Drumherum

Innere Werte, schön und gut – aber das Erste, was man von einem Geschenk sieht, ist immer noch die Verpackung. Wir haben sechs Künstler aus ganz Europa gebeten, außergewöhnliches Geschenkpapier zu gestalten – exklusiv für das SZ-Magazin. Und Sie können es bestellen.

Ihr Weg zum Papier
Die sechs folgenden Motive haben wir in limitierter Auflage im Format 68 × 98 Zentimeter gedruckt. Sie können sie als Set für 16,90 Euro über den SZ-Shop bestellen.

Dennis Busch

Der deutsche Künstler, geboren 1971, hat zuletzt zwei Jahre mit seinen Kindern in Andalusien am Meer gelebt. Seit Anfang 2018 wohnt Busch mit seiner Familie wieder in Bremen.

SZ-Magazin: Gibt es einen Wunsch aus Ihrer Kindheit, der unerfüllt blieb?
Dennis Busch: Mitglied bei Kiss zu ­werden.

Was hat Sie zu diesem Design angeregt?
Ich möchte damit das ­höhere Selbst aktivieren, den eigenen Lichtkörper – da das Weihnachtsfest ja im traditionellen Sinne auch ein Lichterfest ist.

Gehört zur perfekten Verpackung eine Schleife?
Wenn, dann in Gold.

Welches Geschenk, das Sie anderen gemacht haben, ist Ihnen besonders gut gelungen?
Als ich ungefähr 16 war, habe ich aus der Not heraus ein Stück aus meinem Teppich geschnitten und daraus eine Collage gebaut – ich hätte sonst kein Weihnachts­geschenk für meine Mutter gehabt. Das kam in dem Moment gut an, aber im Nachhinein doch nicht so.

Bendik Kaltenborn

Der norwegische Künstler und Illustrator Bendik Kaltenborn ist 38 Jahre alt und lebt in Oslo. Am meisten hat er bisher für das Magazin »The New Yorker« gezeichnet.

SZ-Magazin: Lieber schenken oder Geschenke bekommen?
Benedikt Kaltenborn: Schenken! Ich habe zu viel Krimskrams zu Hause rumliegen, das macht mich verrückt.

Welches war das beste Geschenk, das Sie je bekommen haben?
Als ich ein Kind war: Tove Janssons Buch Wer tröstet Toffel?

Was hat Sie zu Ihrem Motiv angeregt?
Ursprünglich war das eine Zeichnung für Unterwäsche, die ich für meinen Freund Todd Terje entworfen habe. Zu der Zeit bestand die Zeichnung eigentlich nur aus Katzen und Vögeln, aber aus irgendeinem Grund wurde das Ganze zu diesem Szenario aus Schwerter schwingenden Kriegsvögeln.

Was soll mit Ihrem Geschenkpapier nach dem Auspacken passieren?
Das Geschenkpapier soll dem Inhalt die Show stehlen und ihn im Gegensatz langweilig und glanzlos aussehen lassen.

Was sollte man nie ver­schenken?
Deodorant.

Haben Sie ein Weihnachts­ritual?
Die Gremlins schauen.

Rop van Mierlo

Der niederländische Grafik­designer ist 38 Jahre alt, lebt in Amsterdam und hat eine ­Vorliebe für Tiermotive.

SZ-Magazin: Schenken oder Geschenke bekommen?
Rop van Mierlo: Schenken. Ich mag es nicht, wenn mir ­jemand beim Auspacken zusieht.

Welches war das schönste Geschenk Ihrer ­Kindheit?
Ein Hund. Ich wollte eigentlich eine ­Katze, aber den Hund ­mochte ich dann auch.

Was wünschen Sie sich dieses Jahr?
Eine Halskette aus Silber oder Gold.

Welches Geschenk sähen Sie am liebsten in Ihrem Papier?
Eine lebende Taube.

Was hat Sie zu diesem Design angeregt?
Die meisten halten Tauben für hässliche Vögel. Aber wenn man genauer hinsieht, haben sie eine ­gewisse Schönheit.

Wie sollte man Ihr Geschenkpapier öffnen?
Aufreißen!

Welches Geschenk ist immer gut?
Ein Kunstobjekt, ein Gemälde oder eine Zeichnung.

Eline van Dam

Ihr Künstlername lautet ­»Zeloot«, das ist Niederländisch für ­Fanatikerin. Nach sechs Jahren in Deutschland lebt die Illus­tratorin, Jahrgang 1974, mit ihrem Partner und zwei ­Söhnen wieder in ihrer Heimat Den Haag.

