Hallo, ich heiße Kässerinna

Soll man, wenn man sich im Ausland vorstellt, seinen Vornamen deutsch aussprechen? Oder sich der jeweiligen Landessprache anpassen? 

Illustration: Serge Bloch

»Ich absolviere einen Auslandsaufenthalt in England. Infolgedessen bin ich oft in der Situation, dass ich mich jemandem vorstellen muss. Soll ich mich bei der Aussprache meines Vornamens meinen Gesprächspartnern anpassen oder ihn deutsch aussprechen? Das Gleiche gilt für deutsche Namen, die im Unterricht erwähnt werden, wie Beethoven.« Katharina R. (15), Heversham/England

Ich habe mich so über Ihre Frage gefreut, aber jedes Mal, wenn ich mir meiner Meinung sicher war, fiel mir ein Gegenargument ein, und jetzt stehe ich ehrlich gesagt ohne eindeutige Antwort da.

Erst wollte ich sagen, dass ich es höflich finde, es den Engländern nicht so schwer zu machen und Ihren Namen also englisch auszusprechen. Sicherheitshalber schlug ich im Standardwerk für gutes Benehmen nach, in Emily Posts Etiquette, wo ich fand, dass es sich, sollte jemand Ihren Namen oder den eines Ihrer Verwandten falsch aussprechen, gehöre, ihn »bei Gelegenheit« darauf aufmerksam zu machen (»Actually, my name is pronounced Meeve not Mave«), was meinem ersten Impuls widerspricht. Offenbar soll man den eigenen Namen also korrekt aussprechen und auch andere dazu anhalten. Ich hatte es also, wurde mir da bewusst, mein ganzes bisheriges Leben falsch gemacht: Meinen Nachnamen spreche ich eingedeutscht aus, nicht nur aus Höflichkeit, sondern auch, weil ich ihn gar nicht korrekt aussprechen kann, dazu fehlt mir das ungarische Gespür für die jeweilige Dunkelheit verschiedener A-Laute. Würde ich aber in ein deutsches Gespräch meinen Namen (möglichst) Ungarisch einstreuen, würde man mir vermutlich ein Hustenbonbon anbieten. Klingt genauso blöd, wie es rüberkommt, wenn Deutsche, die lange in den USA waren, anschließend Sätze mit Los Angeles oder New York bilden: als wäre ein Geist in sie gefahren, der sie diese Städtenamen mit verstellter Stimme sprechen lässt. Bei Beethoven, finde ich, schadet es nichts, wenn auch Engländer mal hören, wie man ihn ausspricht, wir bemühen uns ja im Gegenzug sogar bei Bands wie The The.

Mit Ihrem eigenen Namen würde ich es einfach nach Sympathiegrad des Gegenübers halten: Haben Sie Lust auf ein nachfolgendes Gespräch: deutsch, ansonsten englisch wegnuscheln.