Todesgleis im Vorgarten

In den Wohngebieten von Auschwitz findet man noch die Gleise, auf denen die Züge voller todgeweihter Juden ins Lager fuhren. Wie leben die Bewohner des Ortes mit diesen Spuren des Grauens?

»Diese Zeit war viel freizügiger, als wir denken«

Sie tanzte mit Josephine Baker, kannte Marlene Dietrich und Thomas Mann: Ruth Landshoff war das Glamour Girl der Weimarer Republik. Anhand neu entdeckter Nacktfotos erklärt der Literaturwissenschaftler Jan Bürger, warum sie eine der fortschrittlichsten Frauen ihrer Ära war.

»Rudi wollte der Rechten etwas von links entgegenstellen«

Gretchen Dutschke war die große Liebe von Rudi Dutschke, der Galionsfigur der 68er. In einem sehr persönlichen Gespräch zieht sie Bilanz über ihr Leben, Pegida, die Grünen und die sexuelle Revolution.

»Das ›Nie wieder‹ hat sich umgekehrt. Es entsteht das Gefühl, man darf wieder«

Ihre Großmutter verhungerte im KZ Theresienstadt, sie selber muss von Personenschützern begleitet werden und beobachtet das Zunehmen des Antisemitismus in Deutschland. Wie hält man das aus? Ein Gespräch mit Charlotte Knobloch, der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in München und Oberbayern.

Danke für nichts

Unsere Welt ist voll von Nullen, und das nicht nur in der Politik. Aber wie kam dieses besondere Zeichen in die Welt? Unser Kolumnist über erstaunliche neue Erkenntnis zum Usprung des Nichts.

Darum arbeiten wir auch am Rechner an einem Schreibtisch

Um Computer für Benutzer verständlicher zu machen, erfanden Entwickler den Desktop. Aber hilft dieser wirklich, das Chaos der Welt zu bändigen? Wäre eine virtuelle Hotelrezeption nicht besser geeignet?

»Hoffnung macht untätig und feige«

Die Schritstellerin Ruth Klüger war in drei Konzentrationslagern gefangen und wurde nach dem Krieg zur bekanntesten Germanistin im Ausland. Im Interview mit Sven Michaelsen spricht sie über ihr Leben und erklärt, warum sie heute nicht mehr mit Martin Walser befreundet sein kann.

Im Schatten des Comandante

Che Guevaras Bruder Juan Martin über seine Beziehung zum Revolutionsführer, dessen Kommerzialisierung und die gemeinsame Vergangenheit als Muttersöhnchen.

»Ich sehe Schnittmengen zwischen Trump und Hitler«

2016 erschien eine kritische Edition von Hitlers »Mein Kampf«. Das Buch schoss auf die Spiegel-Bestsellerliste und überraschte damit seinen Herausgeber Christian Hartmann. Wir haben mit Hartmann über den unerwarteten Erfolg, harte Kritik und Parallelen zur aktuellen Weltlage gesprochen.

»Monster sind nicht charmant, oder?«

Bettina Göring ist die Großnichte der Nazi-Größe Hermann Göring. Für sie ist er zugleich Psychopath und guter Onkel – an diesem Widerspruch hat sie sich ihr Leben lang abgearbeitet.     

Mama lesbisch, Vater schwul, Kinder glücklich

Ein Mann liebt einen Mann, hat aber zwei Kinder mit einer Frau, die Frauen liebt. Sie bilden zusammen eine sehr spezielle Familie - und finden sich selbst allen Ernstes spießig.

Kreuz und quer

Die Stimme von Sabine Bundschu kennen Millionen: Sie sagt Haltestellen in München an. Ihr turbulentes Leben kennt fast niemand – sie schrammte hautnah an der Endstation vorbei.

Deutsche Wertarbeit

Im Nordsee-Urlaub kauft sich SZ-Magazin-Autor Till Raether eine Schiebermütz – und stellt fest, dass sie von einer Firma stammt, die in der Nazi-Zeit gegründet wurde. Kann man, mit diesem Wissen, die Mütze tragen?

»Ich wollte erfahren, wie man fünf Millionen Menschen vergast«

Claude Lanzmann, Regisseur des berühmten Holocaust-Dokumentarfilms »Shoah«, wird 90. Im Interview spricht er über die Entstehung dieses Werks, seine Liebesbeziehung zu Simone de Beauvoir und den grundlegenden Fehler von Spielbergs Film »Schindlers Liste«.

Der Kommissar

Am Ende des Zweiten Weltkriegs übernimmt ein französischer Soldat das Kommando über ein Dorf im Schwarzwald. Bis heute ist er dort unvergessen - obwohl die rätselhafte Gestalt nach zwei Wochen schon verschwand.

»Hitler zu widersprechen, ist eine gewaltige Freude«

Zum Jahreswechsel erlischt das Urheberrecht von Adolf Hitlers Hetzschrift »Mein Kampf« – das Buch könnte dann auch in Deutschland verkauft werden. Der Münchner Historiker Christian Hartmann arbeitet seit Jahren an einer kommentierten Neuausgabe.

Für immer gefangen

Dreizehn Millionen Zwangsarbeiter wurden von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Als der Zweite Weltkrieg vor siebzig Jahren zu Ende ging, konnten viele trotzdem nicht nach Hause.

Und es war Sommer

Zum ersten Mal spricht Angela Merkel darüber, wie sie das Jahr 1968 in der DDR erlebte - und wie der Aufbruch sie für immer veränderte.

Zeitmaschine

Vietnam, Gitarren, die Liebe, der Krebs: Unser Autor ist einer ungewöhnlichen Lebensgeschichte aus Amerika nachgegangen, wunderschön und traurig zugleich. Sie steckt in einem Porsche.

Das Grauen von Rechnitz

In einem österreichischen Dorf wurden kurz vor Kriegsende 180 Juden von den Gästen eines Schlossfestes ermordet. Margit von Batthyány-Thyssen war Gastgeberin - und die Großtante unseres Autors.

Der lange Schatten der Schuld

Zwei Männer: John Demjanjuk soll Wachmann im Vernichtungslager Sobibór gewesen sein; Erich Steidtmann war Polizeihauptmann im Warschauer Ghetto. Zwei Leben: Demjanjuk steht unter weltweiter Beachtung in München vor Gericht, Steidtmann lebt unbehelligt in Hannover. Eine Geschichte: deutsche Geschichte.

Die Jahrhundert-Frau

Hilde Danne überlebte zwei Weltkriege, drei politische Systeme und zwei Ehemänner.

Der Datenverarbeiter

Horst Herold hat als Chef des Bundeskriminalamts die Computerfahndung erfunden, die RAF verfolgt und sie zerschlagen. Seit 32 Jahren versteckt er sich vor der Welt. Er denkt nach über den Terror von gestern und heute und über die Methoden, ihn klug zu bekämpfen. Jetzt wird der Kriminalphilosoph neunzig Jahre alt.

Der letzte Fall

Mit 100 Jahren ist Erich Priebke der älteste lebende NS-Kriegsverbrecher. Versteht er, was er getan hat? Empfindet er Reue? Wir haben ihn in Rom zur Rede gestellt.

Ein Mann mit Vergangenheit

Vor Opa Erwin, dem übellaunigen Kerl, hatten die Enkel fast ein bisschen Angst. Erst viele Jahre später wurde klar: Im Dritten Reich war er ein Held. Er sprach nur nie drüber.

»Aghet war der erste Völkermord in der Geschichte des 20. Jahrhunderts«

Die türkische Regierung weigert sich bis heute, die Massaker an 1,5 Millionen Armeniern als Genozid anzuerkennen. Ein Interview aus dem Jahr 2010 mit dem mittlerweile verstorbenen Kulturwissenschaftler Hermann Goltz.

Mmmmh, 2000 Jahre altes Brot!

Nein, natürlich nicht zum Essen. Aber Archäologen freuen sich tatsächlich, wenn sie versteinerte Laibe finden: Die erzählen eine Menge.

Miss Holocaust

Chava Herschkowitz wurde in Israel zur schönsten KZ-Überlebenden gewählt. Jetzt streitet das Land, ob die Idee geschmacklos ist - oder eine ganz neue Form von Beistand.

Die 80-jährige Ruth Klüger

In den Konzentrationslagern der Deutschen hat die Wiener Jüdin gelernt, dass die Hoffnung feige macht und die Verzweiflung mutig. Das hat ihr später als Germanistin in Amerika geholfen.

Die Pforte seines Lebens

Seit 60 Jahren leidet der Architekt Jochen Wilk an der Wartburg, genauer: an einem Eingang, der an der falschen Stelle sitzt.