Wie reagieren Sie, wenn Sie auf der Autobahn rechts überholt werden?

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Interview ohne Worte über Fahrverbote, seine Sehschwäche und die Frage, wieviel er von Horst Seehofer gelernt hat.

Andreas Scheuer

Geboren 26. September 1974 in Passau
Beruf
Politiker, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
Ausbildung
Lehramtsstudium, Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaft und Soziologie
Status
Rechtsfahrer

Andreas Scheuer ist auf eine ziemlich perfekte Art so, wie die CSU gesehen werden möchte: halb Tradition, halb Zeitgeist, ein bisschen von gestern, aber vor allem von morgen. Er fährt einen 3er BMW aus dem Jahr 1987, trägt aber eine dieser modernen Brillen, die jeden so aussehen lassen, als käme er von der Ostküste der USA. Er zieht gern Trachtenjanker an, postet aber auch Sonnenbrillen-Selfies auf Instagram. So hat er es geschmeidig erst zum Generalsekretär, dann zum Bundesminister und im Sommerloch zu Schlagzeilen gebracht: Die FAZ hatte für Neu-Abonnenten in einer Anzeige ein Treffen mit dem Herrn Minister ausgelobt, ohne dem vorher so richtig Bescheid zu sagen. Im Grunde ist er eine Art kleiner Guttenberg, nur ohne Schloss, dafür mit einer Doktorarbeit, die nach einigem Hin und Her doch als solche anerkannt wurde. Im Ton hat er zuletzt einen Gang zurückgeschaltet, er ist jetzt Minister, dementsprechend staatsmännisch tritt er auf – gegen Fahrverbote, gegen Wirtschafts­flüchtlinge, für alles, was mit Digitalisierung zu tun hat. Das Thema seiner Zulassungsarbeit zur Lehramtsstaatsprüfung lautete »Menschenwürde in den neueren Dokumenten der deutschen Bischofskonferenz« – vielleicht kann er ja mithelfen, dass sich die CSU und die Kirche wieder besser vertragen.

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