Was gibt's denn da zu lachen?

Jede Menge. Denn auch wenn es nicht so aussieht: In einer Betonburg am Stadtrand von Wien wohnt das Glück.


Wenn die Freundinnen fragen: »Gehst mit ins Bad?«, antwortet Eva Stögerer: »Hast an Huscher?« Ein Schwimmbad hat sie ja selbst im Haus, eigentlich sogar gleich drei. Ein Hallenbad und zwei Freibäder auf dem Dach, und wenn sie den Aufgang wechselt, kommen noch mehr als ein Dutzend weitere Freibäder hinzu. Frau Stögerer wählt in der Regel das Bad im 23. Stock, das ganz oben, im 27., schätzt sie nicht, weil ihr die Wassertemperatur zu hoch erscheint. Und ständig dieser Mann da ist, von dem sie ja gar nichts will.

Frau Stögerer, 59, seit 28 Jahren beheimatet im 10. Stock von Block B, liegt meistens auf dem Handtuch vorn links an der Brüstung, dort wo sich das Becken etwas verengt. Sie geht früh, in der Regel um 10.30 Uhr, weil sie dann die Bahnen noch fast für sich hat und die Kinder (»Die Bakterien, waaßt?«) erst am Nachmittag einfallen. Hier oben, in rund siebzig Meter Höhe, fühlt sie sich fast wie im Himmel.

Wenn sie übers Geländer schaut, liegt ihr der 23. Bezirk Wiens zu Füßen: Die nördlichen Kalkalpen, die Südautobahn. Die Liesing, die direkt an Block A vorbeifließt, der alte Ortskern und die neue Kaufhalle. Und die U 6, die sie in zwanzig Minuten in die Innenstadt bringt, wenn sie ins »Beisl« will, wie man Kneipen hier nennt, oder mit Margit mal vornehm einkaufen.

Meistgelesen diese Woche:

Den meisten Mietern reichen ja die 45 Geschäfte unten.

Alt-Erlaa, das ist auf den ersten Blick zunächst einmal ein architektonisches Ungeheuer: Steil aufragende Betonwände, drei riesige Blöcke aus 23 und 27 Stockwerken, die insgesamt 11 000 Menschen beherbergen. Eine Stadt in der Stadt. Eine Art Dubai, denkt man. Seelenlos. Aber man denkt falsch. Die größte nicht-kommunale Wohnsiedlung Österreichs ist ausgesprochen menschenfreundlich. Nirgendwo anders in Wien ist die Wohnzufriedenheit so groß wie hier. Man hat alles, was man braucht. Und ein bisschen mehr.

Eigentlich ist Alt-Erlaa auch keine Hochhaussiedlung im herkömmlichen Sinne. Weil die Wohnungen bis zum 12. Stock terrassiert sind, wirkt es ein bisschen wie übereinandergestapelte Einfamilienhäuser. In den untersten Geschossen entsteht so eine beachtliche Trakttiefe, die Platz liefert für einen Mikrokosmos, den man in gewöhnlichen Wohnanlagen vergeblich sucht: dreißig riesige Club- und Hobbyräume, sieben Indoor-Spielplätze, acht Hallenbäder und 21 Saunen lagern in den Betonbäuchen. Ebenfalls integriert: zwei Tennisplätze, eine Rundturnhalle, drei Schulen, zwei Kindergärten, zwei Ärztezentren, ein Kaufpark. »Ja, wo hob i denn so was sunst?«, schwärmt Frau Stögerer.

Am Pool plauscht sie jetzt ein wenig mit dem Ehepaar Islitzer, das sich mit großer Zuverlässigkeit stets nach dem Befinden ihres Vaters erkundigt, der seit einem guten halben Jahr im Pensionistenhaus, dem Seniorenheim also, sein Handy und anderes verlegt. Im Bad kommt man sich schnell näher. Der Architekt Harry Glück sagt, die Schwimmbäder der Anlage förderten »bandstiftende Situationen«. Wer ins Schwimmbad geht, tut dies ohne Krawatte und weißen Kragen, das Bad nivelliert die sozialen Unterschiede, die sich sonst in der Kleidung ausdrücken.

Mit wem sie ihre Bande pflegt, möchte Eva Stögerer freilich gern selbst bestimmen: »So viel Kontakt brauch i net, i bin net oane, di so … i mog des net.« Auf der anderen Seite, natürlich fehlt auch etwas. Der Sohn ist jetzt drei Jahre raus und bringt nur noch seine Hemden zum Bügeln. Ihre Mutter tot und der Vater zumindest nicht mehr präsent. Bis zum letzten Jahr noch hat er die Maßschneiderei geführt, aber dann hat ihn die Demenz in eine Welt gezogen, zu der Frau Stögerer keinen Zugang mehr hat. »Nett wäre eine Partnerschaft«, sagt sie. Andererseits: »Fohrst einkaufen?«, »Host kocht?« Schon die Fragen.

Ein Partner müsse ihr natürlich auch etwas bieten. Restaurants, Theater, Urlaub, ein bisschen Geld. Mit einem Herrn von drüben war sie mal zusammen im Dachbad. Sie sei gefühlskalt, hat er ihr danach gesagt. Einfach so. Was der sich einbildet. »Was willst von mir?«, hat sie ihn angefahren. Jedenfalls geht sie jetzt prophylaktisch lieber ins tiefer gelegene Bad. »Das hohe Bad, das mag i net.« Nicht, dass sie sich nicht mehr grüßen. »Servus«, sagt sie manchmal, »wie geht’s?« – »Ausgezeichnet«, antwortet er stets in der gleichen Tonlage. Ausgezeichnet – wenn sie das Wort schon hört: »Na, so an brauch i net.«

Wenn Frau Röser mit Chihuahua »Jenny« die Runde macht und sich zum krönenden Abschluss noch einen Braunen im »Café Wien« bestellt, sieht sie glamouröser aus als der Durchschnitt des Wiener Opernballs. Sie hat blond gefärbte Haare, rosafarbenen Lippenstift und sehr blaue Augen. Trägt eine Perlenkette, reichlich Gold an Händen und Ohren und ein Jackett, das Furore macht. Frau Röser sagt, sie kleide sich ihrem Image entsprechend: »Das ist die Rosi.« Eine gewisse Erwartung müsse sie natürlich erfüllen, auch noch mit 84 Jahren. Wäre sie weniger schick, würde es doch gleich heißen: »Die losst noch.« Aber darauf können sie lange warten.

Susanna Röser, hier auch liebevoll »Mama Wohnpark« genannt, ist so etwas wie die Grande Dame der Siedlung. Fast zwei Jahrzehnte war sie als Verwalterin dafür zuständig, wer hier einzog. Und wer nicht. »Hob a irrsinnige Menschenkenntnis!« Als die Zeitungen nach dem Bau der Anlage das Unpersönliche der Hochhaussiedlung kritisierten, hat sie, wie sie sagt, »die Reporter herkommen lassen«. Sie wurden von den Mietern dermaßen beschimpft, dass seitdem nie wieder etwas Schlechtes über den Wohnpark geschrieben wurde. Allerdings gibt es auch keinen Grund dafür.

Alt-Erlaa ist ein in Europa einzigartiger Entwurf, der die klassischen Wohnhierarchien aufhebt und auch schlechter Verdienenden ermöglicht, was sonst den Wohlhabenden vorbehalten ist: freie Sicht, Zugang zum Wasser, eingebettet in der Natur. 180 Meter liegen zwischen den Häusern, weit mehr als in den vermeintlich feinen Wohngegenden der Innenstadt – und das, obwohl es sich um die am dichtesten besiedelte Gegend Wiens handelt. Und zwischen den Häusern ein großflächiger Park, dessen Bäume alle Geräusche der Anwohner zu schlucken scheinen.

Die Schlüsselübergabe für neue Wohnungen, heute nur noch Chips, wurde unter der Ägide von Frau Röser stets so organisiert, dass sechs Mietparteien parallel bei ihr antreten mussten – damit sie sich gleich kennenlernten. Ein persönlicher Ton in der Anlage war und ist ihr wichtig. 11 000 Menschen und trotzdem beinahe wie eine Familie. »Heimelig«, sagt Frau Röser, dem gewaltigen äußeren Erscheinungsbild von Alt-Erlaa zum Trotz. Wenn sie abends die Lichter in den Fenstern des gegenüberliegenden Blocks sieht, denkt sie immer: »Schaut aus wie a Christbaam!« Wenn jemand einzieht und im Aufzug zu Boden blickt, heißt es sofort: »San S neich? Wissen S, mir griaßen uns!« Es herrsche ein guter Geist – obwohl Alt-Erlaa als
Sozialbau angelegt ist, hat Frau Röser stets auf eine gute Mischung geachtet.

11 000 Menschen, eine Familie

Nein, sie schaut nicht aufs Geld der Menschen, wohl aber auf eine gewisse Art. »Niveau sollt a bisserl sein«, sagt Frau Röser, die sich zuschreibt, den guten Mittelstand nach Alt-Erlaa geholt zu haben. »Hier wohnen vüle, die kennten si a Villa leistn.« Frau Röser plaudert keine Namen aus. Man erfährt sie von anderen. Es wohnen oder haben hier gewohnt: die Fußball-Legenden Hans Krankl, Toni Polster und Willy Kreuz, der im Herzen der Anlage einen Kiosk betreibt. Ferner: Ex-Rechnungshofpräsident Fiedler, Obersenatsrat Sack, der Gewerkschaftspräsident sowie die Tochter des Bundespräsidenten Kirchschläger.

Natürlich hat sich die Vergabe im Lauf der Zeit etwas verändert, die Mittelschicht dünnt langsam aus, und seit ein paar Jahren stoßen auch solche hinzu, die, »wie soll man sagen, ohne in Kategorien zu verfallen«, Frau Röser ringt um die Worte, »die Mieter san … net nieder, net hoch, ganz normal«. Dass manchmal ein wenig der Stil fehlt, will sie wohl sagen, spricht es aber nicht aus – das hätte ja keinen Stil.

Milan Dosdal* hat viel von der Welt gesehen, 68 Länder bereist, immer am Stück für vier bis sechs Wochen. In einigen ist er auch länger geblieben. In Südafrika zum Beispiel, wo der gebürtige Tscheche als Tischler in Kupfer- und Diamantminen arbeitete. Später als Gastronom auf Gran Canaria. Im Wohnpark ist er seit 25 Jahren. In Trainingshose sitzt der Invalidenrentner mit einem Sauerstoffschlauch in der Nase auf der betonierten und mit Stahlpfeilern gesäumten Piazza des Kaufzentrums.

Die Gesundheit hat ihm sein geliebtes Reisen kaputtgemacht. Vor ein paar Jahren ist er in der Küche ausgerutscht, die gebrochene Rippe hat sich in die Lunge gebohrt: zwei Monate Intensivstation. Im November haben sie ihm zwei Bypässe gelegt, dreimal am Tag muss er Insulin spritzen. Und jetzt will ihm der Arzt auch noch seine Zigaretten verbieten. Dabei raucht er höchstens eine Schachtel am Tag. Dosdal steckt sich eine an.

Am Mittelfinger blitzt ein goldgefasster Onyxring auf, »neun Karat nur«, sagt Dosdal, aber doch so eine Art Glücksstein. Als er damals als junger Bursche von Südafrika nach Windhoek reisen wollte, aber weder Arbeit noch Geld hatte, ist er mit dem Ring einfach in die örtliche Polizeistation und hat gesagt: »Bitte geben Sie mir zehn Rand, wenn ich Geld habe, hole ich ihn mir zurück.« Ein Jahr später war es so weit. In seinen Erinnerungen fühlt er sich wohl, sie sind sein Zuhause, ein lebendiges Funkeln tritt in seine meerblauen Augen, fast so, als würde man ein Fenster öffnen und die Sonne scheint herein.

