Luftschlösser

Wenig erbaulich: Zurzeit sind weltweit fast 200 Hochhaus-Projekte auf Eis gelegt - weil das Geld fehlt. Eine Übersicht.

Sie sind das architektonische Pendant zur Hybris der Banker: die zahlreichen Wolkenkratzer, die rund um den Globus in den Himmel wuchsen. Nun werden wohl die meisten dieser ambitionierten Vorhaben für immer in den Schubladen verschwinden – es ist kein Geld mehr da. Einige sind sogar schon im Bau; Zukunft ungewiss. Laut Emporis und SkyscraperPage, den beiden wichtigsten Internet-Datenbanken für globale Bautätigkeit, sind derzeit 198 Wolkenkratzer (Gebäude höher als 100 Meter) auf Eis gelegt, etwa elf Prozent aller Projekte weltweit.

Darunter viele, die einen Superlativ verdient hätten, wie der Nakheel Tower in Dubai, der mit seinen 1050 Metern unangefochten zum höchsten Gebäude der Welt aufgestiegen wäre, aber auch zahlreiche Prestigegebäude in Europa, Nordamerika, Südamerika und Afrika. Addiert man alle derzeit stillgelegten Bauprojekte, landet man bei 42,1 Höhenkilometern, die keine Skyline mehr schmücken werden. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Baugewerbe sind schon jetzt enorm: Allein, dass das höchste Gebäude Südamerikas, der Gran Torre Costanera (300 Meter), vorerst nicht gebaut wird, bedeutet den Verlust von 2000 Jobs. Überträgt man den Indikator Arbeitskräfte pro Höhenmeter auf alle 198 betroffenen Hochhäuser, so ergibt sich insgesamt ein weltweiter Verlust von 280 000 Arbeitsplätzen. Die Welle an Baustopps ist also nicht nur eine architektonische und ästhetische Frage, sondern im Kern auch eine menschliche Tragödie.


Illustration: www.td-architects.eu

Illustration: Theo Deutinger

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