Schön schwarz

Erbsen grillen? Direkt in der Glut? Unbedingt, sagt unser Kochkolumnist. Das Rezept hat seine Familie überzeugt – und schafft es bei Ihnen hoffentlich auch. 

Nach Steaks, Pfirsichen und Spitzkohl legt Hans Gerlach nun auch Erbsen direkt in die Glut. Ob das funktionieren kann, sehen Sie unten im Video.

Ob ich wohl noch alle Briketts im Kohlenkeller habe, fragt meine skeptische Kleinfamilie, als ich erkläre, ich wolle Erbsen grillen. Doch es war zu spät, das Feuer brannte schon eine Weile. Und wenn ich eine reife Glut sehe - gleichmäßig glosende Kohlestücke bedeckt von einer hauchdünnen Schicht elegant weißgrauer Asche - dann kann ich nicht anders: ich wühle in meinen Taschen, im Garten, im Kühlschrank um irgendetwas Leckeres zu finden, das ich direkt in der Glut garen kann.

Der sogenannte gesunde Menschenverstand versucht uns zwar vor solchen Experimenten zu warnen, damit wir keine teuren Steaks in Kohleklötze verwandeln. Doch tatsächlich kann man gerade große Steaks sehr gut in den Kohlen garen, denn unter dem Steak bekommt die Glut nur wenig Sauerstoff und wird dadurch erstaunlich sanft. Kleinere Zutaten wie Kartoffeln, Lauch, Spitzkohl oder Pfirsiche bekommen in der heißen Glut einen sehr schönen Rauchgeschmack, nur werden dabei die Schalen tatsächlich ungenießbar schwarz.

Deshalb sind Lebensmittel, die ihre eigene Verpackung mitbringen, am allerbesten geeignet, um sie direkt in die Glut zu legen. Maiskolben zum Beispiel (unbedingt vorher mit den Hüllblättern eine halbe Stunde in kaltes Wasser legen) oder eben: Erbsen! Natürlich sollten sie noch in ihren Schoten stecken. Und damit auch die Schoten nicht in der Glut verloren gehen, kann man sie auf einen Draht fädeln oder in ein Klapp-Grillgitter klemmen. Beim Grillen darf die Schale dann wirklich ziemlich schwarz werden, die Erbsen im Inneren werden dabei nur gedünstet.

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Dazu passt eine Minz-Kräuterbutter mit ein paar Löffeln Olivenöl. Die geschlagene Butter bindet das Öl erstaunlich gut, sodass die fertige Olivenöl-Minz-Butter wie eine Art cremiges Olivenöl mit Kräutern schmeckt. Sehr fein, unter anderem auch zu Steak, Kartoffel, Lauch oder Spitzkohl.

Feuererbsen mit Olivenöl-Minz-Butter

Für 4 Personen
2 Frühlingszwiebeln
1/2 Bund Minze
125 g zimmerwarme Butter
3-4 EL aromatisches Olivenöl
2 EL eingelegte grüne Pfefferkörner
Salz, Muskat
Etwa 1 kg Erbsen in der Schote
1 saftige Limette oder Bio-Zitrone
Draht (ohne Plastikbeschichtung)

Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. die Minze zupfen und grob hacken. Butter mit dem Rührgerät in einem kleinen hohen Gefäß weiß-schaumig schlagen, das dauert etwa 5 Minuten. Zwischendurch immer mal wieder die Butter an den Schüsselrändern mit einem Teigspatel nach unten schieben. Mit Salz und Muskat würzen, unter Rühren das Olivenöl langsam einlaufen lassen. Frühlingszwiebeln, Minze und Pfefferkörner unterrühren.

Kleine Portionen Erbsenschoten auf einen Draht fädeln, dabei den Draht jeweils am Stielansatz durch die Schote bohren. Oder die Erbsen in ein Klapp-Grillgitter legen. Über einer heißen Grillglut ein paar Minuten grillen – die Schoten dürfen dabei schwarz werden und man kann die Erbsen auch ohne Grillrost direkt in die Glut legen.

Gegrillte Feuererbsen mit Olivenöl-Minz-Butter und Limetten- oder Zitronenstücken servieren.

Tipp: Grillkohle kaufen
Gerade günstige Kohle, die schön lange brennt, stammt oft aus dubiosen Quellen – wer also keinen Regenwald verbrennen will, der sollte wirklich nur Grillkohle aus eindeutig einheimischem Anbau kaufen oder einheimisches Holz verwenden.