaar aus regionalen Soja-Bohnen selbst herstellt. Mein Favorit: Sesam-Curry und »Jo-fu«, ein fermentierter Tofu mit Schwarzkümmel.

    Die Tipps von Kerstin Greiner, 8./9. November 2025

    Für das Herz
    Wer in den 1980er Jahren Ski gefahren ist, kam am neonfarbenen Schneehemd von Elho nicht vorbei: Der Blouson sauste in Neongelb, -pink, -grün über die Piste, ich trug dazu Jeans, wasserfeste Stulpen über den Skistiefeln und farbige Sonnencremestreifen im Gesicht. Jetzt ist die Marke neu aufgelegt worden: in leuchtenden Farben und mit Künstler- Kooperationen wie mit Jean-Michel Basquiat. Das Lebensgefühl von damals, neu übersetzt.

    Für den Kopf
    Die App Pfandgeben verbindet Menschen, die das Pfand ihres Leergutes spenden wollen, mit jenen, die auf Flaschensammeln angewiesen sind: Man gibt kostenlos in die App ein, wo und wann wie viele Flaschen und Dosen abgeholt werden sollen. Ein Klick, ein Treffpunkt, so profitieren alle. Eine simple Idee, aber ebenso wirkungs- wie würdevoll. Pfandgeben im App Store.

    Für den Bauch
    Anstelle des pappig-süßen Glühweins mit Kopfschmerzgarantie empfehle ich für diese Wintersaison »Glüh Gin«: Orangensaft mit Apfelsaft und Gewürzen wie Zimtstangen, Sternanis, Nelken mischen und in einem Topf etwa 20 Minuten erwärmen, ohne zu kochen, dann Gin dazugeben. Schmeckt auch mit anderen Obstsäften und Beigaben wie Ingwer, Piment, Kardamom, Rosmarin, Wacholderbeeren oder Thymian.

    Die Tipps von Beate Zollbrecht, 1./2. November 2025

    Für den Kopf
    Die Auswahl (und die Kosten) diverser Streaming-Anbieter überforderten mich zuletzt so sehr, dass ich beschloss, alles zu kündigen. Seitdem besinne ich mich wieder auf den Newsletter von »Shelfd«, der einmal pro Woche etwa sechs kostenlos zugängliche Serien und Filme aus Mediatheken empfiehlt. Ausgesucht von echten Menschen, nicht vom Algorithmus.

    Für den Bauch
    Seit letztem Winter fülle ich meine Butter immer in ein »französisches Butterfass« um, anstatt sie in den Kühlschrank zu legen. Das ist zugegeben etwas nervig, weil man die Butter in den oberen Teil des Gefäßes drücken und den unteren Teil mit der richtigen Menge an Wasser befüllen muss, aber das Ergebnis ist faszinierend: Butter, allzeit streichzart und genauso lange haltbar wie die Butter, die im Kühlschrank hart wird.

    Für das Herz
    Cartoons über zwanghaftes Bouldern, die allseits beliebten Nabelschnur-Alben oder den nervigen Supermond von gestern Nacht – Hannes Richert auf Instagram folgen und laut loslachen, bitte! Der Account des Cartoonisten macht glücklich.

    Die Tipps von Marc Baumann, 25./26. Oktober 2025

    Für das Herz
    Leider habe ich keine Karten mehr bekommen für das Konzert der kalifornischen Band Black Rebel Motorcycle Club in München im November. Die Band geht auf Jubiläumstour mit ihrem 20 Jahre alten (tollen, tollen) Album Howl. Vielleicht kriegen Sie noch Karten? Sonst bleibt als Trost und Tipp nur, das Album noch mal zu hören.

    Für den Kopf
    Ach, Amerika. In meinem Feed tauchte zwischen Videos von ICE-Verhaftungen eine Rede von James Talarico auf. Talarico ist weiß, jung, Texaner, sehr bibelfest und kandidiert für den Senat. Er zeigt MAGA-Politikern in Rededuellen gerne, wie unchristlich sie handeln, klagt machthungrige Milliardäre an und plädiert zu bedingungsloser Nächstenliebe. Die New York Times lobt ihn und Joe Rogan lud ihn in seinen Podcast ein. Ein künftiger US-Präsident?

    Für den Bauch
    Dieses Pasta-Rezept hat meine Frau mit viel Überredungskunst von einer alten italienischen Köchin bekommen. Es ist einfach, günstig und schnell zubereitet. Knoblauch und Sardellen mit Olivenöl in einem Topf sanft erhitzen, bis der Knoblauch glasig wird und die Sardellen schmelzen. Gute, ganze Dosentomaten dazugeben und etwas Sahne. Alles kurz pürieren. Parmesan reiben und nicht zu wenig Petersilie sehr klein hacken. Beides in die Soße geben, kurz erhitzen, zack, fertig. Spaghetti passen gut dazu.

    Die Tipps von Marius Buhl, 18./19. Oktober 2025

    Für das Herz
    In letzter Zeit kam toller Sport im Fernsehen, Basketball-EM und Leichtathletik-WM zum Beispiel. Und mal wieder habe ich mich gefragt: Warum schauen alle immer nur Fußball, wo die anderen Disziplinen so viel cooler sind? Über den Leichtathleten Owen Ansah, den schnellsten deutschen Hundertmeterläufer aller Zeiten, hat das ZDF zudem gerade eine tolle Doku veröffentlicht. Bei den Szenen mit seinem Vater kamen mir sogar die Tränen.

    Für den Kopf
    Womit man mich immer kriegt: gut geschriebene Natur-Sachbücher. Der britische Nature Writer Robert Macfarlane etwa ist der König dieses Genres, ebenso lesenswert fand ich aber das gerade auf Deutsch erschienene Buch »Bis zum Grund der Welt« von Laura Trethewey, in der sie das Rennen um die Kartierung (und Ausbeutung) des Meeresbodens erzählt.

    Für den Bauch
    Das erste Blatt, das vor unserem Haus vom Baum fällt, ist mein Signal: It’s Käsefondue-Season! Beim Rezept halte ich mich an den Schweizer Käse-Maître Rolf Beeler: 300 Gramm Gruyère-Käse, 300 Gramm Vacherin, dazu 150 Gramm würziger Bergkäse. Das Ganze mit etwas Weißwein und Maizena (Maisstärke) anrühren und einen Tag im Kühlschrank stehen lassen. Abends ganz sachte aufkochen und cremig rühren. Dazu leichtes Weißbrot, Essiggürkchen oder anderes eingelegtes Gemüse servieren.

    Die Tipps von Mareike Nieberding, 11./12. Oktober 2025

    Für das Herz
    Wir waren diesen Sommer auf zwei Festivals, worauf wir als junge Eltern ziemlich stolz waren. Gut, beim zweiten waren wir nur einen Abend, und zwar ihretwegen: Fuffifuffzich. Hinter diesem leicht bekloppten Künstlernamen verbirgt sich die Schauspielerin Vanessa Loibl. Ihre Musik ist ein wenig so, als würde Falco auf einem Elektrofestival Italo-Pop singen, ihre Texte strotzen vor lustigem Denglisch und seit ich sie entdeckt habe, höre ich nichts anderes mehr.

    Für den Kopf
    Wenn Schriftsteller als Wunderkinder bezeichnet werden, schrillen meine Alarmglocken. Auch weil diese Wunderkinder komischerweise oft Männer sind, die von Männern als solche bezeichnet werden. Womit wir bei Nelio Biedermann wären, dem 22-jährigen Schweizer, der mit Lázár einen beeindruckenden Roman über seine adelige ungarische Familie zwischen Habsburgern, Nazizeit, Enteignung und Flucht vorgelegt hat. Man kann das Buch wirklich nicht aus der Hand legen – das ist doch eine ganze Menge!

    Für den Bauch
    Am Wochenende waren wir bei einem befreundeten Paar eingeladen und auf dem Tisch wartete schon der Maulwurfskuchen. Ja, Maulwurfskuchen, mit Banane drin, genauso wie auf dem Kindergeburtstag meiner Freundin Lena im Jahr 1995. Ewig nicht gegessen, direkt verschlungen. Zum Abendbrot gab’s dann Lauchcremesuppe mit Hackfleisch, in die ich zwei ganze Packungen Schmelzkäse reinrühren durfte. Und am Ende des Tages blieb nur eine Frage: Warum sind wir je zu Ottolenghi abgebogen?

    Die Tipps von Dirk Schönlebe, 4./5. Oktober 2025

    Für das Herz
    Die TV-Serie Modern Family behandelt alle Themen eines menschlichen Lebens, und weil Lachen ja gesund ist, nutzt sie dem Herzen sicher mehr als all die Superfoods, die ständig neu herausgebracht werden. Eine Folge dauert um die zwanzig Minuten und dass Modern Family vor fünf Jahren eingestellt wurde, sollte Thema auf jedem Kardiologen-Kongress sein.

    Für den Bauch
    »Schiri, war doch klar Abseits!«, hört man permanent in Bundesligastadien wie auch beim Spiel in der Kreisklasse. Ebenso wie »klar Foul«, »klar aus« oder deutlich Schlimmeres. Vielleicht lehrt die zweite Staffel von Unparteiisch den geneigten Fan, dass das eigene Bauchgefühl auch mal trügerisch sein kann – die sehenswerte Serie begleitet Schiedsrichter und eine Schiedsrichterin durch die Saison 2024/25. Zu sehen in der ARD-Mediathek.

    Für den Kopf
    Vor kurzem las ich Käsebier erobert den Kurfürstendamm von Gabriele Tergit, erschienen 1931. Georg Käsebier ist Volkssänger und bald Spielball von Interessen, die mit seinem eigentlichem Beruf nichts mehr zu tun haben. Der Roman lohnt sich wegen der Beschreibung Berlins am Ende der Weimarer Republik und auch, weil die Themen Populismus, stupider Kapitalismus und Karrieren, die nicht mehr in Zusammenhang mit Talent stehen, hochaktuell sind.

    Die Tipps von Verena Haart Gaspar, 27./28. September 2025

    Für den Bauch
    Für einen Menschen, der bis zu seinem 25. Lebensjahr Fisch nur in rechteckiger und panierter Form gegessen hat, habe ich es kulinarisch weit gebracht. Mittlerweile liebe ich gegrillte Sardinen und bereite sogar Miesmuscheln zu. Einfach Zwiebel- und Chorizowürfel mit etwas Olivenöl anschwitzen, Muscheln hinzugeben und mit Weißwein ablöschen. Köcheln lassen, bis sich die Schalen öffnen, dann Crème fraîche in den Sud rühren, mit Petersilie bestreuen und mit Baguette zum Sauce Tunken servieren.

    Für den Kopf
    Ich bin großer Fan von Erich Kästner, habe aber erst in diesem Jahr Mascha Kaléko entdeckt, als mir eine Freundin Das lyrische Stenogrammheft von ihr schenkte. Kaléko lebte in den 1920er und 1930er Jahren wie Erich Kästner in Berlin und vermochte wie er, mit wenigen Worten Großes zu sagen. Es sind Gedichte, die mich 100 Jahre später durch ihre schlichte Wahrheit immer noch umhauen.

    Für das Herz
    Es gibt diese Bands, die einem aus der Seele sprechen. So ging es mir zumindest, als ich Mola im vergangenen Jahr zufällig auf einem kleinen Musikfestival zum ersten Mal habe spielen hören. Die teilweise melancholischen und verletzlichen Texte wirken durch die raue Stimme von Sängerin Isabelle Streifeneder nie kitschig. Im November ist die Band auf Tour durch Deutschland und Österreich, und am 22.11.2025 im Muffatwerk in München bin ich natürlich dabei.

    Die Tipps von Max Fellmann, 20./21. September 2025

    Für den Bauch
    Im Urlaubshotel neulich habe ich die Übungsstunde »Liquid Challenge« probiert: Yoga auf Surfboards im Pool. Ja, ich bin viel ins Wasser gefallen. Ja, ich habe viel geflucht. Aber als ich am Schluss tatsächlich eine fehlerfreie Kerze auf dem schwankenden Brett hingekriegt habe, war ich stolz. Und meine Bauchmuskeln haben mir noch zwei, drei Tage lang davon erzählt.

    Für den Kopf
    Die Schule geht wieder los, und wie jedes Jahr nehme ich mir vor, in manchen Fächern mein Wissen aufzufrischen und einfach bei den Kindern parallel mitzulernen. Einfach. Haha. Natürlich bin ich viel zu inkonsequent, und mein Italienisch wird nach vier Wochen exakt so mittelgut sein wie jetzt. Aber nächstes Schuljahr dann wirklich. Wirklich.

    Für das Herz
    Der Sommer kommt nicht mehr zurück, vorbei, vorbei. Dafür vorfreue ich mich jetzt auf die heimlich ja doch schönste Jahreszeit, den goldenen Oktober: wenn die Sonne schräg durchs bunte Laub sticht, wenn es mittags noch mal halbwarm wird, wenn die Tage sanft dahinfließen wie die Songs auf einem Nick-Drake-Album. Und natürlich dann auch gleich Nick Drake hören bis mindestens Weihnachten.

    Die Tipps von Agnes Striegan, 13./14. September 2025

    Für das Herz
    Von einem Freund habe ich eine Art Malen für Zahlen für Erwachsene geschenkt bekommen – nur mit kleinen, bunten Stickern, mit denen man die nummerierten Flächen beklebt. Funktioniert sehr gut für alle, die wenig Platz für Chaos haben. Ich höre beim Stickern gerne Podcasts und werde dabei ganz ruhig.

    Für den Bauch
    Ich esse gerne, koche aber nicht so gerne. Deswegen mag ich Rezepte, die so einfach sind wie dieses für Tomatenbutter: (Vegane) Butter, ein wenig Tomatenmark und gepressten Knoblauch verrühren – fertig ist ein Aufstrich, den man auch gut zu einem Picknick oder Grillfest mitbringen kann.

    Für den Kopf
    Ich lese viel, aber ein Buch wie Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen ist mir noch nie untergekommen. Darin erzählt Lucie Rico die Geschichte von Hannah, die nach dem Tod ihrer Mutter auf deren Hof zurückkehrt, um die letzten Hühner zu schlachten. Als sie beginnt, Nachrufe auf die Verpackungen zu drucken, landet sie einen unerwarteten Marketinghit – und ihr Leben gerät aus den Fugen.

    Die Tipps von Michaela Rogalli, 6./7. September 2025

    Für das Herz
    Vor Kurzem war ich zum ersten Mal in einer Rollschuh-Disco! Eigentlich sollte ich nur die Nichten einer Freundin begleiten, aber als ABBA lief, habe ich mich auch auf die Bahn gewagt. Anfangs musste mich die Freundin an der Hand durch die Halle ziehen, bis mir ein Könner, der amüsiert von meinem Straucheln war, den richtigen Bewegungsablauf demonstrierte. Ich werde wieder kommen – beziehungsweise rollen!

