Soufflé für die Seele

Jetzt essen alle daheim. Aber was kochen? »Mein Quarksoufflé schmeckt bezaubernd«, sagt unser Koch Hans Gerlach. Dazu ist es einfach, gut für die Seelenlage und es lässt sich je nach Vorratslage unkompliziert variieren.

Foto und Video: Hans Gerlach

Wenn Kinder plötzlich wieder mittags daheim essen und Eltern oder WG-Mitglieder keine Restaurants, Bars oder Betriebskantinen mehr besuchen, dann braucht es einfach viel mehr Zutaten in Keller und Kühlschrank. Die gerade enorme Nachfrage im Einzelhandel hat auch damit zu tun, dass wir jede Mahlzeit, die nicht mehr in der Gastronomie oder in Kantinen zubereitet wird, jetzt zuhause kochen. Und dafür müssen alle viel mehr einkaufen als gewohnt.

Jeder, der schon einmal versucht hat - aus welchen Gründen auch immer - eine Weile vegan zu leben, hat sicher schon ähnliche Erfahrungen gemacht: Der Mangel an erfreulichen veganen Angeboten in der Gastronomie (außer vielleicht in Berlin) führt nämlich dazu, dass man plötzlich jeden Tag unerwartet große Mengen Lebensmittel nach Hause schleppt.

Mein Quarksoufflé schmeckt bezaubernd. Dabei ist es einfach zu machen, gut für die seelische Ausgeglichenheit und es lässt sich je nach Vorratslage unkompliziert variieren. Streng genommen ist das Quarksoufflé kein echtes Soufflé sondern ein »Koch«, doch wer weiß schon, was das bedeutet? Die österreichischen Kochs sind eine etwas altmodische Zubereitung zwischen Kuchen, Pudding und Soufflé – heiß und saftig, locker und sehr luftig. Ihr berühmtester Vertreter ist die »Person of Colour im Hemd« - ein Schokokoch mit Schokosauce und Schlagobers, dem Hemd. Der große Vorteil von Kochs gegenüber echten Soufflés: Kochs setzen sich zwar etwas, sobald sie aus dem Ofen kommen, sie fallen aber nicht komplett zusammen.

Quarksoufflé mit Mohn und TK-Blaubeeren
Für 4 - 6 Stück:
100 g Butter und etwas Butter für die Formen
80 g Puderzucker
1 Prise Zimt
100 g Quark (z.B.: 20% Fett)
80 g gemahlener Mohn (oder gemahlene Nüsse, ungemahlenen Mohn kann man in einem guten Mixer grob zerkleinern, Sesam geht auch ungemahlen)
2 EL Zucker und etwas Zucker für die Formen
40 g Mehl
80 g TK-Blaubeeren (oder andere Früchte, notfalls einfach weglassen)
5 Eier (Größe M)

Außerdem:
4 - 6 Schraubdeckelgläser oder Weckgläser (für je etwa 120 - 140 ml Inhalt)

Butter, 50 g Puderzucker und Zimt mindestens 5 Min. mit einem Rührgerät weiß-schaumig rühren. Währenddessen den Quark in einem Sieb abtropfen lassen. 2 EL Zucker mit 2 EL Wasser in einer kleinen Pfanne goldbraun karamellisieren. Mohn und 1 TL Butter zugeben, verrühren, aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller mit Backpapier abkühlen lassen. Im Blitzhacker grob pulverisieren, die Hälfte davon mit 2 EL Mehl mischen.

Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen, mit einem tiefen Blech auf der mittleren Schiene.

2 Liter Wasser aufkochen. Die Gläser gründlich buttern und mit Zucker ausstreuen.

Die Eier trennen, Eigelbe nach und nach unter die Butter-Zucker-Mischung schlagen. Topfen, danach Mohn und Mehl unterrühren. Blaubeeren mit restlichem Mehl mischen, unterrühren. Eiweiß mit restlichem Puderzucker steif schlagen und unterheben. Die Masse in die Formen verteilen, mit restlichem Karamell-Mohn bestreuen. Die Gläschen auf das Blech im Ofen setzen. Das Wasser vorsichtig auf das Blech gießen, so dass die Formen etwa 2 cm hoch im Wasser stehen. Nach 10 Minuten (wenn die Oberfläche hellbraun ist) die Temperatur auf 150 Grad herunter schalten. Weitere 25 bis 30 Minuten garen.

Quark-Soufflés aus dem Ofen nehmen und im Glas servieren.