Was muss ein Regisseur vor allem können, Wim Wenders?

Der Filmemacher im Interview ohne Worte über seinen Tanzstil, seine Angst vor eigenen Filmpremieren und seine Heimat Düsseldorf

Geboren 14. August 1945 in Düsseldorf
Beruf Regisseur und Fotograf
Ausbildung Medizinstudium (abgebrochen), Hochschule für Fernsehen und Film in München
Status Ein Getriebener

Wenn man Der Himmel über Berlin heute wieder sehe, schrieb der mittlerweile verstorbene Kritiker Michael ­Althen 2005 über Wim Wenders’ bis heute bekanntesten Film, sei man von seiner geradezu monolithischen Radikalität gebannt. Es war ein Film ohne Drehbuch, ohne Handlung, ein Film über Engel, das Unsichtbare. Der Himmel über Berlin entstand 1987, kurz nach Wenders’ Amerikajahren, in denen er Paris, Texas mit dem Hauptdarsteller Harry Dean Stanton drehte und dafür gefeiert wurde, dass er endlich eine Geschichte erzählte, nach den vielen Filmen davor, bei denen er dafür gefeiert worden war, dass nichts passierte. Jetzt wollten alle, dass Wenders weiter Geschichten erzählte, und natürlich wollte Wenders diese Erwartungen nicht erfüllen, so war die Zeit. Doch die Leute liebten Der Himmel über Berlin, so war die Zeit auch. Bis heute dreht Wenders Film um Film. Dokumentationen, über Pina Bausch, den Buena Vista Social Club, den Fotografen Sebas­tião Salgado, den Papst, er erzählt Geschichten, die wahr sind, und er hat Erfolg damit. Doch noch lieber wäre ihm, seine Spielfilme hätten Erfolg. Gerade hat er wieder einen fertig, Grenzenlos, in der Hauptrolle: Alicia Vikander. Ein Liebesdrama, eher klassisch als radikal, aber so ist die Zeit.

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