    Für den Bauch
    Im Sommer ist auch ohne Reisen der Freizeitstress vorprogrammiert. Weil ich selten Zeit zu kochen hatte, habe ich unabsichtlich zwei »Rezepte« aus meiner Kindheit wiederbelebt: Grießbrei mit Kirschen (oder noch simpler: mit Zimt und Zucker) und Knäckebrot mit Käse. Die Zubereitung ist nicht der Rede wert, aber der Geschmack erinnert mich his heute an die Ferien, die ich früher bei den Großeltern verbracht habe.

    Für den Kopf
    Seit diesem Festival-Sommer habe ich die Band MaidaVale auf meiner Playlist. Die vier Schwedinnen bewegen sich gekonnt durch Genres wie Krautrock, Blues und Post-Punk. Wer experimentelle und psychedelische Musik im Stil der 60er und 70er mag, sollte sich ihre Platte Sun Dog anhören oder einen Rockpalast-Auftritt aus dem Jahr 2020 anschauen, zu finden in der WDR-Mediathek.

    Die Tipps von Annabel Dillig, 30./31. August 2025

    Für das Herz
    Die Kirche und ich, wir haben uns etwas auseinandergelebt. In den Gottesdienst gehe ich nur noch selten. Wenn ich die Liturgie oder die Musik zu sehr vermisse, höre ich die Cäcilienmesse von Charles Gonoud. Das ist natürlich auch Gottesdienst: erhebend, poetisch, mit einem Hang zum katholisch-bombastischen. Beim »Credo« weiß ich dann immer: Richtig raus bin ich noch lange nicht.

    Für den Bauch
    Ich bin neulich mal wieder vom 5er gesprungen und habe im Gefühl, dass es diesen Spätsommer noch eine Stufe höher geht. 7er, in meinem Alter, warum nicht. Oder Hochseilgarten? Auch diese Brücke am Flaucher, von der Jugendliche in die Isar springen, reizt mich seit Jahren. Mein Tipp fürs Wochenende: sich mal wieder überwinden. Eine Mutprobe. Schiffschaukel mit Überschlag. Für dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst.

    Für den Kopf
    Garteninfluencer sind das freundliche, erdverschmierte Gesicht von Social Media. Selbst wenn Sie keinen Garten haben, würde ich Ihnen raten, welchen auf Instagram zu folgen. Die @staudenprinzessin nimmt sich und ihren fehlenden Perfektionismus aufs Korn. Viel lernen kann man auch bei @leichtergarten und @horst_sein_schrebergarten. Allen ist die innere Gelassenheit gemein, zu wissen, dass Schnecken die Welt beherrschen und jeder Garten immer nur geliehen ist.

    Die Tipps von Thomas Bärnthaler, 23./24. August 2025

    Für das Herz
    Vor ein paar Wochen bin ich bei einer Krimiserie aus den Sechzigern hängengeblieben: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger. Der bärbeißige Inspektor Wanninger löst Kriminalfälle, in den Nebenrollen die besten Volksschauspieler ihrer Zeit: Maxl Graf, Ruth Drexel, Gustl Bayrhammer, ein Halbstarker namens Helmut Fischer. Sehenswert auch das schwarzweiße Dorf München, das sich einbildet, bald Weltstadt zu sein.

    Für den Bauch
    44 Saucen umfasst das Sortiment des thailändischen Herstellers Flying Goose Sriracha, fast alle haben wir schon probiert. Meine persönlichen Favoriten sind Smokey und Black Pepper, meine Frau schwört auf Long Coriander, während die Tochter sich langsam zur todesscharfen Blackout vorgearbeitet hat. Nur der Neunjährige bleibt immer bei der gleichen: der süßen, chilifreien Hoisin-Sauce.

    Für den Kopf
    Der Schriftsteller Rainald Goetz ist bekannt für sein tagebuchartiges Schreiben. Seit November 2024 ist er bei Instagram aktiv und postet dort jeden Tag ein Foto, kommentiert Politik, Kultur und Zeitgeschehen, gibt Einblicke in seinen Alltag oder dichtet einfach so vor sich hin. Mal lapidar, mal beobachtend, mal tastend nachdenkend. Und natürlich rutschen ihm auch steile und streitbare Thesen raus.

    Die Tipps von Johannes Waechter, 16./17. August 2025

    Für das Herz
    Seit ich erleben durfte, wie die 97-köpfige Bigband der Schule meiner Tochter eine fantastische Version von Skyfall spielte, frage ich mich, welches der beste James-Bond-Song ist. Tatsächlich Skyfall? Goldfinger, Live And Let Die, We Have All The Time In The World? Oder doch das James Bond Theme mit dem ikonischen Gitarrenriff, für dessen Einspielung der Gitarrist Vic Flick 1962 mit £6 entlohnt wurde?

    Für den Bauch
    Wie ein Verdurstender in der Wüste lechze ich seit Jahren nach einer guten Filmkömodie mit viel Slapstick, absurden Gags, gut gemachter Situationskomik. Jetzt endlich: Die nackte Kanone! Das Remake mit Liam Neeson ist genauso lustig wie die Originalfilme mit Leslie Nielsen, schon in den ersten zehn Minuten habe ich mehr gelacht als in allen deutschen Komödien (Kino & TV) der vergangenen Jahre.

    Für den Kopf
    Weil meine Augen Kontaktlinsen nicht mehr so gut vertragen, schaue ich mir viele Vintage-Brillen im Internet an und überlege, welches Modell mir stehen würde. Besonders hingezogen fühle ich mich – dieses Geständnis fällt mir nicht ganz leicht – zum Helmut-Kohl-Look der späten Achtziger. Angeblich trug »Birne« damals das Modell »Metzler 768«. Stimmt das? Weiß jemand genaueres?

    Die Tipps von Jakob Feigl, 9./10. August 2025

    Für das Herz
    Zehntausend Schallplatten von Folk über Psychedelic bis Disco und New Wave hinterließ ihr Vater der kanadischen Musikerin Jula. Jeden Tag wählt sie eine davon aus und veröffentlicht eine kurze, äußerst charmante Videorezension auf Instagram und TikTok. Julas Videos sind in gewisser Weise eine Fortsetzung des Traums ihres verstorbenen Vaters: mit jedem, der zuhören wollte, über die Musik zu plaudern, die er liebte.

    Für den Kopf
    Ich bin am Rand der Holledau aufgewachsen, ganz in der Nähe des niederbayerischen Dorfes, wo der Roman Es glühen die Menschen, die Pferde, das Heu von Marianne Hofmann spielt. Erzählt wird die Geschichte der Bauern- und Gastwirtstochter Marianne in den Vierziger-und Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts – eine ländliche Jugend, beschrieben ganz ohne Verklärung, aber in einer eindringlichen Sprache voller poetischer Bilder.

    Für den Bauch
    Dreißig Jahre lange mochte ich kein Eis essen und habe stattdessen lieber eine Zigarette geraucht. Aber jetzt, wo ich mit dem Rauchen aufgehört habe, schmeckt mir das Eis wieder. Jedes Jahr wird die Liebe größer, und jedes Jahr habe ich eine andere Lieblingsorte: Letztes Jahr war es Salzkaramell, dieses Jahr ist es der Klassiker – Vanille.

    Die Tipps von Lisa McMinn, 2./3. August 2025

    Für den Bauch
    Bei einer Party braucht's immer ein Grundlagengericht, also ein Gericht, auf das man trinken kann. Es kann gar nicht zu deftig sein, aber zu viel Fleisch essen will man ja auch nicht. Also backe ich Zwiebelkuchen mit veganen Schinkenwürfeln, man kann sie bei jedem Rezept einfach austauschen. Goldbraun angeschwitzt merkt selbst Onkel Klaus nicht mehr, dass das kein Schwein ist. Für die Zubereitung setze ich meine Schwimmbrille auf. So schaffe ich es, ein ganzes Kilo in feine Scheiben zu schneiden, ohne eine Träne zu vergießen.

    Für den Kopf
    Bapu ist verrückt, sagt ihre Familie. Bapu ist heilig, sagen ihre Anhänger im Tempel. Ich bin wahnsinnig, schreibt Bapu in ihr Tagebuch, aber darin liegt keine Verzweiflung. In Sich selbst fremd erzählt Rachel Aviv, Redakteurin des New Yorker, die Leben von fünf Menschen in psychischen Ausnahmezuständen nach, darunter ihr eigenes. Wo fängt psychische Krankheit an, wo hört Normalität auf? Gibt es überhaupt eine Grenze? Und wer definiert sie? Ärztinnen? Psychologen? Die Betroffenen selbst? Ein irres Buch.

    Für das Herz
    Wenn mir alles über den Kopf wächst und ich die Augen vor der Welt verschließen möchte, tue ich genau das: Ich greife mir mit beiden Händen ins Gesicht, drücke sanft mit den Daumen die Ohren und mit den Zeigefingerspitzen die Augenlieder zu. Dann brumme ich. »Bhramarin«, Bienensummen, heißt diese Atemübung aus dem Yoga. Die Vibration hallt einem durch den ganzen Schädel, Denken wird undenkbar. Ein paar Mal tief einatmen, brummend wieder aus. Was war nochmal?

    Die Tipps von Theresa Hein, 26./27. Juli 2025

    Für das Herz
    Seit Juni höre ich in Dauerschleife das aktuelle Album Lotus der Londoner Rapperin Little Simz. Besonders die erste Singleauskopplung Flood lässt mich nicht los. Im Refrain unterbricht der nigerianische Sänger Obongjayar Little Simz’ Rap mit einer gebetsartigen Hoffnung: »As I walk this wicked ground / Keep me away from the devil’s palm.« Schadet ja nie, egal, an welche höhere Macht man so etwas richtet.

    Für den Bauch
    An heißen Sommertagen gibt’s nichts besseres als kalten Gurkensalat. Meine zwei Lieblingsvarianten: Dick aufgeschnittene Gurkenscheiben, Sojasoße, kleingehackte Cashewnüsse und geraspelter Ingwer, wie in meinem tibetischen Lieblingsrestaurant. Oder dünn gehobelte Gurken mit einem Dressing aus Balsamico Bianco, Öl, Salz, Pfeffer, Dill (wenn daheim) und Sahne (unbedingt! Sahne!), wie bei meiner Mutter. Passt übrigens beides sehr gut zu Salzkartoffeln.

    Für den Kopf
    Das letzte Buch, das ich ausgelesen habe, war Die Rückseite des Lebens von der französischen Schrifstellerin und Regisseurin Yasmina Reza. Die Kapitel schildern entweder tief bewegende Beobachtungen von Strafprozessen oder Gespräche von Reza mit engen Freunden. Was daran so schön ist: Ihre Beobachtungen scheinen einfach, sind es aber ganz und gar nicht, deswegen lassen sie einen nur schwer los.

    Die Tipps von Lara Fritzsche, 19./20. Juli 2025

    Für den Kopf
    Ich bin eine sture Person. Wenn ein Schriftsteller von allen als besonders gefeiert wird, dann bin ich gleich mal skeptisch. Wie kann etwas gut sein, das so vielen gefällt. Was solch große Schnittmengen aufweist, kann doch nur beliebig sein. Als ich anfing zum Spaß zu lesen, war das gerade Benjamin von Stuckrad-Barre. Er konnte alles und war überall, man schenkte sich Soloalbum zum Geburtstag. Gelesen hab‘ ich es nie. Neulich nahm ich Panikherz in die Hand und konnte es kaum weglegen. Ihr hattet ja so recht.

    Für das Herz
    Lustig, was ein Festnetztelefon auslösen kann. Ich habe mir nach zehn Jahren ohne wieder eine Festnetznummer zugelegt und mein altes Telefon aus einer Kiste im Keller geholt. Plötzlich mache ich wieder Telefonverabredungen aus, öffne einen Weißwein und setze mich zum Reden aufs Sofa, statt hektisch rumzurennen und noch irgendwas nebenher zu machen. Dabei ist das Festnetztelefon kabellos.

    Für den Bauch

    Mein Kind findet, dass sein Vater besser kocht als ich. Meine Mutter findet, dass sie selbst besser kocht als ich. Und mein Freund findet, dass sie im Restaurant besser kochen als ich. Das klingt erstmal traurig, ich weiß, aber Sie ahnen den Vorteil: Nirgendwo, wo ich hinkomme, verlangt man von mir, etwas zu kochen. Im Windschatten dieser Erwartungslosigkeit habe ich eine Leidenschaft entdeckt. Ich denke mir neue Gerichte aus, abends, zuhause, nur für mich.

    Die Tipps von Ralf Zimmermann, 12./13. Juli 2025

    Für den Kopf
    Das opulente Reisetagebuch Von Ort zu Ort von Thorsten Baensch und Norbert Schöbel ist eine Hommage an ein Europa ohne Grenzen und den Rhythmus des Zu-Fuß-Reisens. Innerhalb von 12 Jahre sind die beiden einmal rund um Deutschland gegangen – in 155 Etappen mit insgesamt 3188 Kilometern. In diesem Bildband und Wanderreport (inklusive Karten) werden keine Sehenswürdigkeiten gezeigt, sondern das Alltägliche: unscheinbare Orte und die stille Schönheit des Unterwegsseins.

    Für das Herz
    Endlessness von Nala Sinephro ist Jazz aus London und öffnet das Herz. Harfe, Modular-Synthesizer, Klavier und Ambient-Jazz verbinden sich zu meditativen Klangräumen, die an Alice Coltrane erinnern – aber mit eigener kosmischer Note. Kein großes Drama, keine Pose, keine musikalischen Turnübungen, sondern sanfte Klänge, die sich Zeit lassen, ohne etwas zu wollen.

    Für den Bauch
    Wer Chili und Umami-Geschmack liebt, sollte unbedingt mal Doubanjiang probieren. Die chinesische Würzpaste wird aus fermentierten Bohnen, Chili, Reismehl und Salz hergestellt und schmeckt leicht rauchig mit angenehmer Schärfe. Ohne viel Aufwand bringt sie Tiefe, eine leichte Schärfe und viel Umami in die Pfanne oder Suppe.

    Die Tipps von Katrin Börsch, 5./6. Juli 2025

    Für den Kopf
    Regelrechte Lachflashs hat mir Image bereitet – der neue Satire-Roman von Instagrams Meme-Königin @sveamaus aka Svea Mausolf. Darin erzählt sie von Peggy, 37, die von ihren wohlhabenden Eltern mit Erotik-Shop-Imperium fallen gelassen worden ist. Sie landet in einer schäbigen Kneipe namens »Image«. Was folgt, ist ein Höllenritt voller übler Gerüche, Körperflüssigkeiten, Zerstörungswut und eine Nacht, in der drei Frauen ungeahnte Kräfte entfalten.

    Für das Herz
    Wenn etwas wächst und gedeiht, dann tut das der Seele gut. Ich schaue meinem Basilikum gerne dabei zu; er ist mittlerweile so hoch wie ein Stuhl. Dabei war er mal ein kleiner Supermarkt-Basilikum. Der Trick ist: Man muss ihn in einen großzügigen Topf umtopfen, ganz unten etwas Pflanzgranulat rein machen, damit er keine nassen Füße bekommt und ihn auf eine Fensterbank stellen, die nach Osten oder Westen raus geht – und natürlich täglich gießen.

    Für den Bauch
    In Vietnam, wo die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit mitunter unerträglich hoch sind, frühstückt man eine Suppe. Auch wenn es kontraintuitiv erscheint: Warme Suppe kann dem Körper helfen, runterzukühlen, wenn es draußen heiß ist. Nebenbei schmeckt die Phở auch noch hervorragend würzig und frisch. Die Zubereitung ist etwas aufwendiger, aber es lohnt sich, sie einmal zu Hause gemacht zu haben. Hier finden Sie ein Rezept.

    Die Tipps von Lars Reichardt, 28./29. Juni 2025

    Für den Kopf
    Eröffnungen habe ich nie gepaukt, deshalb bin ich im Schach immer ein Patzer geblieben. Habe immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Jetzt trainiere ich zum ersten Mal – mit einer neuen, kostenlosen Schachapp, mit der man sein Eröffnungsrepertoire spielerisch verbessern kann: Lotus Chess. Die App erkennt meine Schwächen, sie weiß, was ich üben sollte. Ich bilde mir ein, schon ein bisschen besser geworden zu sein. Zeit wird’s.

    Für das Herz
    Nanette lernt John 1951 in London kennen, kurz bevor er nach Brasilien auswandert. Nanette, eine Freundin von Anne Frank, hat als einzige ihrer Familie Bergen-Belsen überlebt, sie schreibt John zwei Jahre lang, bevor sie ihm folgt. Mit dir steht die Welt nicht still heißt das Buch von Melissa Müller, das diese ungewöhnliche Liebesgeschichte nacherzählt. Was für eine Monsterrecherche.

    Für den Bauch
    Neulich brachte Florian einen Karottensalat zur Grillparty bei Schorschi mit. Florian sagte, im Prinzip sei es das gewöhnliche Rezept für koreanischen Karottensalat, aber er mischt noch in Olivenöl, Sojasauce und etwas Zucker angebratene Zwiebeln rein, und statt Korianderpulver nimmt er Madrascurry. Außerdem sind die Chilis frisch. Mache ich Samstag das erste Mal nach. Sonntag dann Ceviche im Münchner Restaurant Waca.

    Die Tipps von Tanja Selder, 21./22. Juni 2025

    Für den Kopf
    Als Kind beginnt man oft neue Hobbys, als Erwachsene eher weniger. Ich wollte gegensteuern und war über die Fülle des Programms an Volkshochschulen begeistert. Ich nehme jetzt zum ersten Mal an einem Kurs teil, zum Thema »Autofiktion«, und habe dadurch neue Autor*innen entdeckt, wie zum Beispiel Sarah Biasini, die Tochter von Romy Schneider. Außerdem trifft man dort völlig unterschiedliche Menschen – mit derselben Begeisterung!

    Für das Herz
    Gerade zeigt das Münchner Residenztheater eine Inszenierung von Heinrich von Kleists Theaterklassiker Das Käthchen von Heilbronn. Ich musste dort lauthals lachen, habe (unironische) Tränen geweint und verließ die Vorstellung beseelt. Die Bildwelt von Elsa-Sophie Jach berührt (seit 2022!) durch das Verweben des historischen Ritterspiels mit der klugen wie gewaltigen Erzählung von Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends.

    Für den Bauch
    Am liebsten frühstücke ich, wenn ich viel Zeit habe – also ausschließlich am Wochenende. Hoch im Kurs gerade: türkische Eier. Diese werden pochiert und spenden dem schlaftrunkenen Gaumen wohlige Wärme. Joghurt und frische Kräuter machen das Gericht frisch und sommerlich, die Chili-Schärfe sorgt für den gewissen Kreislauf-Kick. Ein Rezept finden Sie hier

    Die Tipps von Marc Schürmann, 14./15. Juni 2025

    Für den Kopf
    Ein Junge in Rio träumt davon, Fußballprofi zu werden und der Armut zu entkommen. Millionen haben diesen Traum, für fast niemanden wird er Wirklichkeit. Carlos Henrique Raposo schaffte es – obwohl er nichtmal kicken konnte. Die Dokumentation Kaiser! erzählt von diesem Hochstapler, der in den Achtzigern und Neunzigern sogar bei Topclubs unter Vertrag stand. Gäbe es einen Muskel fürs Staunen, man hätte nach dem Schauen einen enormen Muskelkater.

    Für das Herz
    Fangen Sie mit »Brückengeländer« an. Nein, besser mit »Das mit dem Glücklichsein ist relativ«. Stopp, noch besser mit »Als könnte man die Sterne berühren«. Quatsch! Natürlich mit »Du kannst mich an der Ecke rauslassen«! Obwohl, vielleicht doch eher mit »Ich würde dir helfen, eine Leiche zu verscharren, wenn’s nicht meine ist«? Aber Sie dürfen nicht »Jetzt für immer« verpassen! Ach, wissen Sie was: Hören Sie einfach alles, was Sie von Niels Frevert finden können.

    Für den Bauch
    Manchmal fragt man sich ja, warum einem diese oder jene banale Idee nicht früher gekommen ist. Ich tat mich oft schwer, der Versuchung nach Limonade zu widerstehen. Bis ich anfing, mir einen Schuss Zitronensaft in den Sprudel zu kippen. Schmeckt ähnlich wie Limo, hat aber eine Wagenladung weniger Zucker. Obacht im Supermarkt: Man kann den Zitronensaft leicht mit dem Limettensaft verwechseln. Den finde ich im Sprudel bäh. Im Cuba Libre dagegen großartig. Dann natürlich auch mit Limonade.

    Die Tipps von Wolfgang Luef, 7./8. Juni 2025

    Für den Bauch
    Wenn es nach meinen Kindern geht, würden wir von Mai bis Oktober jeden Tag zusammen zur Eisdiele pilgern. Leider geht das ins Geld. Eine günstige Alternative ist dieses selbstemachte Schoko-Eis: Tiefgefrorene Bananenstücke (jedes Mal, wenn bei uns eine Banane nicht aufgegessen wird, kommt sie ins Gefrierfach) mit Kakaopulver und Joghurt in den Standmixer geben, einschalten, servieren. Dieses kleine, zuckerfreie Rezept hat uns schon so manche Debatte erspart.

    Für das Herz
    Gerade blüht der Holunder. Und so toll Sirup oder Gelee auch schmecken: Man kann das besondere Frühsommergefühl auch genießen, ohne die Blüten zu pflücken. In Gedanken nenne ich es Holunderbaden, eine winzig kleine Auszeit vom Alltag: Einfach nah an einen Strauch herantreten, die Augen schließen, tief durch die Nase einatmen, den Duft genießen, und in den Ohren das Summen hören. Die Insekten freuen sich nämlich auch, wenn man ihnen die Blüten nicht wegpflückt.

    Für den Kopf
    Eine Frau flüchtet vor ihrem gewalttätigen Mann auf eine abgeschiedene Tiroler Berghütte. Dort lebt ihre Cousine, die ihr früher einmal nahe stand, die aber als Kind aufhörte zu sprechen und vom Großvater auf diese Alm gebracht wurde. Der Roman »Wild wuchern« von Katharina Köller hat mich vor ein paar Wochen umgehauen. Vor der Kulisse einer unbarmherzigen Natur verhandelt er die Fragen, wo Frauen in der Gesellschaft stehen (müssen), was Freiheit bedeutet und was Lebensfreude. Ich empfehle das Hörbuch, gelesen von der Autorin.

    Die Tipps von Timm Klotzek, 31. Mai/1. Juni 2025

    Für den Bauch
    Ich habe Anfang März vergessen, ein paar Tomatensamen auf die warme Fensterbank zu stellen und die Pflanzen selbst vorzuziehen. Aber jetzt sind Jungpflanzen in der Gärtnerei noch klein und hilfsbedürftig, sie wachsen in den nächsten Wochen dann rasend schnell, und schon bald werde ich den Einkauf verdrängt haben und mir einbilden, dass ich die Tomaten mit meinem grünen Daumen ganz allein groß gezogen habe. Vorfreude auf die Ernte!

    Für das Herz
    Ich habe vor ein paar Jahren wieder angefangen, Tennis zu spielen. Die Geräusche der geschlagenen Bälle machen mir sofort und überall gute Laune – vergleichbar nur noch mit dem fröhlichen Geschrei auf Grundschulhöfen. Jetzt bekam ich den Bildband The Tennis Court von Nick Pachelli in die Hand, er hat auf der ganzen Welt die schönsten Tennisplätze fotografiert. Diffuses Fernweh wandelt sich sofort in konkrete Sehnsucht: Einmal im Leben auf »Il San Pietro di Positano« spielen, das wär’s!

    Für den Kopf
    Wer den Kopf freikriegen möchte, der schaue nachts in den Himmel hoch, zu den Sternen. Und wenn man dann genauer wissen möchte, wie die vielen Leuchtpunkte heißen, hilft die kostenlose App »SkyViewLite« weiter. Einfach das Handy hochhalten und sofort all die Sonnensysteme, Sterne, Satelliten genannt und erklärt bekommen. Ein Traum aus Licht und Ewigkeit.

    Die Tipps von Dorothea Wagner, 24./25. Mai 2025

    Für den Bauch

    Cacio-e-pepe-Rührei habe ich in meinem Lieblingscafé in Oslo zum ersten Mal gegessen. Es schmeckt wie eine Umarmung und geht so: Pfeffer in der Pfanne rösten, Butter hinzugeben und schmelzen lassen. Ei verquirlen, etwas feingeriebenen Pecorino in die Mischung geben. In der Pfanne auf niedriger Hitze stocken lassen. Auf Bauernbrot anrichten, mit noch mehr Pecorino bestreuen und frischen Pfeffer darüber mahlen.

    Für das Herz

    Ich habe einmal den Tipp gelesen, man solle auf seinem Balkon die Kräuter anpflanzen, die man nicht überall frisch im Supermarkt bekommt. Weswegen bei mir neben Schokominze und Bohnenkraut zwei Töpfe Perilla stehen, auch Shiso genannt. Das asiatische Kraut lässt jeden Salat und jedes Reisnudel-Gericht frischer schmecken. Und es leuchtet so dunkelrot-violett, dass es das gelb-lila-blaue Blumenmeer auf meinem Balkon auf die schönste Weise ergänzt. Erhältlich als Jungpflanze in Fachgeschäften oder als Saatgut.

    Für den Kopf

    Der Film A Real Pain hat mich wochenlang nicht losgelassen. Zwei Cousins reisen darin nach Polen um zu sehen, wo ihre im Holocaust vertriebene Großmutter aufgewachsen ist. Nebenbei erzählt der Film in 90 Minuten auch, wie schwer es ist, anderen Menschen in ihrem Schmerz nahe zu sein. Der Film, für den der Schauspieler Kieran Culkin verdient einen Oscar gewonnen hat, ist jetzt in Deutschland zum Leihen auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar.

    Die Tipps von Birthe Steinbeck, 17./18. Mai 2025

    Für den Bauch

    Im SZ-Magazin gab es schon einige Geschichten von und mit dem zeitgenössischen Künstler Maurizio Cattelan. Im Fotografiska Museum Berlin ist er nun als Teil des italienischen Kreativduos TOILETPAPER in einer knallbunten und surrealen Ausstellung zu sehen. Wer möchte, kann sogar in Kunst »baden« – in einem großen, rosafarbenen Pool, gefüllt mit Plastikbananen.
 
 


    Für den Kopf

    Die Galerie Max Hetzler in Berlin zeigt gerade übergroße Werke des Fotografen Thomas Struth aus den letzten vierzig Jahren – großartig platziert und gehängt auf 17 Meter Deckenhöhe in der ehemaligen Tagesspiegel-Druckerei. Struths Fotografien zeigen Museumsbesucher, Natur und technologische Innovationen. Mein Lieblingsbild ist ein rätselhaftes, schwarzweißes Doppelportrait einer Mutter mit ihrer kleinen Tochter. 
 
 


    Für das Herz

    Wenn man in den USA einen »General Store« betritt, ist es wie eine Zeitreise. Der amerikanische Künstler Christian Patterson fotografierte fast 20 Jahre lang den Verfall genau solch eines kleinen Geschäfts im Mississippi-Delta und zeigt diese Arbeit zur Zeit in der Berliner Galerie Robert Morat. Verteilt in den Räumen lassen sich sogar Orginalprodukte entdecken. Wer es nicht zur Ausstellung schafft, kann sich alles auch in Ruhe im Bildband Gong Co anschauen.

    Die Tipps von Nele Sophie Karsten, 10./11. Mai 2025

    Für den Kopf
    Die coolste Band der Welt heißt Haim und kommt aus L.A. Sie besteht aus den drei Schwestern Danielle, Alana und Este Haim, die am liebsten im Bikini-Oberteil mit E-Gitarre und Schlagzeug auftreten und dabei wie beneidenswert lässige Göttinnen aussehen. Ihr neues Album I quit erscheint im Juni, die Single Relationships geht mir schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf: »What's all this talk about relationships? – It feels like everyone's caught up in it«.

    Für das Herz
    Ich habe ein Faible für Briefwechsel großer Künstler und Autorinnen. Kürzlich habe ich etwa die Love Letters von Virginia Woolf und Vita Sackville-West gelesen, die Chronik einer geheimen Liebe. Sie schreiben einander wundervolle Sätze wie »Ich bin ein Planeten-Snob geworden – trunken vom Reisen.« Ein Brief endet mit den Worten: »Insgesamt kam ich mir nach der Lektüre Deines Briefes vor wie eine liebkoste Katze.« Mir ging es ähnlich.

    Für den Bauch
    Üppig sind die Gründe dafür, dass der Frühling eine der schönsten Jahreszeiten ist. Für mich zählt vor allem: die Eisdielen eröffnen endlich wieder! Sobald die Sonne das Tragen von Ballerinas erlaubt, spaziere ich beinahe jeden Abend über die Isar Richtung Eisverkäufer meines Vertrauens. Er schmunzelt verschwörerisch, wenn er mich sieht. Zwei Kugeln in der Waffel, bitte. Meist Pistazie mit irgendwas. An guten Tagen mit Sahne. Ich setze mich auf eine Bank und freue mich des Lebens.

    Die Tipps von Nicola Meier, 3./4. Mai 2025

    Für das Herz
    Neulich saß ich nach langer Zeit mal wieder selbst auf einer Schaukel, und was soll ich sagen: Macht auch erwachsen noch richtig Spaß! Wer es tiefgründiger mag: Der Philosoph Wilhelm Schmid hat das Schaukeln als Metapher fürs Leben genommen und darüber aus einem sehr traurigen Anlass ein sehr hoffnungsvolles Buch geschrieben, es heißt: Schaukeln: Die kleine Kunst der Lebensfreude.

