Soll ich oder soll ich nicht?

Was tun, was lassen - wir haben Experten für die Fragen gesucht, die Sie am meisten beschäftigt haben.

    1.Im Regen ohne Schirm: Langsam laufen oder rennen, um so trocken wie möglich zu bleiben?
    Wenn der Regen senkrecht vom Himmel fällt oder der Wind ihn frontal gegen das Gesicht bläst, sollte man so schnell wie möglich rennen, um die Zeit im Regen zu minimieren. Bläst Ihnen der Wind den Regen von hinten auf den Rücken, sollten Sie die Gehgeschwindigkeit an die horizontale Fallgeschwindigkeit des Regens anpassen, damit letztlich nur Ihr Kopf nass wird.

    Prof. Jearl Walker, Autor des Buches „Der fliegende Zirkus der Physik"


    2.Soll man während der Mahlzeit etwas trinken oder besser nicht?
    Ja. Ein Aperitiv fördert die Verdauung, weil Bauchspeicheldrüse und Leber dadurch angeregt werden. Den gleichen Zweck erfüllt auch die (würzige) Vorsuppe/Vorspeise. Ein Glas Wein oder Bier während des Essens hat den gleichen vorteilhaften Effekt. Wasser oder Säfte dehnen den Magen und stärken das Sättigungsgefühl - gut für diejenigen, die weniger Kalorien aufnehmen wollen.

    Prof. Dr. med. E. G. Hahn, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Universitätsklinikum Erlangen

    3.Beim Automieten: Versicherung mit dazu ja oder nein?
    Statistisch gesehen fährt man am besten, wenn man eine Vollkaskoversicherung abschließt, und zwar ohne Selbstbeteiligung. Die Haftpflichtversicherung sollte Schäden von mindestens einer Million Euro abdecken. Es empfiehlt sich immer, die Bedingungen genau zu studieren. In manchen Versicherungen, gerade im Ausland, ist zum Beispiel Diebstahl nicht eingeschlossen. Dann ist eine Diebstahlversicherung ratsam. Bei manchen Kreditinstituten ist die Vollkaskoversicherung mit inbegriffen, wenn man das Auto mit der Kreditkarte anmietet. Da ist jedoch höchste Vorsicht angebracht: Im Schadensfall muss man in Vorleistung treten und hoffen, dass der Schaden anschließend ersetzt wird. Das hängt von vielen, klein gedruckten Klauseln im Kreditkartenvertrag ab. Wer nicht absoluter Experte ist, sollte sich also lieber nicht auf die Kreditkarte verlassen.

    Katrin Müllenbach-Schlimme, ADAC
    4.Sollte ich als Single lieber nach einem mir ähnlichen oder nach einem ganz anderen Partner suchen?
    Gleich und gleich gesellt sich wirklich gern. Die Mehrheit der Menschen wählt Partner mit sozialstrukturell ähnlichen Merkmalen, wie Bildung, Beruf, Interessen. Die Beziehungsaufnahme und Vertrauensbildung geht leichter, wenn man sich in den anderen hineinversetzen kann. Außerdem müssen viele Dinge nicht ausdiskutiert werden, das gemeinsame Grundverständnis stimmt überein.

    Prof. Hans-Peter Blossfeld, Staatsinstitut für Familienforschung, Universität Bamberg

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    5. Soll man Wasser für die Spüle lieber im Wasserkocher erhitzen oder durch die Ölheizung erwärmtes Wasser aus dem Wasserhahn zapfen?
    Eine moderne Ölheizung erzeugt das warme Wasser für die Spüle wirtschaftlich und ökologisch günstiger als ein elektrischer Wasserkocher. Sie benötigt dafür weniger als die Hälfte an Primärenergie, da bei der Stromerzeugung durchschnittlich zwei Drittel des eingesetzten Brennstoffs (z.B. Kohle oder Gas) ungenutzt bleiben. Der Einsatz des elektrischen Wasserkochers ist nur bei sehr alten Ölheizungen oder dann die sinnvollere Alternative, wenn man viel kaltes Wasser ungenutzt „vorlaufen" lassen muss, bevor das warme Wasser aus der Leitung zur Verfügung steht.

