Buchstabentruppe

Warum kleiden sich Profi-Fußballer privat so gern im Modelabel-Komplettlook? Ein Label wird dabei besonders verehrt – nicht zuletzt von Bayernspieler Franck Ribéry.

Fans von Fußballclubs haben viel gemeinsam mit Fans von Modemarken. Beide kaufen für viel Geld Merchandising-Artikel ein, auf denen groß das Vereins- beziehungsweise Markenlogo zu sehen ist, und nehmen gern in Kauf, dass Horden anderer Menschen mit denselben Sachen durch die Gegend laufen. Im Fußball-Stadion oder bei Chanel-Modenschauen bilden sich dann gut sichtbare Blöcke der jeweiligen Eintracht. You’ll never walk alone – irgendwer neben dir trägt immer den gleichen Kram, weil er aus dem gleichen Kreis kommt oder den gleichen Geschmack hat. Das verbindet.

Weil Fußballer nicht so gut offensichtlich Fan von anderen Fußballvereinen sein können, sind sie wahrscheinlich so gern Anhänger von Modelabeln. Da kann man den ganzen Kuttenfetisch ausleben, ohne dabei schon wieder das eigene verschwitzte Trainingskit tragen zu müssen.

Franck Ribéry und der US-Rapper Tekashi 6ix9ine haben hier auf diesem Bild also keineswegs gerade Trikottausch gemacht. Der Sänger trägt mit vollem Bewusstsein FC-Bayern-Trikot, während Bayerns Mittelfeldspieler Ribéry ganz bewusst einen Trainingsanzug von Gucci »sportet«, wie das im Englischen so schön heißt.

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Die italienische Marke ist gewissermaßen der Lieblingsclub von Fußballern, wenn es um Mode geht. Den berühmten Kulturbeutel von Oliver Kahn damals zierte das Doppel-G, David und Victoria Beckham erscheinen einmal im doppelten Lederensemble von Gucci im Partnerlook. Genau betrachtet zeigen Fußballer einen auffälligen Hang zum Komplettlook, was damit zu tun haben muss, dass sie im Training von klein auf passende Zweiteiler tragen. »Mismatch«, also das bewusste Kombinieren unterschiedlicher Stile, Muster und Marken, war für sie nie Thema.

Noch eine Parallele: Fußballverrückte Eltern stecken ihre Kinder gern von Geburt an in Fußball-Strampler oder lassen sie an Schnullern mit Vereinslogo nuckeln. Modeverrückte Fußballer neigen anscheinend zum gleichen Reflex: Was also trägt Ribérys 13-jährige Tochter Hiziya auf dem Bild? Ein Sweatshirt von Gucci. Kostenpunkt für Vater und Tochter zusammen: rund 3000 Euro.

Gut aussehen tun sie darin freilich trotzdem nicht. Aber wem steht schon ernsthaft ein rotes Bayern-Trikot mit T-com Schriftzug oder ein braunes Piraten-T-Shirt von St. Pauli? Immerhin haben die Ribérys gewissermaßen auf den Tabellenführer gesetzt: Keine andere Modemarke ist derzeit so angesagt wie Gucci. Für manche Fans das, was bei der Wahl ihres Vereins wirklich zählt.

Typischer Instagram-Kommentar: Franck? Reich!
Das sagt Cristiano Ronaldo: Wenn du noch mehr von dem Laden willst – ich krieg bei Gucci bestimmt Prozente, meine Freundin hat da mal gearbeitet.
Das sagt der Sportkommentator: Mit schlafwandlerischer Sicherheit verwandelt Ribéry diese modische Aufgabe.

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