Natürlich, er hat sich eingerichtet, was soll er auch tun? 16. Stock, Block C, 74 Quadratmeter mit Loggia für 566 Euro warm. Wie alle Mieter ab dem Vierzehnten verfügt seine Wohnung über eine Loggia mit einem beherzten Knick, der ihm freien Ausblick nach Norden und Süden gewährt. Hier ist seine Gegenwart, und vermutlich wird es auch seine Zukunft sein. Er kennt alle auf der Etage und viele darüber hinaus. Die Isolierung der Wohnung sei ausgezeichnet, er höre nichts von der Familie mit den zwei kleinen Kindern nebenan. »Die Parks sind picobello«, lobt Dosdal. Und die beiden Ärztezentren gleich um die Ecke. »Ich bin froh, dass ich hier sein darf!« Der Wohnpark kann ihm das Reisen nicht ersetzen und nicht die Sehnsucht, aber das Leben erleichtert er ihm schon.

Normalerweise überragen Kirchen ihre Umgebung. Im Falle der Wohnparkkirche ist dieses Prinzip außer Kraft gesetzt. Selbst wenn man sie zehnmal übereinanderstapelte, wäre sie nur halb so hoch wie die sie umgebenden Hochhausblöcke B und C. Das heißt nicht, dass Gott hier weniger zu Hause wäre. Er muss sich nur zwischen die Häuser bücken.

Aber woran eigentlich erkennt man, dass es sich um eine Kirche handelt? Die allgemeine Erfahrung mit Kirchen, auch katholischen, lehrt, himmelwärts zu blicken. Denn dort ist ein Kreuz aus Stahl, das einem den Weg weist. Würde man den Blick senken, gäbe es nichts, was an eine Kirche erinnert: Würfel aufeinandergetürmt, eine moderne Betonskulptur in Form eines Oktaeders. Ein Raumschiff, denkt man. Bis man nach oben schaut. Die Orgelklänge, die aus der offenen Tür heraufsteigen zu den Balkons der Wohnblöcke B und C, sind natürlich auch ein gewisses Indiz für die Anwesenheit höherer Mächte.

Oder zumindest der von Frau Mayer. Liane Mayer ist Organistin seit 1999 und muss im kunstbeleuchteten Teil der Kirche sitzen, weil das Licht des kleinen Deckenfensters im Wesentlichen nur für den Jesus reicht. Das Taufbecken ist neu und auch die Orgel, weil die alte irgendwann nicht mehr alle Töne spielte. Der Orgelbeauftragte der Diözese Wien war eigentlich gegen eine neue Elektroorgel, aber Pfeifen konnten sie sich nicht leisten, und so tönt es nun aus Lautsprechern, was in einer modernen Kirche natürlich entschuldbar ist und für die Masse der Besucher ohnehin genauso klingt.

Liane Mayer, damit beschäftigt, den Psalm 615 für die Andacht einzustudieren, trägt ein kanariengelbes Poloshirt, eine schmale Metallbrille, lange glatte Haare und hat eine eher strenge Ausstrahlung, die nur dadurch abgemildert wird, dass in gewissen Abständen etwas Schalkhaftes in ihre Augen tritt. Je mehr sie jemandem vertraut, desto kürzer werden diese Abstände.

* Name von der Redaktion geändert.

»Bisserl Leben muss sein«

Schon spricht sie von der Zigarette, die ihr einmal den Socken verbrannte. Durch die terrassenförmige Anordnung der Balkons landen Zigaretten, die aus dem Fenster geworfen werden, nämlich nicht auf der Straße, sondern direkt beim Untermann. Manchmal kämen auch Kochbücher geflogen, sagt Frau Mayer. Und anderes.