SZ-Magazin: Was war das schönste ­Geschenk Ihrer Kindheit?
Eline van Dam: Eine Holly-Hobbie-Puppe. ­Meine Mutter fand sie schrecklich, weil sie so kitschig war. Ich habe sie später weiterverschenkt.

Was wünschen Sie sich dieses Jahr?
Dass die Leute bewusster mit der Umwelt umgehen. Aber das kann man nicht in Geschenkpapier packen.

Welches Geschenk sähen Sie am liebsten in Ihrem Papier?
Bücher. Ich mag, wie sie aus­sehen und sich anfühlen.

Was hat Sie zu diesem Design angeregt?
Das Thema Verpacken an sich. Das Design soll einen dekorativen Zweck haben.

Wie soll man Ihr Geschenkpapier öffnen?
Ich mag, wie Kinder das machen: einfach aufreißen. Auch wenn es schmerzt zu sehen, wie das schöne Papier in einer halben Sekunde zerstört wird.

Was soll danach damit geschehen?
Man kann es als Buchcover verwenden, im Kinder­zimmer aufhängen – oder noch mal benutzen, das mache ich immer.

Folgen Sie beim Auspacken einem Ritual?
Einer packt aus, die anderen schauen zu. Wir nehmen uns viel Zeit.

Welches Geschenk ist Ihnen besonders gut gelungen?
Geschenke für meinen Partner gelingen immer. Ich weiß, was er braucht, bevor er es weiß. Er hat mal ständig gefroren, da habe ich ihm einen Pullover geschenkt.

atelier bingo

Adèle Favreau, 29, ist Teil des Künstler- und Illus­trationsduos atelier bingo. Im ländlichen Saint-Laurent-sur-Sèvre an der Westküste Frankreichs entwirft sie mit ihrem Partner Maxime Prou vor allem Siebdrucke, Collagen und Textildesigns.

SZ-Magazin: Gibt es einen Wunsch aus Ihrer Kindheit, der unerfüllt blieb?
Adèle Favreau: Ich wollte einen Delfin haben, der in meinem Pool schwimmen könnte. Ich mag Delfine immer noch, aber lieber in der Natur.

Was wünschen Sie sich dieses Jahr?
Mit meiner Familie habe ich beschlossen: Wir möchten unsere Geschenke selbst machen. Marme­lade, Blumen, solche Dinge. Oder wir kaufen Secondhand, Vintage-Sachen – aber nichts Neues.

Was hat Sie zu diesem Motiv angeregt?
Wir haben versucht, viele Muster zu schaffen und gleichzeitig kein einheit­liches Muster zu kreieren.

Haben Sie Geschenk­rituale zu Weihnachten?
Wir dürfen die Geschenke noch nicht am 24. Dezember aus­packen, erst am nächsten Morgen.

Welches Geschenk funk­tioniert immer?
Blumen. Die sind für jeden gut!

Bráulio Amado

Der Grafikdesigner und Illustrator wurde 1987 in Portugal geboren. Seit acht Jahren lebt er in New York. Er entwirft am liebsten Poster.

SZ-Magazin: Schenken oder Geschenke bekommen?
Bráulio Amado: Schenken. Ich erschaffe gerne etwas für andere.

Gibt es einen Wunsch aus Ihrer Kindheit, der unerfüllt blieb?
Ein Schlagzeug. Meine Eltern wollten mir keines kaufen. Ich habe dann Bass gespielt.

Was hat Sie zu diesem Design angeregt?
Ich wollte etwas mit meinen Händen kreieren. Ein buntes, abstraktes Muster, nichts typisch Weihnachtliches.

Was halten Sie von Zeitungspapier als Geschenk­verpackung?
Gute Idee. Aber dann mit Schleife.

Welches Geschenk ist immer gut?
Geld.

Was sollte man nie verschenken?
Socken. Es gibt zu viele davon.

Welches Geschenk ist Ihnen besonders gut gelungen?
Ich habe meinem Freund vor drei Jahren Tickets für ein Britney-Spears-Konzert in Las Vegas geschenkt. Er hat sich riesig gefreut!

Haben Sie ein Weihnachtsritual?
Am 25. Dezember gehe ich mit meinen Freunden zu Hause in Portugal zum Senioren-Bingoabend.

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