Was kann Musik, was keine andere Kunst kann?

Die Violinistin Patricia Kopatchinskaja im Interview ohne Worte über das Besondere an ihrer Geige, Mozart und ihre nackten Füße bei Konzerten.

Patricia Kopatchinskaja

Geboren 23. März 1977 in Chișinău (Kischinau), ehemalige Moldauische SSR
Beruf Violinistin 
Ausbildung
Diplom am Konservatorium in Bern 
Status
Klassische Rebellin

Patricia Kopatchinskaja hat ein Markenzeichen: Sie ist bekannt dafür, Konzerte barfuß zu spielen. Das klingt wie ein guter Trick, um auch in der Welt derer bekannt zu werden, die sich für klassische Musik nicht so interessieren. Aber wahrscheinlich ist es eher ein Ausdruck ihres freien Geistes. Jedenfalls ist es der moldauisch-österreichisch-schweizerischen Violinistin ein Bedürfnis, aus dem starren Orchesterbetrieb ausbrechen zu wollen, der »bei Beethoven, Bruckner und Brahms stecken bleibt«, wie sie findet. Darum nimmt sie alte Stücke her und interpretiert sie so neu, dass ihr Publikum verärgert zurückbleibt und die Orchestermusiker tuscheln, ob ihr denn niemand bei­gebracht hat, wie man »richtig« spielt. Kopatchinskaja lässt sich nicht beirren, sondern reagiert auf Buhrufe mit einer dadaistischen Zugabe für Geige, Stimme, Lachen, Kieksen. Oder spielt Neue Musik, Alban Berg, Béla Bartók, György Lygeti mit einem Feuer, einer Energie, die manchen schwer zugänglichen Stücken gut bekommt. Mittlerweile zählt ­Kopatchinskaja zu den bekanntesten Geigerinnen der Welt und gewann dieses Jahr in New York einen Kammermusik-Grammy für ihr Album Death and the Maiden. Von 14. bis 16. Oktober gastiert Patricia Kopatchinskaja in München.

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