    Für den Bauch
    Wenn man selbst nicht so viel kocht, staunt man umso mehr über die Köstlichkeiten, die andere schnell mal zaubern. Neueste Entdeckung: Maafe (auch Mafé), ein Erdnusseintopf aus Westafrika. Gab es mit Spinat und Süßkartoffeln bei einer Freundin. Sie sagt: ganz einfach. Aber netterweise auch, dass sie mich einlädt, wenn sie ihn das nächste Mal kocht. Ein Rezept gibt es hier.

    Für den Kopf
    Der Autor Javier Zamora kommt aus El Salvador. Als Neunjähriger brach er von dort auf, um mit einem Schlepper und einer Gruppe fremder Menschen in die USA zu gelangen. »Unbegleitete Minderjährige« heißt es nüchtern, wenn es um Migranten und Geflüchtete geht, die ohne Eltern unterwegs sind. Was es wirklich bedeutet, beschreibt Javier Zamora in seinem großartigen Buch Solito.

    Die Tipps von Jonas Junack, 26./27. April 2025

    Für das Herz
    Aus Berlin erreicht man mit der Regionalbahn in etwa einer Stunde einen winzigen Bahnhof mit mächtigem Namen: »Joachimsthal Kaiserbahnhof«. Von dort läuft man zehn Minuten zum Werbellinsee. Hier kann man planschen, klar, aber das Highlight sind die Seeadler. Mehrere Brutpaare leben in der direkten Umgebung, und mit ihren knapp zweieinhalb Metern Flügelspannweite sind sie ein unglaublicher Anblick. Also, Handtuch und Fernglas einpacken – und immer Abstand halten, um die Vögel nicht zu stören.

    Für den Bauch
    Das »Crispy Chilli Oil« von der Marke Lao Gan Ma ist ein Wundermittel aus dem Einmachglas. Es macht selbst aus Reis ohne alles ein würzig-scharfes Gericht und eine geschmackstechnische 8 von 10. Drin ist: Sojabohnenöl, Chilis, Zwiebeln, fermentierte Sojabohnen, Salz, Szechuan Pfeffer, Zucker, Mononatriumglutamat. Man findet es in praktisch jedem asiatischen Supermarkt. Kostenpunkt: etwa 4 Euro pro Glas. Und das reicht dann meist für mehrere Monate.

    Für den Kopf
    Wenn es um volkswirtschaftliche Themen geht, sehen viele nur einen unverständlichen Brei aus Zahlen und Fachbegriffen. Doch über ökonomische Themen muss man nicht sprechen wie über höhere Mathematik. Das beweist Gary Stevenson. Der Brite war Trader. Heute beschäftigt er sich mit Ungleichheit, macht unter dem Namen ›Garys Economics‹ Videos, Podcasts und hat ein neues Buch. Level: einfach.

    Die Tipps von Lea Sophie Fetköter, 19./20. April 2025

    Für den Bauch
    Ich lese aktuell einen Roman, der so faszinierend über Essen und Genuss erzählt, wie ich es bisher noch nicht kannte. Die Autorin C Pam Zhang beschreibt in ihrem Buch Wo Milch und Honig fließen« eine Kolonie, in der es als einzigem Ort auf der Welt noch frische Lebensmittel gibt. Eine Köchin nimmt dort eine Stelle an und es entspinnt sich eine gleichermaßen absurde wie fesselnde Geschichte um Macht, Privilegien, Hunger und Überfluss.

    Für den Kopf
    Grundsätzlich hilft es dem Kopf natürlich, die Bildschirmzeit im Alltag zu verringern – dank einer meiner liebsten Freundinnen habe ich dennoch eine neue Beschäftigung am Smartphone: In der »NYT Games«-App warten täglich verschiedene Rätsel und Wortspiele – von Wordle über Mini-Kreuzworträtsel bis zu »Connections« (mein Favorit, ich scheitere bisher allerdings meist kläglich).

    Für das Herz
    Es kommt vermutlich nicht so oft vor, dass die eigene Mutter einen ins Berghain schickt – in meinem Fall war es dann doch nur die Kantine nebenan, in der die Sängerin Nectar Woode spielte. Aber für den Tipp bin ich ihr sehr dankbar, es hat sich so gelohnt! Die Musik hat mich direkt mitgezogen. Ein paar Wochen später ging ich direkt zu ihrem nächsten Live-Auftritt, ihr Lied »Good Vibrations« macht jeden Schlechte-Laune-Moment etwas besser!

    Die Tipps von Dana Packert, 12./13. April 2025

    Für den Kopf
    Neben meinem Bett liegt seit einiger Zeit das Buch Factfulness. Hans Rosling beschreibt darin sehr sachlich, wie wir lernen, die Welt wieder realistischer wahrzunehmen, warum uns unsere Instinkte manchmal trügen und uns vor allem das Schlechte sehen lassen. Denn so schlimm es gerade um die Welt steht, vieles ist in den letzten Jahrzehnten auch besser geworden. Das zu erkennen, hilft mir in den Zeiten voller schlechter Nachrichten gerade sehr.

    Fürs Herz
    Ich hatte neulich ein wunderschönes girl weekend, an dem ich den neuen Bridget Jones Film angesehen (und sehr geliebt!) habe. Am darauffolgenden Vormittag war ich in einem Café, in dem man Keramik bemalen kann. Jetzt steht vor mir eine Vase, die mir Sommerferien-Gefühle beschert: Außen sieht sie mit gelben Streifen aus wie ein Sonnenschirm, innen wie Erdbeereis, und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so stolz auf etwas Selbstgemachtes war. Solche Cafés gibt es mittlerweile in vielen Städten.

    Für den Bauch
    Mir ist kürzlich wieder aufgefallen, wie gut ich Bananenbrot finde. Es ist einfach zu backen, schmeckt köstlich, und es tut zumindest so, als sei es gesünder als Streuselkuchen. Dank einer Freundin habe ich ein Rezept für eine simple, aber großartige Variante mit Walnüssen und Schokolade, das ich gerne mit Ihnen teile:

    Für eine eckige Backform:
    - 4-5 reife Bananen
    - 3 Eier
    - 180 ml Sonnenblumenöl
    - 60 ml Wasser
    - 1 Packung Vanillezucker
    - 300 g (Dinkel-)Mehl
    - 1 Packung Backplver (2 TL)
    - 100 g Zucker
    - Salz
    - Zimt (ca. 1 TL)
    - 200 g Zartbitterschokolade
    - 175 g Walnüsse

    Den Backofen auf 175 °C vorheizen (Umluft). Bananen zerdrücken, mit einem Handrührgerät die Bananen mit Eiern, Vanillezucker und dem Wasser vermischen.

    In einer anderen Schüssel Mehl, Backpulver, Zucker, Salz und Zimt in zwei Etappen zu den restlichen Zutaten geben (Teig nicht zu lange rühren!). Schokolade sehr grob hacken, Nüsse ebenfalls, und unterheben. Kastenform mit Backpapier auslegen oder einfetten und den Teig hineinfüllen.

    Auf mittlerer Schiene ca. 55 min backen (Stäbchenprobe!).

    Die Tipps von Lars Reichardt, 5./6. April 2025

    Für den Kopf
    Dieses Buch habe ich zweimal gelesen. Mache ich nicht oft. Der Therapeut Wolfgang Schmidbauer hat über die gestörte Beziehung zu seinem älteren Bruder geschrieben. Die Erstgeborenen heißt das Buch, Schmidbauer beschreibt darin, was die Erst- von den Zweitgeborenen unterscheidet, und was das in ihren Leben bewirken kann. Ich bin ein Erstgeborener.

    Fürs Herz
    Ich wusste, dass mein Sohn Musik macht. So nebenbei. War dann aber doch baff, als er mir kürzlich einen Link zu seinem ersten Album auf Spotify schickte: eins hat er es genannt und sich selbst »mori blau«. Er spielt darauf Gitarre, Bass, Klavier und Synthesizer, er singt auch dazu und nennt es »eine Mischung aus Pop, experimenteller Electronica-Musik, Neoklassik, Downtempo und Jazz.«

    Für den Bauch
    Käferbohnen heißen sie, große schwarze Bohnen, sie wachsen in der Steiermark. Marvin Boerger und sein Küchenchef machen daraus Hummus mit einer Tahini aus Sonnenblumenkernen statt Sesam. Boerger hat beim langjährigen SZ-Magazin-Kolumnisten Tohru Nakamura gelernt. Jetzt macht er mit anderen im Chiemgau das Lokal Landl. In Stephanskirchen hinter Rosenheim liegt es, ein ideales Ausflugsziel.

    Die Tipps von Anna Sullivan, 29./30. März 2025

    Für das Herz
    Neulich entdeckte ich im Programmkino Black Dog – Weggefährten, einen chinesischen Spielfilm des Regisseurs Guan Hu, der eine Freundschaft zwischen einem Mann und einem Hund am Rande der Wüste Gobi einfängt. Der Film hat bei den Filmfestspielen von Cannes einen Hauptpreis erhalten, ist langsam, poetisch und voller beeindruckender Aufnahmen. Noch einmal gefreut habe ich mich im Anschluss, als ich las, dass Hauptdarsteller Peng nach den Dreharbeiten den Filmhund Xin adoptiert hat.

    Für den Kopf
    Damit in meinem Kopf möglichst viel Raum für andere Gedanken ist, trage ich am liebsten zeitlose, unkomplizierte Basics. Die Firma Index produziert in Portugal Unisex-Schnitte aus Bio-Fasern. Durch moderne Färbeprozesse wird der Verbrauch von Energie und Wasser reduziert. Die Schnitte sind klassisch, mit modernem Touch (zum Beispiel beim »Boxy T-Shirt«). Zudem ist die Webseite extrem übersichtlich und trotzdem ästhetisch – eine angenehme Abwechslung.

    Für den Bauch
    Ich liebe den Newsletter »Cosy Delicious«. Er bietet einen perfekten Mix aus Design und gutem Essen. Geschrieben wird er vom Tausendsassa-Power-Paar Sonja und Duy Anh. Sie ist Journalistin, er Designer, beide sind hardcore Foodies. Die Phams bringen ihre Erfahrungen aus über 20 Jahren Gastronomie und vietnamesischer Familienküche in den Newsletter ein. Neben den Rezepten geben sie Tipps zu Restaurants, Events, TV-Formaten und Büchern. Kurz: allem, was Freude bereitet.

    Die Tipps von Tobias Haberl, 22./23. März 2025

    Für das Herz
    Ein Buch aus der Bestsellerliste zu empfehlen, ist wenig originell, aber egal: Christian Krachts neuer Roman Air enthält so viel Trost und Schönheit (und Grausamkeit, weil es sie nun mal gibt), dass man beim Lesen die schnöde Wirklichkeit schon nach wenigen Seiten hinter sich gelassen hat. Eine Geschichte von biblischer Wucht, rätselhaft, geheimnisvoll und ganz anders als ein Dienstag im Büro.

    Für den Bauch
    Ich kann und mag nicht kochen. Rezepte sind von mir nicht zu erwarten. Dafür schaue ich am Sonntagnachmittag gern Zwischen Spessart und Karwendel im BR. Es gibt wenig Gemütlicheres, als im Bett zu liegen und einer unterfränkischen Oma dabei zuzuschauen, wie sie Kartoffelknödel ins Kochwasser schubst. Danach habe ich so Appetit, dass ich mir umgehend was vom Inder liefern lasse.

    Für den Kopf
    Gerade ist Sofia Gubaidulina gestorben, die bedeutendste Komponistin unserer Zeit. »Ich komponiere, weil ich beschreiben will, wie das Universum klingt, es mit Worten aber nicht ausdrücken kann«, hat sie mal gesagt. Wie das klingt? Gewaltig! In Ihrem Orchesterwerk Der Zorn Gottes konfrontiert sie jeden einzelnen Zuhörer mit den Folgen seiner Schuld. Wer gut zuhört, möchte sofort ein besserer Mensch werden.

    Die Tipps von Roland Schulz, 15./16. März 2025

    Für das Herz
    Gedichte, gerade gute, berühren Verstand und Gefühl zugleich. Der dieses Jahr anlaufende Film 28 Years Later setzt in seinem Trailer auf ein altes Gedicht von gewaltiger Kraft: Boots, von Rudyard Kipling, im Jahr 1915 vorgetragen von Taylor Holmes – ein Sprechgesang über Wahnsinn, Stiefel, den Krieg.

    Für den Kopf
    Schimpfen, Fluchen und »Scheiße« schreien gehört sich selbstverständlich nicht, schon gar nicht für Erwachsene, ganz egal, wie nötig es wäre. Zum Glück gibt es Fluchmalbücher, also Ausmalbücher zum Stressabbau, in denen statt Blumen oder Mandalas ein paar prächtige Beleidigungen darauf warten, ausgemalt zu werden – wie zum Beispiel in dem Buch Abgefuckte Ausmal Scheiße.

    Für den Bauch
    Die Idee von Fairafric ist schön simpel: Schokolade dort herstellen, wo sie herkommt. Die Firma hat in Ghana eine Schokoladenfabrik aufgebaut, bezieht ihren Kakao von Biobauern vor Ort, produziert klimaneutral und handelt fair. Aber vor allem ist die Schokolade gut, »Pure Dark« zum Beispiel, eine intensive Zartbitterschokoloade.

    Die Tipps von Kerstin Greiner, 8./9. März 2025

    Für den Kopf
    Die Münchener Kontrabassistin Polly Lapkovskaja hat zwei markante Eigenschaften: Sie ist wahnsinnig begabt, singt in Bands, komponiert an Theatern. Außerdem hat sie auffallend langes, dichtes Haar. Für das suchte sie ein natürliches, gut reinigendes Shampoo, fand es nicht – und entwickelte es mit Experten selbst: Tar mit Birkenrindenteer und Ölschieferöl riecht nach einem Tag im Wald.

    Für das Herz
    Die Neunziger verbrachte ich auf Raves, ohne Handy, mit hochgebockten Schuhen, in leerstehenden Hallen. Mittendrin knipste Tilmann Brembs, Fotograf des damaligen Techno-Magazins Frontpage, mit einer einfachen Kamera. Die Fotos veröffentlicht er auf Instagram (zeitmaschine_berlin) und jetzt in einem Fotoband: Analog Rave, eine berührende Chronik der frühen, entfesselten Technoszene. 


    Für den Bauch
    Ich verstehe nur wenig vom Kochen, nur so viel: japanische Mayonnaise schmeckt runder und weniger fettig als deutsche, belgische, französische. Man kann sie schnell selbst machen: ein Eigelb mit einem Esslöffel Reisessig cremig rühren, ein halber Teelöffel Salz, eine Prise Zucker, 150 Milliliter Sojaöl eintröpfeln, aufschlagen. Japans beliebteste Fertig-Sorte heißt Kewpie und wird seit 1925 verkauft.