Eine chinesische Kampfschildkröte, eigentlich beheimatet in einem der oberen Stockwerke, fand sich einmal, was sich niemand so recht erklären kann, zwanzig Meter tiefer im Schlafzimmer eines erschrockenen Mieters wieder. Aufregung auch, als auf dem Balkon einer älteren Dame ein tschechischer Basejumper mit Fallschirm landete, der offenbar die besondere Thermik des Hauses mit ihren gelegentlichen Turbulenzen falsch eingeschätzt hatte. Dies passierte, an einem seiner schwärzesten Tage, auch Herrn Sack, als er seinen Segelflieger SG 38, der in einigen hundert Arbeitsstunden entstanden war, vom Balkon starten wollte.

Die Sacks haben sieben Kinder. Ein Großteil ist auf derselben Etage in den Nachbarwohnungen verteilt. Von den beiden Söhnen, die noch bei ihnen leben, ist der eine ein begnadeter Gitarrist, der schon mehrere Auftritte beim ORF hatte, der andere ein leidenschaftlicher Chemiker, der seinem Hobby mit großer Freude auf dem Balkon frönt. »Nichts angreifen, ist alles giftig oder explodiert«, sagt Mutter Brigitte und mit größter Beiläufigkeit, wie als eine Art Erklärung der Flecken an der Balkondecke: »Autokatalytische Reaktionen …«

Einmal haben die Kinder in großer Verbundenheit zur Natur in ihrem kleinen Balkonteich etwa 3500 Kaulquappen angesiedelt. Leider wussten sie nichts von der Angewohnheit der Frösche, irgendwann am gleichen Tag zu gemeinsamer Wanderung aufzubrechen. Als es so weit war, fanden sich viele Frösche zunächst im elterlichen Schlafzimmer wieder. Ein großer Teil aber hatte sich aufgemacht, an der Fassade hinunterzuklettern, und besiedelte nun allmählich auch die Wohnungen unter ihnen. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Problem einigermaßen gelöst war. Obwohl sie sich überall entschuldigten, haben es einige Nachbarn bis heute vermutlich nicht ganz verziehen.

Im Herzen der Wohnung, gleich neben der Sprossenwand (»Bisserl Leben muss sein!«), dient dem Hausherrn eine umgebaute Staubsaugerkammer als Werkstatt. Alle anderen Zimmer werden freilich auch mehr oder weniger als Werkstatt genutzt. »Löten ist nur aufm Balkon«, hat seine Frau angeordnet, aber hin und wieder drückt sie ein Auge zu. Schon deshalb, weil er sich sonst wahrscheinlich ständig unten im Modellbauclub-Keller rumtreiben würde.

Dem Wohnzimmer kommt eine Sonderrolle zu, weil es neben seiner Werkstattfunktion auch als Schnittplatz dient und infolgedessen eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Bildschirmen eine besondere Art von Wohnlichkeit erzeugen. Aus der Decke über der Essnische hängen zwei große Kabel, eines davon speist »Wohnpark TV«.

Die Sacks haben es erfunden.

Eine Reichweitenuntersuchung hat ergeben, dass sie gleich hinter CNN kommen, erzählt Heinz Sack, ehemals EDV-Chef der Gemeinde Wien, nicht ohne Stolz in der Stimme. Ihr Quotenrenner war die Übertragung der Dornröschen-Aufführung aus dem Kindergarten. Als ihr Junge bei der Sonntagsmesse, die sie stets live übertragen, einmal in der Nase gebohrt hatte, wurden sie noch tagelang im Fahrstuhl darauf angesprochen.

Eine Art Highlight auch der Beitrag, der darüber berichtet, wie der Blindenhund von Frau Kempel erblindete. Die Absicht lobenswert, es sollte gespendet werden, damit 20 000 Euro für einen neuen Blindenhund zusammenkämen. Frau Kempel wird also gefilmt, wie sie mit ihrem blinden Hund Murle zum Briefkasten läuft. Da der Hund nicht mehr sieht als sie, verfehlen sie den Briefkasten fünfmal hintereinander. Am Ende ruft Frau Sack, die die Kamera bedient, mit strenger Stimme: »Schaun S, do steht da Briefkastn doch!« Das haben sie natürlich nicht gesendet.

Aber komisch war’s schon.

Fotos: Julian Baumann

Artikel teilen: