Wie werden Sie den Brexit-Abend verbringen?

Die Sängerin Skin im Interview ohne Worte über den britischen EU-Austritt, das Altern und die Reaktion ihrer Eltern, als diese von ihrer Bisexualität erfuhren.

Geboren 3. August 1967 in London (als Deborah Anne Dyer)
Beruf Sängerin und DJane
Ausbildung Innenarchitektur- und Informatikstudium
Status Wutbürgerin

Die Sängerin der Band Skunk Anansie wohnt praktisch um die Ecke, doch zum Fototermin in London kommt sie eine halbe Stunde zu spät. »Ich war mir sicher, wo es war, in meinem Kopf war es nur woanders«, sagt sie und steigt von ihrem Roller. Eigentlich müsste Skin die Konzerthalle Village Underground in Shoreditch kennen, hier stand sie auch schon mal auf der Bühne, aber es ist ein paar Jahre her. Ihr Song Hedonism (Just Because You Feel Good) wurde Mitte der Neunzigerjahre ein weltweiter Hit, auf Youtube reißen die begeisterten Kommentare bis heute nicht ab: »Ihre Stimme ist so herzzerreißend« oder »Nicht viele Menschen können glatzköpfig und gleichzeitig schön sein.« Nach einigen Jahren Pause ist ihre Band seit zehn Jahren wieder vereint. Und Skin, die feministische, bisexuelle Rebellin, ist immer noch das, was man eine klassische Frontfrau nennt: sehr präsent, sehr exaltiert, mal zornig, mal leise und melancholisch treibt sie jede Emotion ungefiltert auf die Spitze – auf der Bühne genauso wie vor unserer Kamera. Nach unserer letzten Frage führt sie übrigens gleich das nächste Interview, diesmal mit Worten – in fließendem Italienisch. Gerade ist zum 25-jährigen Jubiläum von Skunk Anansie das Live-Doppelalbum 25LIVE@25 erschienen. 

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