Sagen Sie jetzt nichts, Jan Böhmermann

Der Moderator Jan Böhmermann im Interview ohne Worte über Harald Schmidt, seinen typischen Fan und seine Gefühle für Ursula von der Leyen.

Geboren: 23. Februar 1981 in Bremen
Beruf: Moderator
Ausbildung: Studium der Geschichte, Soziologie, Theater-, Film- und
Fernsehwissenschaften (abgebrochen)
Status: Anti-Aging-Dragée des ZDF

Über Nacht im ganzen Land bekannt zu werden, die deutsch-griechischen Beziehungen noch mal ordentlich durcheinanderzuwirbeln und nebenbei die deutsche Medienlandschaft (mal wieder) in die Selbstzerfleischung zu stürzen – woran sich Satiriker oft ein Leben lang vergeblich abarbeiten, das schaffte Jan Böhmermann mit einem einzigen Fingerzeig. Seine Behauptung, das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis manipuliert zu haben, machte ihn endgültig vom Nischenphänomen zur prominenten Fernsehnase. Der Mann ist Anfang dreißig, Grimme-Preisträger, Buchautor, Talkmaster, Journalist des Jahres 2014 in der Sparte Kultur/Unterhaltung – und doch hat man das Gefühl, er läuft sich gerade erst warm. Harald Schmidt in seiner besten Zeit, das war groß, weil er mehr war als komisch und frech, weil er ein Melancholiker war, der an der Gegenwart litt, aber auch eine echte Wärme ausstrahlen konnte, wenn er von einem Gast begeistert war. Dies alles, die großen Widersprüche und kleinen Unvereinbarkeiten, sind auch bei Böhmermann zu spüren. Nur dass er weniger verzweifelt. Und mehr spielt. Mal sehen, wie sie sich entwickeln, wenn man ihn hoffentlich weiterblödeln lässt. Sein Neo Magazin Royale läuft auf ZDF und ZDFneo.

Artikel teilen: