Auf der Pirsch

Fotografie hat im SZ-Magazin schon immer eine herausragende Stellung eingenommen. Daher stellen wir Ihnen hier junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Friederike Brandenburg und ihre Hochgebirgsjagd.

    Name: Friederike Brandenburg
    Geboren: 1983
    Ausbildung: Folkwang Hochschule, Essen.
    Website: www.friederikebrandenburg.de

    Frau Brandenburg, die Jagd ist ein kontroverses Thema. Auf Ihren Bildern wirkt sie sehr romantisch, erlegte Tiere fehlen fast völlig. Warum?
    Friederike Brandenburg:
    Der Aspekt des Tötens stand bei meiner Arbeit gar nicht im Vordergrund. Bei der Jagd geht es ja darum, das Gleichgewicht der Natur durch eine gesunde Wilddichte zu erhalten. Mich reizte dabei besonders, Jagd als Naturerfahrung zu betrachten, ein Zusammenspiel von Mensch und Natur. Meistens gab es übrigens gar keine toten Tiere zu fotografieren, weil die Jäger nicht zu Schuß gekommen sind. Waren die Jäger Ihnen gegenüber verschlossen?
    Meine Eltern sind beide Jäger und ich bin seit meiner Kindheit immer dabei gewesen. Ich kannte einige der Leute über Bekannte, deswegen waren sie mir gegenüber sehr offen. Natürlich wollten sie wissen, wofür ich die Bilder mache. Aber weil für mich ohnehin das Naturerlebnis im Vordergrund stand und sich die Jäger damit identifizieren konnten, waren wir einer Meinung.

    Wie sind die Aufnahmen entstanden?
    Ich war in Norwegen und Österreich unterwegs. Die Strecke ist komplett auf Film fotografiert, in Mittelformat, weil ich hinterher Handabzüge auf die herkömmliche Art in der Dunkelkammer machen wollte. Den Jägern war es vor allem wichtig, dass ich sie nicht störe und dass die Geräusche der Kamera das Wild nicht verschrecken. Sie sind also vorneweg und ich mit einigem Abstand hinterher - schon wegen der Waffen und der nötigen Sicherheit.

    Interview: Sebastian Schöbel