Wie unbedingt wollen Sie Kanzler werden?

Der CDU-Politiker Armin Laschet im Interview ohne Worte über Donald Trump, Triumphgesten, eine Welt ohne Karneval und die Sache, bei der er sich Friedrich Merz überlegen fühlt.

Geboren: 18. Februar 1961 in Aachen
Beruf: Politiker 
Ausbildung:
Jurastudium, Volontariat bei Radio Charivari
Status: Kleiner Mann – bald groß?

Zugesagt hat er schnell, danach hat es ein paar Wochen ­gedauert, bis der Termin zustandekam: Armin Laschet, ­Ministerpräsident von NRW, hat gerade nicht nur einen Mundschutz, sondern vor allem Termine, Auftritte, Video­kon­ferenzen um die Ohren; seit Wochen ist er ein bisschen forscher, präsenter, provokanter als sonst, ja, es gab Tage, da war er lauter als sein bayerischer Kollege Markus Söder. Laschet möchte CDU-Vorsitzender werden, danach – vielleicht – Kanzler. Seine Freunde sagen, er sei nett, seine Gegner sagen: er sei zu nett. Es gibt schlechtere Ausgangspositionen, um nach der Macht zu greifen.

Warten lassen, das kann er schon mal: Er kommt 45 Mi­nuten zu spät, mit dabei ein Sprecher und ein Social-Media-Team: ein Ministerpräsident, der Faxen macht – ideal für Instagram. Ob es an seinem mehrsekündigen Gastauftritt in der 1115. Tatort-Folge liegt, ist schwer zu sagen, aber er macht das gut, wirkt gelöst, hat Spaß. Bei der Steinbrück-Frage muss er lachen. Natürlich erinnert er sich an den Stinke­finger, über den 2013 halb Deutschland diskutierte. Er überlegt kurz, hebt dann den kleinen Finger seiner rechten Hand und erklärt: »Das ist der Klenkes – ein traditio­neller Aachener Gruß.«