    Die Tipps von Jakob Feigl, 01./02. März 2025

    Für das Herz
    Der Song Teenage Kicks der New-Wave-Band The Undertones war das absolute Lieblingslied des legendären Radiomoderators und DJs John Peel. Auf seinem Grabstein steht die erste Zeil des Songs: »Teenage dreams so hard to beat«. Und in meiner Jugend gab es keine Party ohne das Lied. Neben dem Original gibt es eine großartige Coverversion auf YouTube, gesungen und getanzt von 700 Schüler*innen aus Derry, der Heimatstadt der Undertones.

    Für den Kopf
    Der Dokumentarfilm Die guten Jahre erzählt von einem Mann, der unter Depressionen und Angstzuständen leidet und zu seiner an Demenz erkrankten Mutter zieht, um sich um sie zu kümmern. Das hört sich erstmal nach einem echt harten Stoff an. Aber ich verließ das Kino als glücklicher Mensch, weil es dem Regisseur Reiner Riedler gelingt, die liebevolle Beziehung von Sohn und Mutter mit Humor und in eindringlichen und respektvollen Bildern zu zeigen.

    Für den Bauch
    Faschingszeit ist Krapfenzeit. Oder wie der Norddeutsche sagen würde: Karneval ist Berliner-Zeit. Doch während in Bayern der Fasching immer mau ausfällt, überschlagen sich die Backstuben inzwischen mit ihrem Angebot in der närrischen Zeit: Eierlikörkrapfen, Liebeskrapfen, Pistazienkrapfen, Mango-Sahnekrapfen, Bienenstichkrapfen und inzwischen auch Dubai-Krapfen. Am liebsten ist mir immer noch der traditionelle Krapfen mit Aprikosenmarmelade.

    Die Tipps von Gabriela Herpell, 22./23. Februar 2025

    Für das Herz
    Ein Film ohne Liebesgeschichte und ohne Happy End: Heldin mit der fabelhaften Leonie Benesch begleitet eine Krankenpflegerin auf der chirurgischen Station durch einen einzigen Spätdienst, und der Film macht das so intensiv, dass man sich als Zuschauer vor dem nächsten Patienten fürchtet, der was will oder ausrastet. Heldin basiert auf dem Buch einer Krankenpflegerin, die darin ihren Alltag im Dauer-Ausnahmezustand schildert, und das gibt einem den Rest.

    Für den Kopf
    Eigentlich höre ich keine Bücher, sondern nur Musik, Radio oder Podcasts, denn ich schweife so ab beim Hören. Aber weil mir jemand erzählt hatte, wie toll Kalte Füße von Francesca Melandri sein soll und ich ungeduldig war und keine Buchhandlung geöffnet hatte, stieß ich beim Googeln auf das Hörbuch, gelesen von Nina Kunzendorf. Sie liest so unfassbar schön, dass ich nun mein erstes Buch höre – seit Harry Potter mit Kindern im Auto.

    Für den Bauch
    Obwohl ich mal eine Suppenküche eröffnen wollte, mir also einbilde, alle Suppen, die ich mag, auch kochen zu können, habe ich neulich eine neue entdeckt: Rote-Linsen-Kokos-Suppe. Sie macht satt und glücklich. Im Grunde braucht man nur die Zutaten für eine normale Gemüsesuppe plus 750 Gramm rote Linsen, Kokosmilch, Currypulver, Thai-Basilikum und Ingwer. Einfach kochen und dann alles pürieren.

    Die Tipps von Michaela Rogalli, 15./16. Februar 2025

    Für den Kopf
    Das japanische Wort »Ikigai« beschreibt frei übersetzt so etwas wie »das, wofür es sich zu leben lohnt«. Das gleichnamige Buch des Neurowissenschaftlers Ken Mogi erzählt von Menschen, die eine Tätigkeit gefunden haben, die sie so lieben, dass es sie durchs Leben trägt – vom Keramikkünstler, Anime-Zeichner bis zum Sushi-Meister. Eine schöne Inspiration für den eigenen Alltag und ein spannender Blick in eine so andersartige und faszinierende Kultur.

    Für das Herz
    Leider hat die tolle Indie-Band Porridge Radio aus Großbritannien gerade ihre Auflösung bekannt gegeben. Umso mehr freue ich mich, dass ich erst kürzlich ein Konzert besucht und eine Platte signiert bekommen habe. Worauf ich mich freue: Am 21. Februar erscheint eine letzte EP der Band, »The Machine Starts To Sing«. Und die Musik wird sowieso immer bleiben.

    Für den Bauch
    Pizzoccheri della Valtellina ist ein Gericht aus Norditalien, das ich dort im Urlaub kennengelernt habe und perfekt in die Winterzeit passt. Dafür wird eine bestimmte Pastasorte aus Buchweizen- und Weizenmehl mit Kartoffeln, Wirsing, sehr viel Käse, noch mehr Butter und Salbei vermengt. Ein Rezept für eine Variante des Gerichts mit selbstgemachten Nudeln finden Sie hier in unserem Kochquartett-Archiv.

    Die Tipps von Thomas Bärnthaler, 8./9. Februar 2025

    Für das Herz
    Neulich, als ich auf Instagram wieder im Katzenvideo-Labyrinth gefangen war, rettete mich der Videoschnipsel eines D’Angelo-Konzerts von 2000 in Montreux. Das Neo-Soul-Genie bringt nur etwa jede Dekade ein Album heraus, dann aber immer Meisterwerke. Lange schon ist ein neues angekündigt. Die Zeit bis dahin kann man sich mit dem Mitschnitt des Auftritts in Montreux vertreiben, noch im alten 4:3 TV-Format.

    Für den Kopf
    »Life is short and unforgiving«, singen die Lemonheads auf ihrem neuen Album. Wie kurz, führte mir ein Instagram-Reel von @galaxies vor Augen, der vorrechnete, wie die Ewigkeit laut Astrophysikern wohl ablaufen wird: Sterne wird es noch 120 Billionen Jahre lang geben, dann wird der letzte erloschen sein, unsere Sonne schon in vier Milliarden Jahren. Danach folgt vollkommene Schwärze, zehn hoch 106 Jahre lang. Und dann?

    Für den Bauch
    Der Regisseur David Lynch aß jahrelang immer das gleiche zu Abend: Thunfisch, Feta, Tomaten, Olivenöl. Ich kann ihn gut verstehen, warum ändern, was vollkommen ist? Ich zum Beispiel esse fast jeden Abend Burrata mit Tomaten und Olivenöl. So einfach, so preiswert, so unaufwendig, so perfekt. Meine Tochter sieht es ähnlich. Uns genügt Supermarktware, aber der beste ist laut Gourmets Burrata Murgella aus Apulien.

    Die Tipps von Lisa McMinn, 1./2. Februar 2025

    Für das Herz
    Ich glaube an die Liebe, aber wenn ich zweifle, gucke ich Videos von »MeetCutesnyc«. Darin fragt ein Kamerateam wildfremde Leute: »Hey, seid ihr zwei ein Paar?« Schon bei den Reaktionen muss ich oft lachen – manche sind sich uneinig, andere Geschwister. Im Glücksfall aber erzählen alte, junge, queere, verheiratete, weiß-noch-nicht- oder on-off-Paare, wie sie sich kennengelernt haben und was sie aneinander schätzen – »seine Seele«, »ihre Geduld«, »wie sie Eier kocht«.

    Für den Kopf
    Auf der Hacienda des kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar lebten vier Nilpferde. In Pepe erzählt eines der Tiere, wie es dort hinkam und warum es sterben musste. Klingt irre, ist aber fantastisch. Der Film gewann einen Silbernen Bären auf der Berlinale, nun ist er auf Mubi zu sehen. Mir gehen das warme Brummeln des Nilpferdmauls und die Stimme, die mal auf Spanisch, mal auf Afrikaans von seinem Heimweh berichtet, nicht mehr aus dem Kopf.

    Für den Bauch
    Einmal in der Woche gehe ich mit zwei Freundinnen schwimmen. Ich bilde mir ein, dabei den Kopf frei zu kriegen, denke aber ab der ersten Bahn daran, was ich nach dem Training alles essen könnte. Ich träume von würzigen, in fettiger Panade frittierten Blumenkohlröschen. Die lassen sich auch hervorragend mit Freundinnen teilen. Hier finden Sie mein Lieblingsrezept für vegane »Chicken Wings«.

    Die Tipps von Theresa Hein, 25./26. Januar 2025

    Für das Herz
    Bei manchen Filmen gibt es ein »davor« und ein »danach«. The Brutalist von Brady Corbet war für mich so ein Film. Ich war mit einem unerschrockenen Menschen im Kino, denn man darf keine Angst vor der Länge des Films haben (dreieinhalb Stunden). Wir brachten beide danach kaum einen Satz heraus vor Bewunderung. Sound, Bildkomposition, Dialoge, alles hat gestimmt, man muss laut lachen und danach verkrampft man wieder im Sitz vor Schmerz.

    Für den Kopf
    Ein Freund schenkte mir kürzlich das Buch The Ghost of Birds, eine Essay- und Gedichtsammlung des US-Autoren Eliot Weinberger. Es ist perfekt für die Zeit vor dem Einschlafen, ich schaffe dann zwar meistens keinen ganzen Text, sondern nur die Hälfte oder ein Drittel. Aber ich finde jeden Abend etwas, worüber ich mich freue. Zum Beispiel diesen Vers: »Hunde bellen, Menschen schlafen, und träumen von den Dingen, die sie nie getan haben«.

    Für den Bauch
    Die Tarocco-Halbblutorange aus Sizilien hilft gegen das Januar-Februar-Grau. Wie der Name schon sagt, ist sie keine ordentliche Orange und keine Blutorange, sondern etwas dazwischen, so, als habe sie sich nicht entscheiden können (wahnsinnig sympathisch in einer Zeit, in der man noch den Mantel braucht, aber dringend Turnschuhe anziehen will). Wenn Sie die finden, ausprobieren! Ich mag mir einen Jahresanfang ohne Tarocco gar nicht mehr vorstellen.

    Die Tipps von Mareike Nieberding, 18./19. Januar 2024

    Für das Herz
    Letztens wollte ich einfach losheulen, aber ich musste kochen, also nahm ich mein Handy, koppelte es mit den Boxen und stellte Pensando Baixo an. Spotify hatte mir die EP vorgeschlagen und seitdem hörte ich die Zusammenarbeit des brasilianischen Sängers und Gitarristen Pedro Mizutani und dem Londoner William Dorey, der unter dem Namen Skinshape auftritt, rauf und runter. Bis zum Essen hatte mich der Bossa-Pop der beiden aus meinem Loch gelotst.

    Für den Kopf
    Wann hat sich der Auftragskiller im TV eigentlich vom ekeligen Typen in einen sympathischen Hipster verwandelt? In der neuen Netflix-Thriller-Serie Black Doves mit Keira Knightley und Ben Whishaw ist das Morden jedenfalls zur Nebensache geworden und der Mörder zu einer liebenswerten Figur mit Beziehungsproblemen. Irgendwie schöner anzuschauen, aber nach längerem Drübernachdenken auch ganz schön gefährlich.

    Für den Bauch
    Um die Ecke hat im Sommer ein Imbiss mit sehr engem Konzept eröffnet: Es gab drei Sorten »Grilled Cheese Sandwiches«. Der Imbiss hat schon wieder dichtgemacht. Das ist schade, vor allem um die Kimchi-Sandwiches. Die gehen so: zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter (und wer mag Senf) bestreichen, Käse (der Imbiss verwendete Bergkäse) und Kimchi drauf, bei geringer Hitze in die Pfanne (oder noch besser auf den Sandwichgrill) und nicht vergessen zu wenden!

    Die Tipps von Max Fellmann, 11./12. Januar 2025

    Für den Kopf
    Ich will in der U-Bahn nicht ins Handy starren, aber ein großes Buch mitnehmen, schwierig, wohin damit? Also immer wieder Reclam-Hefte, die passen in die Hosentasche. Zuletzt spontan gekauft: Die Känguru-Klassiker von Marc-Uwe Kling und den Sammelband Lustige Lyrik. Fünfzig komische Gedichte. Wenn Sie in der Münchner U-Bahn einen vor sich hin kichernden Mann sehen: keine Sorge. Der liest nur.

    Fürs Herz
    Natürlich mag ich »Jolene«, Dolly Partons größten Hit. Aber manchmal stört mich die Diskrepanz zwischen Inhalt (Jolene, bitte nimm mir meinen Mann nicht weg) und Country-Schwung (ye-haw!). Dann suche ich auf YouTube wieder das alte Video raus, in dem jemand die Single auf 33 rpm abspielt, also viel langsamer: Auf einmal ist »Jolene« ein völlig anderes Lied. Große Melancholie, noch rührender als im Original.

    Für den Bauch
    Der Winter zieht sich, aber man kann die Sehnsucht nach der nächsten Italienreise nicht jeden Abend mit Rotwein niedertrinken. Also kaufe ich mir einen Achterpack Crodino. Das leuchtend orangene Getränk in den Mini-Flaschen ist die alkoholfreie Antwort auf den roten Campari, schmeckt ähnlich, schadet aber weniger. Am besten schön kalt trinken und sich Schluck für Schluck Richtung Süden träumen.

    Die Tipps von Marvin Ku, 4./5. Januar 2025

    Für das Herz
    Ich schaue gerade wieder alte Filme und Serien. Und was mir dabei sehr auf den Sack geht, sind die Männer.  Die Kerle betrügen, verleugnen, schieben die Schuld nach links und rechts, nur nicht auf sich. Am Ende überwinden sie sich doch irgendwie und kriegen dafür die Frau als ›Belohnung‹. Ganz anders bei der Addams Family (1991). Gomez Addams ist jetzt mein Vorbild. Er bittet um Verzeihung für seine Fehler, liebt seine Kinder, er ist witzig, leidenschaftlich, gebildet und das Wichtigste: Er ist gottlos vernarrt in seine Frau. Großer Fan.

    Für den Bauch
    Letztens brachte meine Mutter meiner Freundin und mir bei, wie man Wan Tan macht. Ich hatte nie die Nerven, Teigtaschen selbst zu falten. Dabei ist es gar nicht schwer. Die Teigblätter gibt’s in jedem Asia-Markt, die Füllung ist schnell gerührt: zum Beispiel Hackfleisch (veganes geht auch) mit Frühlingszwiebeln, Sesamöl, Sojasoße, Salz und weißem Pfeffer mischen. Falt-Anleitungen findet man auf YouTube. Und wenn doch ein paar hässlich werden, kann man wenigstens gemeinsam drüber lachen.

    Für den Kopf
    Ich wette, Sie kennen auch irgendwen, der oder die letztens in Japan war oder hinfahren möchte. Ich höre das so oft, dass ich fast keine Lust mehr habe. Manchmal tagträume ich mich aber doch hin. Ich rieche dann gegrillte Yakitori, höre Gesang aus den Karaoke-Bars, sehe die Pracht der Neonleuchtreklame, das Wuseln auf den Straßen von Shinjuku. Der perfekte Soundtrack dazu ist ›City Pop‹. Das japanische Genre aus den 80ern holt mich aus jedem Winter-Blues. Bei Spotify einfach City Pop eingeben oder kostenlos hier auf YouTube reinschnuppern.

    Die Tipps von Tobias Haberl, 13./14. Juli 2024

    Für den Bauch
    In München reden gerade alle vom alkoholfreien Augustiner. Kann man natürlich machen, aber Juli und August, für mich sind das die Monate, in denen ein Prince of Wales auf den Tisch gehört. Klar ist der Cocktail nicht günstig, aber an Sommerabenden gibt es keinen erfrischenderen Drink, serviert im silbernen Becher, so kalt, dass er dampft. Schmeckt nach Champagner, einem Hauch Whisky und tausend verschiedenen Früchten.

    Für den Kopf
    Eigentlich bräuchte es ein ganzes Leben, aber so viel Zeit habe ich nicht, also habe ich mir vorgenommen, mich immerhin ein Jahr lang mit Franz Kafka zu beschäftigen. Warum? Ich möchte endlich kein Halbwissen mehr haben. Um in Stimmung zu kommen, habe ich die kleine feine Biografie von Rüdiger Safranski Kafka – Um sein Leben schreiben begonnen. Schon die ersten vierzig Seiten sind so kenntnisreich und inspirierend, dass ich das Gefühl habe: Es wird ein gutes Jahr.

    Für das Herz
    Sind Sie manchmal melancholisch, ohne echten Grund, einfach nur, weil alles so schön und vergänglich ist? Dann empfehle ich Ihnen eine Band, die diese Momente noch bittersüßer macht und mich seit 30 Jahren begleitet: In the Nursery. Es handelt sich um zwei romantisch veranlagte Zwillinge aus Sheffield, ihre Musik ist elektronisch, schwelgerisch, sinfonisch – wahnsinnig traurig, wahnsinnig schön. Ach ja, fangen Sie mit dem Album Anatomy of a Poet an.

    Die Tipps von Dorothea Wagner, 6./7. Juli 2024

    Für das Herz
    Luna ist, natürlich, der schönste Hund der Welt. Ihre Hobbys: mit der Pfote mehr Streicheln einfordern und mit mir durch den Wald trotten. Kennengelernt habe ich sie über die App Hundelieb. Dort findet man Hunde aus der Nachbarschaft, die sich über lange Spaziergänge oder regelmäßige gemeinsame Tage freuen würden. Mindestens genauso gut: als Gassigänger das örtliche Tierheim unterstützen.

    Für den Kopf
    Seit Monaten google ich immer wieder »White Lotus Staffel 3 wann« – und merke, dass ich mich wohl noch gedulden muss. Um die Wartezeit auf meine liebste düstere Urlaubsserie zu überbrücken, will ich mir in diesem Sommer noch mal die zweite Staffel anschauen, die auf Sizilien spielt – und die auch für Menschen, die die erste Staffel nicht kennen, wunderbar alleinstehend funktioniert.

    Für den Bauch
    Die belgische Stadt Antwerpen ist zu einem meiner Lieblingsorte geworden. Wie gut man dort einkaufen, essen, trinken oder einfach nur rumsitzen kann! Falls Sie bald mal in Belgien oder Frankreich sind: Ich finde über die Seite lefooding.com immer bezahlbare und gleichzeitig besondere Restaurants.

    Die Tipps von Verena Haart Gaspar, 29./30. Juni 2024

    Für den Kopf
    Eltern haben tendenziell ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihre Kinder fernsehen lassen. Wie warmherzig Kinderprogramm sein kann, zeigt die Zeichentrickserie Bluey (Disney +). Eine vermenschlichte Hundefamilie erlebt den normalen Alltagswahnsinn, in dem die Eltern auch mal genervt sind, Kinder beim Einschlafen Ängste plagen oder erörtert wird, warum die Dame beim Schach die Arbeit macht, der König aber die wichtigste Figur ist.

    Für das Herz
    Das Sommerwetter gab bislang wenig Anlass für gute Laune. Deshalb vertraue ich meine Stimmung lieber der Musik an. Schlagartig fröhlich macht mich zum Beispiel der Song »Worth It« der britischer Sängerin Raye. Soul und R&B gepaart mit einer fantastischen Stimme und Zeilen wie »You could be my glas of wine«. Ehrlich, dieses Lied lohnt sich – sogar wenn die Sonne scheint.

    Für den Bauch
    Wo wir gerade beim Wein sind: Den Sommer kann man sich auch schön trinken. Am besten mit einem eiskalten französischen Rosé. Für mich unschlagbar in Sachen Preis-Leistung ist der Wein La Vieille Ferme Rosé. Leicht, unkompliziert und animierend. Entdeckt habe ich ihn in einem Londoner Supermarkt, aber es gibt ihn auch für knapp sieben Euro online in vielen Weinshops hierzulande.

    Die Tipps von Anna Sullivan, 22./23. Juni 2024

    Für den Bauch
    Leider trage ich gerade einen Ellenbogenbruch mit mir herum, der den Alltag schwieriger macht. Dass der Abwasch von jemand anderem erledigt werden muss, ist weniger schlimm, aber das geliebte Pistazienknacken war plötzlich fast unmöglich. Dieser Trick hat geholfen: Man nehme die Schale einer geöffneten Pistazie, schiebe sie in den Spalt der nächsten und drehe sie um 90 Grad. So öffnen sich die Hälften fast ohne Kraft. Diesen Kniff behalte ich auch nach der Gesundung bei.

    Für den Kopf
    Ich bin wirklich keine große Gesellschaftsspielerin, aber schon lange war ein Spiel bei uns in der Familie (von 7 bis 99 Jahren) nicht mehr so beliebt wie Skyjo, und ich erwische mich dabei, es richtig gut zu finden. Die Regeln sind so einfach, dass alles in fünf Minuten erklärt und verstanden ist. Und eine Runde dauert nicht ewig, kann aber bei Gefallen verlängert werden.

    Für das Herz
    Wer ein Ehrenamt sucht, das Tiere, Natur und Teamarbeit vereint, ist in der Rehkitzrettung genau richtig. Diese haben in ihren ersten Lebenstagen noch keinen Fluchtreflex und werden oft Opfer der Mähmaschinen während der Heu- und Grasernte. Großartige Menschen suchen deswegen mit Drohnen die Felder ab, und sichern händisch Kitze, Hasen, Igel, Füchse und Vogelgelege. Es wird oft dringend Unterstützung gesucht. Eine Übersicht findet man hier.

    Die Tipps von Lars Reichardt, 15./16. Juni 2024

    Für den Bauch
    Dieses Wochenende bin ich in Berlin und werde im Ei vorbeischauen, dem Ausflugslokal im Eierhäuschen. Der Gebäudekomplex ist über hundert Jahre alt, liegt idyllisch in Treptow an der Spree, stand lange leer. Junge Leute haben das Ei-12437-B, so der offizielle Name, wiedereröffnet und servieren dort neben Kaffee und Kuchen auch ein umwerfendes gegrilltes Sauerteigbrot mit Deichkäse, Sauerkraut und Chili-Mayonnaise.

    Für das Herz
    Bei zwei Weinen geht mir das Herz auf. Eruzione 1614, ein Weißwein vom Weingut Planeta in Menfi, stammt von den Hängen des Ätna, wir haben ihn vor zwei Jahren auf Sizilien jeden Abend getrunken. Und der Rotwein Brolo Campofiorin aus dem Valpolicella. Direkt neben dem Weingut Masi liegt ein Bergdorf, von oben sieht man auf Verona und den Gardasee. Nur ein Glas Campofiorin und ich sitze in Gedanken mit C. dort auf der Piazza.

    Für den Kopf
    Seit Wochen begleitet mich das Buch Unverfügbarkeit des Soziologen Hartmut Rosa. Es verhandelt so wesentliche Fragen wie: Warum erscheinen Diskussionen zwischen Andersdenkenden immer unergiebiger? Warum wird es immer schwerer, echte Beziehungen zu erleben? Warum wird unsere Gesellschaft immer unglücklicher? Zu all diesen Fragen gibt Rosa originelle Denkanstöße.  

    Die Tipps von Wolfgang Luef, 8./9. Juni 2024

    Für das Herz
    Es gibt ein Video, das ich mir seit Wochen täglich ansehe. Ich bin süchtig. Joni Mitchell, 80 Jahre alt, singt »I’m still standing« – mit neuem Text. Gerade war noch fraglich, ob sie jemals wieder stehen würde. Und jetzt tanzt sie. Dazu ihr Lachen. Und dieser Swing! Um sie herum: triumphal gute Musiker und Background-Sängerinnen (Annie Lennox!). Und im Publikum sitzt Elton John und freut sich wie ein Kind. Es ist eine Feier des Lebens, es ist das pure Glück.

    Für den Kopf
    Halten Sie mich ruhig für einen Nerd, aber ich habe jetzt, nach 25 Jahren Pause, wieder eine Pen-and-Paper-Spielerunde. Falls Sie nicht wissen, was das ist: Man sitzt um einen Tisch und erzählt gemeinsam Geschichten. Einer hat sich vorbereitet, die anderen reagieren auf die Erzählung. Man lacht zusammen, fiebert mit, ärgert sich, erfindet und verwirft, und um 2 Uhr fragt man sich, wo die letzten 6 Stunden geblieben sind. So ging es mir beim Netflix-Abend noch nie.

    Für den Bauch
    Ich habe länger in Madrid gelebt, und merke erst im Frühling, was mir hier am meisten fehlt: das Obst. Deutsche Äpfel sind wunderbar, doch die Qualität und Frische der Pfirsiche, Kirschen oder Pflaumen der »fruterías ecológicas« sind unerreicht. Zum Glück gibt es crowdfarming.com, wo man biologisch angebautes Obst direkt von Kleinbauern aus ganz Europa bestellen kann. Leider ist jetzt neben den valencianischen Blaubeeren kein Platz mehr in meinem Gefrierfach.

    Die Tipps von Kerstin Greiner, 1./2. Juni 2024

    Für den Bauch
    Mein liebster Sommersnack geht so: Soba-Buchweizen-Nudeln (aus dem Asiamarkt) kochen, in eiskaltem Wasser abschrecken und dann rein in eine Soße aus einem Drittel Mirin, einem Drittel Sojasoße und einem Drittel Wasser. Sesamkörner und frisch geschnittene Frühlingszwiebeln darüber geben, fertig! Erfrischend, kalorienarm, glutenfrei und schnell zubereitet.

    Für den Kopf
    Mein Sohn hat eine Toniebox, ein Audiosystem, auf das man eine Figur stellt, um Musik oder ein Kinderhörspiel zu starten. Er (und ich!) lieben das Hörspiel Secret Science Club – Abwehrstark!, in dem sich die Kinder Özlem und Uğur so stark verkleinern, dass sie in den menschlichen Körper reisen und das Immunsystem untersuchen können. Ihre Tantiemen spenden die echten Özlem und Uğur – genau, die Biontech-Gründer – an Bildungsprojekte für Grundschulen.

    Für das Herz
    Ich mag die Taschen der Berliner Firma Vee Collective. Sie sind ultraleicht, haltbar, sehr durchdacht, wasserabweisend, nachhaltig produziert – und alle Anteile bestehen zu hundert Prozent aus recycelten Materialien. Besonderer Bonus: Der Innenraum ist in heller Farbe gehalten, damit man Schlüssel und Co. leichter findet.

    Die Tipps von Susanne Schneider, 25./26. Mai 2024

    Für den Kopf
    Ein Zufallsfund, als Mängelexemplar gekauft: Die Schriftsteller Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre unterhalten sich, ach, sie zünden Feuerwerke über Badehosen, Siri, LSD, Verliebtsein, manchmal eitel, meist extrem amüsant, fast immer sehr intelligent. Liest sich wie Butter mit ein bisschen Chili (Alle sind so ernst geworden, Diogenes Verlag).

    Für das Herz
    Dass ich Yoko Ono toll finde, wusste ich immer, aber ich wusste nie genau, warum. Jetzt ging ich glücklich aus der ihr gewidmeten Ausstellung in der Londoner Tate Modern (bis 1. September). Was für eine Frau, Jahre ihrer Zeit voraus! Konzeptkünstlerin, Friedensaktivistin, Teilnehmerin der Documenta, selbst in Staubsaugergeräuschen erkannte sie Musik. Ihr Mann John Lennon: fast eine Randerscheinung. Ab Ende September bis Mitte März 2025 gibt es in Düsseldorf eine Ausstellung über sie. Lohnt jeden Umweg.

    Für den Bauch
    Mein absolutes Lieblingsessen: Spaghetti mit Tomatensauce. Ja! Sauce nicht aus der Dose, sondern (für 2-3 Leute): 500 Gramm Cocktailtomaten halbieren, salzen, pfeffern, mit Olivenöl 45 Minuten auf 180 Grad im Ofen schmurgeln, ein-, zweimal umrühren. Wer will: Zwiebeln anschwitzen oder Basilikum dazu oder Puderzucker drüber oder mit Tomatenmark und Brühe etwas andicken auf der Herdplatte. Oder alles zusammen. Kann, aber muss nicht. Parmesan drüber, herrlich!

    Die Tipps von Thomas Bärnthaler, 18./19. Mai 2024

    Für den Kopf
    Ich bin im München der Siebzigerjahre aufgewachsen. Das damals aufstrebende alternative Milieu kenne ich dennoch nur aus Erzählungen. Was ich gar nicht kannte, war Das Blatt, die erste Münchner Stadtzeitung, 1974 gegründet, bis 1985 aktiv. Mit ihrer frechen, links-anarchistischen Ansprache war sie Blaupause für alle deutschen Stadtmagazine, die folgen sollten. Dem Lebensgefühl von damals kann man nun online nachspüren, alle Ausgaben wurden digitalisiert und finden sich hier.

    Für das Herz
    Gibt es vielleicht einen universalen Code im Pop? Das könnte man meinen, wenn man das Doppelalbum Diamond Jubilee der kanadischen Dragqueen Cindy Lee hört. Es klingt wie eine Jukebox aus dem Jenseits, die all das spielt, was man am Girlgroup-Pop der Shangri-Las, an The Velvet Underground, Lee Hazlewood, Brian Wilson oder Ennio Morricone so liebt – nur so, wie man es noch nie gehört hat. Atmosphärisch, rätselhaft, umwerfend – und nur bei Youtube erhältlich, wo man auch einen Downloadlink findet.

