Dreikönigstag-Gebäck

In der Nacht zum Dreikönigstag dringt die Hexe Befana durch den Kamin in die Häuser und bringt den Kindern einen gefüllten Strumpf. Süßigkeiten gibt es jedoch nur für die Braven. Die Mutter unserer Köchin hat ein passendes Rezept.

Die Hotelfachschule von Bassano di Sutri, die meine Mutter besuchte, wurde von Klosterschwestern geführt. Von ihnen bekam sie das eigentlich geheim gehaltene Pasticcini-Rezept geschenkt. Im Volksglauben ist die Befana eine Hexe, die in der Nacht zum Dreikönigstag durch den Kamin in die Häuser eindringt und den Kindern einen gefüllten Strumpf (la calza della befana) bringt: Kohlen für die Ungehorsamen, Süßigkeiten für die Braven. Mein kleiner Bruder bekam immer beides: Kohlen und Pasticcini della befana. Meine Gäste finden am Morgen des Dreikönigstages nur warme Pasticcini auf dem Frühstückstisch.

Dreikönigstag-Gebäck (4 Personen)
200 g Feinmehl
300 g Maismehl
200 g feinkörniger Zucker
Salz
120 g Butter
1 EL Olivenöl extra vergine
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
100 g dunkle Weinbeeren, getrocknet und eine halbe Stunde in Wasser mit 1 EL
Rum eingelegt
30 g Pinienkerne
1 EL Marmelade (Orange oder Aprikose)
5 g Vanillepulver
1 TL Anislikör
4 Eier
Schokoladensplitter
Puderzucker

Feinmehl und Maismehl sieben und mischen. Auf einem Brett Mehlring formen, über den Rand Zucker und eine Prise Salz streuen. Weiche Butter, Olivenöl extra vergine, geriebene Zitronenschale, Weinbeeren, Pinienkerne, Marmelade, Vanillepulver, Anislikör, 1 ganzes Ei und 3 Eigelb in die Mitte geben. Das Mehl in kleinen Portionen schnell unter die Zutaten mischen, ohne die Teigmasse dabei allzusehr umzurühren. Teig in ein feuchtes Tuch wickeln und im Kühlschrank 20 Minuten ruhen lassen. Nun Teig mit einem Nudelholz in einer Dicke von ca. 1 cm ausrollen. Runde Plätzchen ausstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. 15 Minuten bei 160 Grad backen. Auf die Mitte der noch heißen Pasticcini Schokoladensplitter legen. Am Schluss etwas Puderzucker darüber streuen.

Meistgelesen diese Woche:

Maria Luisa Scolastra kocht in ihrem Restaurant Villa Roncalli in Foligno bei Perugia. Sie schreibt neben Anna Schwarzmann, Christian Jürgens und Tim Raue für unser Kochquartett.

Foodfoto: Reinhard Hunger; Styling: Volker Hobl; Porträt: Frank Bauer