    Dr. Rolf-Michael Lüking, Gesellschaft für Rationelle Energieverwendung

    6.Muss mein Kind das Essen vom Teller immer aufessen oder darf es auch etwas stehen lassen?
    Nein, ein Kind muss seinen Teller nicht "leer essen", da es lernen muss, Hunger- und Sättigungsgefühle richtig wahr zu nehmen. Am besten ist es, erst einmal nur kleine Essensportionen anzubieten. Im Kindergartenalter kann das Kind auch lernen, sich selbst Speisen auf den Teller zu geben. Mit Hilfe der Eltern lernt es so mit der Zeit, selbst einzuschätzen, wie groß der Hunger ist und wie viel es sich auf den Teller nimmt. Wenn doch mal etwas liegen bleibt, sollte es ohne großes Aufheben einfach weggeräumt werden.

    Dr. Marita Völker-Albert, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

    7. Darf man grünen Tee wirklich nur mit 60 - 70 Grad heißem Wasser aufbrühen oder doch auch mit kochendem?
    Grüner Tee möchte gerne höflich aufgegossen werden - kochendes Wasser ist zu brutal und zerstört die Aromen von feinsten Grüntees. Faustregel: die 80° Grenze. Alle darüber wird bitter, alles darunter gelingt sehr gut. Genauso wichtig wie die Temperatur: Ziehzeit beachten! Bei Japan-Tees 1-2 Minuten, chinesische Grüntees dürfen auch eine Minute länger ziehen.

    Thomas Grömer, Japan-Tee Experte der Aiya Europe GmbH

    8. Darf ich Fasten oder schadet es meiner Gesundheit?
    Jeder darf fasten, wenn er gesund ist, keinerlei Medikamente nimmt und kein Untergewicht hat. Beim ersten Mal sollte man unbedingt unter fachkundiger Anleitung fasten. Wichtig während der Fastenzeit: 1. Unbedingt genügend Flüssigkeit zu nehmen, am besten drei Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag. 2. Gleichermaßen Bewegungs- und Ruhephasen einlegen. 3. Keine Genussgifte wie Alkohol und Zigaretten. Wer an chronischen Krankheiten leidet, darf nur mit Betreuung eines speziell ausgebildeten Arztes fasten. Im optimalen Fall bewirkt die Fastenzeit eine natürliche Entgiftung des Stoffwechsels und eine vermehrte Ausschüttung des Glückshormons Serotonin.

    Dr. med. Eva Lischka, Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE)

    9. Darf man Messer bedenkenlos in die Maschine geben, ohne dass sie an Schärfe verlieren, oder soll man sie lieber mit der Hand spülen?
    Bei einem bedenkenlosen Einräumen von Messerbesteck in die Spülmaschine besteht die Möglichkeit, dass beim Spülvorgang die Messerschneiden durch den Kontakt mit anderem Besteck (z. B. Messerrücken) mechanisch beschädigt werden und damit an Schärfe verlieren. Wenn beim Einräumen des Bestecks darauf geachtet wird, dass ein solcher Kontakt beim Spülvorgang ausgeschlossen ist, spricht nichts gegen die Benutzung der Spülmaschine (bei spülmaschinenfestem Besteck). Allerdings sollte man auch beim Spülen von Hand darauf achten, dass die Messerschneiden möglichst nicht mit anderem metallischen Besteck zusammenstoßen.

    Prof. Dr.-Ing. Lothar Wagner, Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik, TU Clausthal

    10. Bier oder Wein - was ist gesünder?

    Es kann keine Empfehlung für eine Alkoholsorte gegeben werden. Ein bis zwei Gläser Wein bei älteren Menschen können das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten senken, doch ist es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Wein, sondern der Alkohol darin, der wirkt. Die Kehrseite ist, dass die Mengen, die für das Herz günstig sein können, das Risiko für Rachen-, Speiseröhren- und Brustkrebs erhöhen. Entscheidend ist in erster Linie die Alkoholmenge, die man mit den alkoholischen Getränken zu sich nimmt. Die Menge, bei der Wissenschaftler von einem risikoarmen Konsum sprechen, beträgt für Männer 24 g reinem Alkohol pro Tag (= ca. 0,6 l Bier oder 0,25 l Wein) und für Frauen 12 g (ca. 0,3 l Bier und 0,125 l Wein). Außerdem sollte an zwei oder mehr Tagen pro Woche gar kein Alkohol getrunken werden.

    Dr. Peter Feick, Stiftung Biomedizinische Alkoholforschung

    Redaktion: Susanne Steiger

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