    Für den Bauch
    Jüngst spielte mir Instagram einen Reel der Seite Italy Segreta in die Timeline. Darin sah man einen älteren Italiener, Typ gutmütiger Mafiaboss, der vor der Kamera sein Frühstück zubereitete. Dafür schnitt er in aller Ruhe ein fingerdickes Stück frisches Weißbrot ab, tropfte ordentlich Olivenöl drauf, zerteilte dann eine faustgroße Ochsenherztomate, legte eine Scheibe davon sorgfältig und liebevoll auf die Brotscheibe und salzte nach. Das gute Leben kann so einfach sein. Erst recht am Morgen.

    Die Tipps von Timm Klotzek, 11./12. Mai 2024

    Für den Kopf
    Der Sportjournalist Ronald Reng schreibt in regelmäßigen Abständen sehr lesenswerte Fußball-Sachbücher. Sein jüngstes Werk heißt 1974 und rankt sich rund um das einzige Länderspiel zwischen der DDR und der BRD. Reng spannt den Bogen viel weiter als über die 90 Spielminuten, am Ende des wunderbar dicken Buches haben Leser ein gutes Gefühl für die gesellschaftspolitische Stimmung in den beiden deutschen Staaten.

    Für das Herz
    Ich musste jüngst einsehen, dass ich sehr schlecht sehe und nicht gut höre – und das war eine tolle Erfahrung. Ich hatte im Englischen Garten in München an einem Vogel-Beobachtungs-Spaziergang teilgenommen, zwei sehr lehrreiche Stunden. Das kann man überall in Deutschland machen, Angebote findet man leicht im Internet. Mein Tipp: Schieben Sie das Bird-Watching nicht zu lange auf. Viele Zugvögel sind gerade zurück, noch haben sie Lust, viel zu singen – im Hochsommer wird es ruhiger.

    Für den Bauch
    Jüngst schrieb Max Scharnigg eine lustige Titelgeschichte im SZ-Magazin: über den nächtlichen Heißhunger und dass es keine bessere Mahlzeit gibt, als nachts kalte Nudeln direkt aus der Pfanne in den Mund zu stopfen. Ich weiß, wovon er schreibt, meine Söhne haben mir liebevoll den Familienspitznamen »das Hausschwein« verpasst, weil ich zuverlässig alle Reste verputze. Kleiner Tipp: mit selbstgemachtem Chili-Crunch nach dem Rezept von Hans Gerlach schmeckt auch nachts fast alles noch viel besser.

    Die Tipps von Nicola Meier, 4./5. Mai 2024

    Für den Kopf
    Expats auf Amazon Prime ist keine Serie, die man einfach so weggucken kann. Dazu ist ihr Inhalt viel zu ernst – ein Kind verschwindet. Ein unachtsamer Moment auf einem Nachtmarkt in Hongkong und das Leben von drei Frauen – alle Zugezogene, sogenannte Expats – verändert sich für immer. Es geht um Schuld und Trauer, aber noch um viel mehr, zum Beispiel um das Leben der Angestellten, die das Luxusleben der Expats ermöglichen.

    Für den Bauch
    Als ich kürzlich in München ankam, war das Wetter schlechter als in Hamburg, wo ich losgefahren war. Vorbei die Hoffnung, dass man vielleicht schon draußen sitzen könnte. Durch Regen und Sturm lief ich zum Restaurant, in dem ich mit einer Freundin verabredet war. Alles, was uns blieb, war ein sommerlicher Aperitif: alkoholfreier Gin, Tonic Water, Maracuja-Saft, Vanille. Wie man das am besten selbst mischt, muss ich noch ausprobieren.

    Für das Herz
    Neulich war ich bei einer Freundin zum Essen eingeladen, allerdings kochte nicht sie, sondern ihr zehnjähriger Sohn. Vielleicht liegt es daran, dass ich viele Hobby-Gourmetköche in meinem Freundeskreis habe, mit denen ich nicht mithalten kann: Der Abend war jedenfalls eine schöne Erinnerung daran, dass es auch einfache Gerichte gibt, die allen schmecken. Und dass es um den Spaß geht. Das Kochbuch Kochen und backen mit der Maus kann ich nur empfehlen.

    Die Tipps von Mareike Nieberding, 27./28. April 2024

    Für den Kopf
    ›Sie kommt allein aus dem Wald geritten. Siebzehn Jahre alt, im kalten, feinen Märzregen, Marie aus Frankreich.‹ So beginnt das Buch Matrix der US-amerikanischen Autorin Lauren Groff. Miranda July ist ihr Fan. Und ich bin es auch. Weil Groff Heldinnengeschichten voller Widersprüche und Romane voll unbändiger Natur schreibt. Auch in ihrem neuen Buch Die weite Wildnis schickt sie ein Mädchen ins Ungewisse - und die Leserinnen und Leser gleich mit.

    Für den Bauch
    Mein Kind liebt Sahne, auf Eis, auf Kuchen, pur. Hauptsache viel davon. Das inspiriert mich. Seit Neuestem bestelle auch ich wieder ohne schlechtes Gewissen alles, was geht, mit Sahne. Diese fluffige Süße, am liebsten noch leicht gefroren unter statt auf dem Eis – ein im besten Sinne kindliches Vergnügen. Allerdings nur an Orten, an denen ich mir sicher sein kann, dass sie nicht aus der Sprühflasche kommt.

    Für das Herz
    Endlich wieder Dreck unter den Fingernägeln! Seit vergangenem Jahr habe ich einen wirklich kleinen Garten. Trotzdem buddele, pflanze und beschneide ich, was das Zeug hält – und wurde auch schon belohnt: Die ersten Gladiolen schießen aus dem Boden, die Clematis rankt und das Schneckensammeln hat sich schon in etwas Meditatives verwandelt. Ich wünschte, ich hätte viel früher eine der vielen innerstädtischen Grasnarben zu meinem Garten erklärt.

    Die Tipps von Samira Fricke, 20./21. April 2024

    Für den Kopf
    In ihrem Buch Journal du Dehors von 1993 spricht die Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux über den Versuch, so zu schreiben, als würde sie Bilder machen. Das Pariser Museum MEP zeigt jetzt eine Ausstellung, die Ernaux’ Texte mit Fotografien aus ihrer Sammlung kombiniert, 150 Bilder von 29 Fotografen. Texte und Bilder zeigen Alltagsszenen und man weiß hinterher nicht mehr, ob man die Bilder, die man im Kopf hat, gelesen oder gesehen hat.

    Für den Bauch
    In der zweiten Klasse beschrieb eine Mitschülerin meine Tochter so: Sie hat sehr, sehr lange Haare, fährt Skateboard und trinkt G-E-R-N-E Fencheltee. Bis heute mögen wir beide liebend gern Fencheltee und wenn wir in die Küche kommen, ist es für uns ein Ritual, einige frische Fenchelsamen leicht zu zermahlen und mit heißem Wasser aufzugießen. Natürlich fragen wir auch unsere Gäste immer, ob sie auch einen Tee möchten - einen F-E-N-C-H-E-L-Tee.

    Für das Herz
    Systemsprengerin, Ausnahmekünstlerin, Grenzgängerin: Die Choreographin Florentina Holzinger vereint radikale Körperlichkeit und hohe Kunst. Auf der Bühne zeigt sie Nacktheit und Blut und doch verlässt man den Abend mit einem Gefühl von Zärtlichkeit. Bald inszeniert sie zum ersten Mal eine Oper, Sancta nach Paul Hindemith, zu sehen in Schwerin, Wien, Berlin und Stuttgart.

    Für den Bauch
    Ich bin keine große Gärtnerin, aber meine Kräuterrabatten können sich sehen lassen. Neben den Klassikern (Thymian, Rosmarin, Schnittlauch etc.) habe ich zwei besondere Lieblinge: Schoko-Minze und Ananas-Salbei. Von Letzterem kaufe ich jedes Jahr drei neue Töpfchen, weil er nicht winterhart ist – aber der Tee aus seinen Blättern so köstlich. Die Schoko-Minze übersteht die kalten Monate problemlos. Ihr warmes Aroma passt hervorragend zu Desserts jeder Art.

    Die Tipps von Daniela Ptok, 13./14. April 2024

    Für das Herz
    Hin und wieder hört man im Radio die Neuaufnahme eines Hits, und denkt nur: Das arme Lied! Zur Erholung steuert man am besten den Youtube-Kanal von BBC Radio 1 Live Lounge an. Dort kann man hören, wie Künstlerinnen und Künstler die Werke anderer Musiker oder auch Eigenes gekonnt neu interpretieren, etwa Miley Cyrus, die eine Country-Version von See you again auf die Bühne bringt. Oder Teddy Swims, bei dem Taylor Swifts Cruel Summer zur Ballade wird.

    Für den Kopf
    Das Leben kommt einem nicht immer mit Kleinigkeiten, aber oft bläst man die eigenen Probleme doch größer auf, als sie sind. Ein Blick auf die Lebensgeschichten, die Menschen dem Fotografen Mark Laita erzählen, hilft, die Perspektive geradezurücken. Laita richtet auf seinem Youtube-Kanal den Fokus auf die, die in der Gesellschaft oft übersehen werden und deren Schicksale einem zuweilen den Atem nehmen.

    Für den Bauch
    Ich bin keine große Gärtnerin, aber meine Kräuterrabatten können sich sehen lassen. Neben den Klassikern (Thymian, Rosmarin, Schnittlauch etc.) habe ich zwei besondere Lieblinge: Schoko-Minze und Ananas-Salbei. Von Letzterem kaufe ich jedes Jahr drei neue Töpfchen, weil er nicht winterhart ist – aber der Tee aus seinen Blättern so köstlich. Die Schoko-Minze übersteht die kalten Monate problemlos. Ihr warmes Aroma passt hervorragend zu Desserts jeder Art.

    Die Tipps von Jakob Feigl, 6./7. April 2024

    Für das Herz
    Im Film Sisi & Ich habe ich vor kurzem wieder den Song The Lady With The Braid von Dory Previn gehört, einer amerikanischen Singer-Songwriterin. Der Song ist von 1971 und erzählt davon, wie sich jemand klein macht, um geliebt zu werden: »It's just the night cuts through me like a knife / Would you care to stay awhile and save my life«. Sehr traurig, aber großartig.

    Für den Kopf
    Ich mag keine Bücher mit vielen Dialogen! In dem Roman Die Wand von Marlen Haushofer gibt es keinen einzigen – die Protagonistin lebt im Wald, zusammen mit einem Hund, Katzen, Kuh und Stier, von der Zivilisation abgeschnitten durch eine unsichtbare Wand. Am Schluss des Buches taucht ein Mann auf und erschlägt den Hund und den Stier – die Frau erschießt ihn, ohne zuvor noch ein Wort mit ihm zu wechseln.

    Für den Bauch
    Nur noch wenige Tage, dann wird am Viktualienmarkt die Spargelsaison 2024 eröffnet, mit einem symbolischen Anstich durch die Schrobenhausener Spargelkönigin. Bei uns zu Hause gab es in meiner Kindheit während der Saison fast jeden Tag weißen Abensberger Spargel, den meine Mutter immer als Salat mit Essig und Zitrone zubereitete. Am Johannistag, dem 24. Juni, war dann Schluss mit dem Vergnügen, weil sonst, wie die Bauern sagten, der Spargel totgestochen würde.

    Die Tipps von Vivian Pasquet, 30./31. März 2024

    Für das Herz
    Irgendwo habe ich mal gelesen: Mit jedem Erwachsenwerden geht ein Kind verloren. An Ostern denke ich manchmal daran – immer, wenn Jemand sagt: Eiersuchen, das ist was für die Kleinen! In meiner Großfamilie ziehen auch die Erwachsenen mit einem Körbchen los. Danach tauschen wir Eier aus, lachen, weil wir mal wieder nicht alle wiedergefunden haben und fühlen, was man im Alltag viel zu selten fühlt: kindliche Freude.

    Für den Kopf
    Auf dem besten Popkonzert des Jahres gab es keine Stehplätze. Im Publikum saßen Menschen, mehr praktisch als wild gekleidet, auf vielen Köpfen blinkte eine Plastikkrone. Ich mittendrin, inklusive Krone. Ich arbeite bei einem Magazin, wo man sich etwas auf seinen Musikgeschmack einbildet. Deshalb wissen Sie diesen Tipp für »Die Prinzen«, der einem Outing gleichkommt, hoffentlich besonders zu schätzen. Und hören mal ins aktuelle Album der besten Band der Welt hinein.

    Für den Bauch
    9,99 Euro: So viel kostete die Tüte Mehl, Express-Lieferung. Ich hatte zum Taco-Essen geladen und großspurig gesagt, ich würde den Teig selbst machen. Ich lernte: Normales Maismehl klebt nicht genug. »Nixtamalesiert« muss es sein. Die Körner werden bei der Produktion in alkalische Flüssigkeit getränkt. Niacytin wird zu Nicotinsäure – ach egal! Die Tacos schmeckten köstlich – und wenn man nicht Last Minute kauft, ist es auch billiger.

    Die Tipps von Gabriela Herpell, 23./24. März 2024

    Für das Herz
    Neulich habe ich meine leider ungeordneten Bücher im Regal durchgeschaut, auf der Suche nach Liebesnacht von Urs Widmer. Ich muss es jemandem geliehen haben, weiß aber natürlich nicht mehr, wem. Also habe ich es mir wieder gekauft, denn ich liebe das Prinzip, in echt und im Roman: Alte Freunde treffen sich, reden die Nacht hindurch, das Thema ist die Liebe.

    Für den Kopf
    Zu Weihnachten habe ich ein Buch geschenkt bekommen, das heißt: One Line a Day. A Five-Year Memory Book. Man fasst sich also kurz, trägt für jeden Tag nur eine Zeile ein, dafür wird dieses Tagebuch fünf Jahre halten. Bisher habe ich noch keinen Tag versäumt. Vielleicht, weil ich mich schon freue: Ab dem 1. Januar 2025 werde ich wieder sehen, was ich ein Jahr zuvor geschrieben habe, denn die neuen Erinnerungen schreibt man direkt unter die alten.

    Für den Bauch
    Ich finde, Tulpen kann man mit den Augen essen. Besonders jetzt, wenn sie in großen Kübeln auf dem Markt stehen, bunte Sträuße oder knallrote, knallorange oder knallpinke, man kann sich kaum satt sehen daran. Also muss immer ein Tulpenstrauß in meiner Küche stehen. Aber die einfachen, keine gefüllten.

    Die Tipps von Jonas Natterer, 16./17. März 2024

    Für den Kopf
    Der aktuelle Kinofilm And the King Said, What a Fantastic Machine zeigt die Besessenheit des Menschen sich mit der Kamera zu dokumentieren. Die moderierte Filmcollage wandert dabei von den Anfängen der Fotografie bis hin zum aktuellen Social-Media-Wahnsinn.

