Verwunschene Welten

Fotografie hat im SZ-Magazin schon immer eine herausragende Stellung eingenommen. Daher stellen wir Ihnen hier junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Katharina Lepiks märchenhafte Orte.

    Name: Katharina LepikGeboren: 1981Ausbildung: Hochschule für Angewandte Wissenschaften MünchenWebsite: www.katharinalepik.de

    Die Orte, die Sie fotografieren, haben etwas Verwunschenes. Wo haben Sie die gefunden?
    Lepik: Ich liebe das Fantastische und suche schon lange nach märchenhaften Plätzen und Räumen. Daher fällt es mir mittlerweile nicht schwer, sie zu finden. Für diese Bilder war ich in Österreich, England und Deutschland unterwegs und fotografierte in Theatern, Vergnügungsparks, Zirkussen und an anderen Orten, die ich als rätselhaft empfand. Ich habe meine Motive so ausgewählt, dass man nicht mehr genau zuordnen kann, wo sie entstanden sind. Der Betrachter muss seine Fantasie einsetzen und seine eigene Geschichte spinnen. Um das Erzählerische darin zu verstärken, habe ich mich selbst in manchen Bildern inszeniert.

    Theater, Vergnügungsparks, Zirkusse - warum sind das für Sie märchenhafte Orte?
    Ich finde, dass man sehr viel Geheimnisvolles in der Wirklichkeit finden
    kann. Man braucht gar nicht groß zu inszenieren, um eine märchenhafte
    Fotografie zu machen. Deshalb fotografiere ich auch analog und bearbeite
    meine Bilder nicht nach. Orte, an denen die Illusion das Geschäft ist, wie
    eben das Theater oder der Zirkus, haben an sich schon etwas Surreales. Weil sie eine andere Welt simulieren. Aber auch Städte, die keine klare Ordnung haben, in denen alles wild durcheinander gewachsen ist, bieten Raum für seltsam Anmutendes.

    Ihre Arbeit betiteln Sie mit "Gelsomina" - ein Fantasiename?
    Gelsomina ist ein italienischer Name. So heißt der weibliche Clown in
    Federico Fellinis "La Strada". Ich mag den Namen, weil er nicht so leicht
    zuzuordnen ist. Wie die Orte in meinen Bildern. Und da es sich um einen
    Zirkusfilm handelt, passte das auch inhaltlich.
    Interview: Annekatrin Meyers

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