C – Chufanuss

Chufanüsse, auch Erdmandeln oder Tiger Nuts genannt, gibt es im Bioladen. Meine Frau Susanna streut jeden Morgen Chufaflocken über ihr Frühstück. Sie ist in ihrer Ernährung eher pragmatisch; es muss also physiologische Gründe für die teuren Flocken geben. Chufa ist der spanische Name der Erdmandel. Die Bezeichnung wird auch im Deutschen gebraucht, vermutlich weil Spanien eines der wenigen Länder ist, in denen Chufanüsse angebaut und auch in der Küche verwendet werden. Die wasserliebende Pflanze aus der Gattung der Zyperngräser ist mit dem ägyptischen Papyrus verwandt. Sie kann zum äußerst gefährlichen Unkraut werden, wenn sie mit Blumenzwiebeln aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt wird und einheimische Äcker überwuchert – in Holland gibt es staatliche Bekämpfungsprogramme dagegen. In der Küche geht von Chufanüssen keine Gefahr aus: Sie sind ballaststoffreich und schmecken gut, ein wenig nach gesüßten Mandeln. Ballaststoffe sind eine Gruppe von Faser- und Quellstoffen, die dem Körper keine Energie geben, aber trotzdem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. In verschiedenen Nahrungsmittelgruppen kommen ganz unterschiedliche Ballaststoffe vor. In Obst etwa stecken Pektine – lösliche Ballaststoffe, die im Körper Wasser binden. Ballaststoffe aus vielen Hülsenfrüchten werden im Dickdarm teilweise von Bakterien abgebaut, was zu den bekannten unangenehmen Nebenwirkungen führen kann (Ausnahme: Soja). Ballaststoffe aus Erdmandeln wirken überwiegend als unlöslicher, sättigender Füllstoff. Praktisch alle Verdauungsfunktionen können wir durch Wasser und Ballaststoffe stärken. Aber obwohl ein paar Scheiben Vollkornbrot, etwas Obst und ab und zu eine Nuss oder ein Linsengericht unseren Bedarf decken würden, essen die meisten von uns zu wenige Ballaststoffe. Produkte wie Weizenkleie gleichen den Mangel aus, aber es ist kein Zufall, dass Kleie normalerweise ins Viehfutter wandert – wir essen ja auch kein Heu. Um den leichten und trotzdem sättigenden Effekt eines ballaststoffreichen Frühstücks zu verstärken, könnten Sie versuchen, Ihren Insulinspiegel zusätzlich vor Schwankungen zu bewahren. Das heißt: Zuckern Sie Kaffee oder Müsli nur wenig, denn Zucker geht zu schnell ins Blut. Zucker aus Früchten oder Chufas nehmen wir viel langsamer und gleichmäßiger auf, der nächste Hunger kommt später. Zusatztrick: Kombinieren Sie Ihr Frühstück mit einem eiweißhaltigen Lebensmittel, das verlangsamt die Nährstoffaufnahme.

APFEL MIT CHUFANÜSSEN Einen großen ODER zwei kleine Äpfel WASCHEN, VIERTELN, ENTKERNEN UND IN SCHEIBEN SCHNEIDEN. MIT 3–4 EL Joghurt, 1 EL Weizenkeimen UND 2 EL Erdmandelflocken MISCHEN. JE NACH TAGESFORM ZUSÄTZLICH MIT 1 TL Ahornsirup ODER Honig SÜßEN.

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