    Für das Herz
    Die Begeisterung vieler Menschen für Sportübertragungen kann ich nicht nachvollziehen. Fan eines Sportlers zu sein, noch viel weniger. Ich kämpfe hier auch nicht für viel Verständnis für meine Leidenschaft mir auf Youtube Turniere mit dem Scrabble-Weltmeister Nigel Richards anzusehen. Trotzdem finden Sie hier eines meiner Lieblingsturniere von ihm.

    Für den Bauch
    Letztes Gartenjahr konnte ich meiner Tomatenschwemme im Herbst fast nicht Herr werden. Dieses Wochenende kommen bei mir deswegen auch die lagerfähigen Sorten Pantelli und Canestrino di Lucca in die Erde. An einem kühlen Ort hängend sollen diese Tomatensorten über mehrere Monate genießbar bleiben.

    Die Tipps von Roland Schulz, 9./10. März 2024

    Für den Kopf
    Nach drei Monaten Winter ist es nie früh genug für den Frühling, doch selbst dabei packt einen heutzutage das Grübeln: Alle Bäume schlagen aus – aber schon Anfang März? Nichts wie weg mit den Gedanken an Klimakrise und Kriege, lieber schnell was Schönes – und wer hilft da besser als Dolores und Julia vom argentinischen Folkduo Perotá Chingó mit ihrem Lied »Rié Chinito«?

    Für den Bauch
    Ein zuverlässiges Anzeichen des Frühlings ist sein Saisongemüse, allen voran Mönchsbart: Das Salzkraut gibt es gerade jetzt und nicht allzu lang. Es ist spielend leicht zubereitet und auch in anderen Varianten als mit Nudeln sehr lecker, zum Beispiel in Eggs Benedict.

    Für das Herz
    Andere beim Aufziehen des Nachwuchses zu beobachten, lenkt bestens ab: Mittels Live-Webcam kann man ins südkalifornische Nest der Seeadler-Familie von Jackie und Shadow schauen, wo drei Eier vor dem Schlüpfen stehen. Und wer nicht bis nach Amerika blicken mag – die Wanderfalken auf der Nürnberger Kaiserburg warten sogar auf vier Nestlinge.

    Die Tipps von Marvin Ku, 2./3. März 2024

    Für den Kopf
    Letztens zeigte mir meine beste Freundin ein Genre, das ich mir nicht mal ansatzweise hätte vorstellen können: Merkel-Lo-Fi. Die ruhigen Beats, die ich sonst gerne zum konzentrierten Arbeiten höre, sind gespickt mit Klassikern der Merkel-Ära: »Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das.« Oder: »Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.« Ich musste erst lachen, aber der Mix bringt einen wirklich ganz gut runter. Das Youtube-Video finden Sie hier.

    Für das Herz
    Ich weine nicht in Zügen, das ist eine Grundsatzentscheidung von mir, es gibt nur zwei Ausnahmen. Erstens: Die Verspätung verspätet sich. Zweitens: Beim Lesen von John Greens Roman »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«, den ich letztens wieder entdeckt habe. Besonders gefiel mir der rotzige Humor der Hauptfigur Hazel, der einen wieder aus der Sentimentalität holt.

    Für den Bauch
    Manchmal liege ich nachts wach und habe so eine gottlose Lust auf koreanisches Essen. Das liegt daran, dass ich vor dem Schlafen oft den YouTube-Kanal von Aaron und Claire gucke, einem Paar aus Seoul. Egal, ob Korean Fried Chicken, Tantanmen oder Mapo Tofu – alle Rezepte sind so gestaltet, dass sie so einfach und schnell wie möglich kochbar sind. Wer ein bisschen Zeit hat, dem empfehle ich das Video mit mehreren koreanischen Reisbowl Gerichten.

    Die Tipps von Joshua Scholl, 24./25. Februar 2024

    Für den Kopf
    Das Modehaus Maison Margiela präsentierte vor einigen Wochen seine »Artisanal Collection 2024« und seitdem weicht sie mir nicht mehr aus den Gedanken. Ich habe sie mir mindestens zehn Mal auf YouTube angeschaut. Masken, Korsette, Porzellan und viel Theatralik – ich will nicht zu viel verraten – lassen eine Welt entstehen, in der ich lange bleiben möchte. Sie vielleicht auch?

    Für das Herz
    Im ziemlich leeren Kinosaal lief laut The Power of Love von Frankie Goes To Hollywood. Sehr gut, dachte ich mir, dann hört man mein Geheule nicht! Der Film All Of Us Strangers mit Andrew Scott und Paul Mescal tröstet, schürt Hoffnung, bricht einem aber letztendlich doch das Herz. Kein Film für schwache Nerven und einer der besten der letzten Jahre.

    Für den Bauch
    Eigentlich wollte ich mich vor dem lang geplanten Treffen mit einem guten Freund drücken, ich fühlte mich nicht besonders. Doch dann saß ich ihm gegenüber, mit einem Matcha Latte in der Hand, der erdig schmeckte, süß, und durch die Eiswürfel auch erfrischend. Plötzlich war ich sehr froh, dort zu sein. Nicht nur wegen des Matchas.

    Die Tipps von Tanja Selder, 17./18. Februar 2024

    Für den Kopf
    Vor zwei Wochen habe ich mich abends mal wieder in einen Vorlesungssaal gezwängt – stilecht: ein akademisches Viertel zu spät. Im Vortrag ging es um Fontanes Roman-Romanzen. Zwar bin ich kein ausgewiesener Fontane-Fan, doch aus guter Literatur wie auch aus guten Vorlesungen kann man immer etwas lernen. Wieso also nicht zur nächsten Ringvorlesung? Sie könnten sich in bekannte Theorien oder neue Perspektiven einhören und anschließend in einer urigen Studenten-Boazn belohnen.

    Für den Bauch
    Was gibt es Besseres als eine wärmende Suppe, wenn man krank ist? Man liegt frierend im Bett, und es wird einem der stärkende Sud gereicht. Halleluja. Manchmal sind aber gerade keine rettenden, weil kochenden Familienmitglieder, Partner, Freunde oder Bekannten in der Nähe. Dann empfehle ich dieses einfache und schnelle Rezept: Brühe mit Würfeln oder Pulver anrühren, Tortellini rein, wer mag, noch Erbsen. Et voilà, fertig.

    Für das Herz
    Eigentlich bin ich Optimistin. Von Zeit zu Zeit muss ich mich aber daran erinnern. Das klappt am besten mit dem passenden Soundtrack, beispielsweise mit Unwritten in der Version von My Ugly Clementine. Auch das Lied Follow the Sun von Xavier Rudd ist hervorragend dafür geeignet. Ich wünsche Ihnen, dass Sie am Wochenende Ihre eigene innere Optimistin oder inneren Optimisten mit der richtigen Musik anstupsen können..

    Die Tipps von Annabel Dillig, 10./11. Februar 2024

    Für den Kopf
    Wenn ich alle Lieblingspodcasts mal wieder weggehört habe, schaue ich, ob es was neues von Caiman Club gibt, einem Polit-Thriller-Hörspiel vom WDR mit inzwischen drei Staffeln (zu hören zum Beispiel hier). Zentrale Figur ist Hagen von Grau, Lobbyist und Spin-Doktor im Berliner Regierungsviertel. Ihm beim Strippenziehen zuzuhören, ist spannend und unterhaltsam zugleich und gerade für lange Zug- oder Autofahrten ideal.

    Für den Bauch
    Probier doch wenigstens mal. Sagt man Kindern immer. Und nimmt aus Sicherheitsgründen beim Thailänder jahrein, jahraus das grüne Curry mit Huhn. Man… also ich. Aber zu meinem großen Glück betreue ich seit vielen Jahren Hans Gerlach als Rezept-Autor und werde von ihm sanft geschubst, »mal was zu probieren«. Nun ist sein Kochbuch zur SZ-Magazin-Kolumne Probier doch mal erschienen, mit vielen der beliebtesten Rezepte und etlichen unveröffentlichten. Bestellen kann man es hier.

    Für das Herz
    Ein Vorurteil, das ich nicht nachvollziehen kann: dass es nur nervige Musik für kleinere Kinder geben soll. Auf Quengel-Autofahrten helfen etwa die schönen Singer-Songwriter-Songs von Pohlmann (»Babyeierleicht», «Maulwurf»). Und Stress beim Abendessen entschärft der lustige Kinder-Hip-Hop von Dikka («Superpapa», «Supermama«). Ich würds ja nie zugeben, aber es soll Menschen geben, die diese Musik auch einfach mal so hören, ohne Kinder. Ähem.

    Die Tipps von Lara Fritzsche, 3./4. Februar 2024

    Für den Kopf
    Wenn man schon über den Titel eines Buches lachen muss, ist das immer ein gutes Zeichen. Nicole Seiferts neues Buch handelt von den Frauen der Gruppe 47 und heißt: Einige Herren sagten etwas dazu. Ich kann mir das gleich lebhaft als Situation vorstellen. Wenn Sie gerne Bücher über Literaturereignisse lesen, 1913 von Florian Ilies mochten und Das Schloss der Schriftsteller von Uwe Neumahr auch nicht schlecht fanden, dann werden Sie dieses kundige Buch von Nicole Seifert lieben. Es erscheint am 8. Februar.

    Für das Herz
    Ich weiß ja nicht, was Sie machen, um Ihr Herz hin und wieder so richtig zum Rasen zu bringen: Frisch verlieben? Das Auto schnell beschleunigen? Eisbaden? Ihrem Kind beim Klettern zugucken? Mir hat neulich eine entgegenkommende Joggerin sehr imponiert, die ihre Playlist einfach laut mitsang. So richtig befreiend wirkte ihr Grölen, sie hatte ganz rote Backen. Ich mache das jetzt auch manchmal und jogge auf den Sing-Runden auch mehr Strecke - weil ich abgelegenere Wege nehmen muss.

    Für den Bauch
    Mein Kind und ich lieben Avocados, am liebsten mit Gurke, Sesam, Erdnüssen, feingehackter Chillischote, Sesamöl, Sojaöl und Reisessig. Noch mehr lieben wir unsere kleinen Avocadopflanzen. Hier die Abfolge der Schritte für eine Zucht auf der Fensterbank: Kern waschen, Schale ablösen, in ein feuchtes Küchenpapiertuch einwickeln und dann in eine Plastiktüte, drei Monate unter die Heizung legen, aufgekeimten Kern in Wasser legen und sobald es ein Pflänzchen ist, einpflanzen.

    Die Tipps von Susanne Schneider, 27./28. Januar 2024

    Für den Kopf
    Das Entschuldigen hat sich verändert. Ich kann das ganz gut beurteilen, meine Bemerkungen sind oft zu spitz. Was mir später meist leid tut. Früher hatte ich das Gefühl, mein Gegenüber verzeiht mir, wenn ich ihn um Entschuldigung bitte. Oder er sagt, dass er es tut. Inzwischen aber geht es nicht mehr ums Verzeihen, sondern darum, mit der Entschuldigung die eigene Schuld einzugestehen – und den anderen damit freizusprechen.

    Für das Herz
    Wer’s noch nicht gemacht hat: unbedingt Neue Geschichten vom Pumuckl anschauen. (Die komplette Serie gibt es auf RTL+, drei von 13 Folgen laufen auch als Spielfilm im Kino.) Sie sind genauso bezaubernd wie früher. Man darf, aber muss kein Kind sein, um sofort (wieder) begeistert zu sein. Selbst der aktuelle Pumuckl hat dieselbe Stimme wie früher, da über die Stimme des Schauspielers Maxi Schafroth mithilfe Künstlicher Intelligenz die Stimmfärbung Hans Clarins gelegt wurde, der damals den Pumuckl sprach.

    Die Tipps von Max Fellmann, 13./14. Januar 2024

    Für das Herz
    Zu Weihnachten hat mir meine Frau dies wunderschöne Spiel geschenkt, ein Memory, bei dem die Paare nicht aus zwei identischen Karten bestehen, sondern aus je einer Karte mit einem stilisierten Popstar und einer Karte mit einer berühmten Songzeile. Wahnsinnig hübsch gemacht. Dann muss man halt noch draufkommen, dass die knallgelbe Jacke zu Freddie Mercury gehört, und anschließend überlegen: Wo lag noch gleich »We are the champions, my friend«? Großer Spaß für Musiknerds.

    Für den Kopf
    Ich habe mich schon vor drei Jahren gefesselt durch Harald Jähners Buch Wolfszeit gewühlt, eine fantastische Aufarbeitung der deutschen Nachkriegsjahre, jetzt lese ich den Nachfolge-Band Höhenrausch: eine großartige Schilderung der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen. Anschaulich, unakademisch, voller Leben und verblüffender Einsichten. Und dabei nicht nur als Rückblick interessant, sondern leider, Stichwort Gefahr von rechts, auch sehr aktuell.

    Für den Bauch
    Ich ernähre mich weitgehend vegetarisch, aber ganz selten mal habe ich Lust auf richtig derbes Fleisch. Dann kauf ich mir bei einem guten Metzger eine gute Blutwurst. Ja, sprechen wir es aus, die besteht aus Schweinefleisch, Kopffleisch, Speck und Innereien. Uff. Dazu kein Sauerkraut, kein Püree – nur das beste verfügbare frische Brot. Ich erwärme die Wurst, bis sie dampft, schneide sie auf und benutze die Brotstücke wie Löffel, um die Füllung zu essen. Danach fühle ich mich kurz sehr urtümlich. Und dann reichts aber auch wieder bis zum nächsten Winter.

    Die Tipps von Agnes Striegan, 6./7. Januar 2024

    Für das Herz
    Pinguine, die einen Schmetterling jagen. Kuschelnde Katzen. Ein Kind, das sich unfassbar über einen vorbeifahrenden LKW freut. Der Niederländer Sander van den Berg postet auf X unter »Buitengebieden« kurze Videos, die einen daran erinnern, dass die Welt nicht ganz so schrecklich ist, wie einen die restliche Timeline glauben lässt.

    Für den Kopf
    Als ich im Herbst zwei Wochen durch Südkorea reiste, hatte ich genau ein dickes Buch dabei: »Exil« von Lion Feuchtwanger. Darin geht es um deutsche Exilanten im Paris der 1930er. Die Sprache ist toll, die Charaktere sind es auch – und sich selbst dabei zu beobachten, wie viel Verständnis man dafür entwickelt, dass diese Deutschen sich im Ausland eine Parallelwelt aufbauen, ist wirklich lehrreich.

    Für den Bauch
    Ich esse gerne, koche aber nicht allzu gerne – und Zutaten einkaufen hasse ich wirklich. Deswegen mag ich Rezepte, für die man möglichst wenig braucht. Zum Beispiel dieses hier für vegane Schokomousse: zwei Teile Seidentofu pürieren, einen Teil geschmolzene Bitterschokolade unterrühren, kalt werden lassen, fertig.